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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-80706
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8070/


Über die pflegerische Situation Hamburger Verstorbener in den Jahren 2013 und 2014 anhand einer rechtsmedizinischen Erhebung von Dekubitus im Rahmen der zweiten Leichenschau unter besonderer Berücksichtigung der Herkunft des Verstorbenen

About the nursing situation and the origin of deceased in Hamburg-City in the years 2013 and 2014 based on a forensic survey of pressure ulcers in postmortem examinations

Hädicke, Patrick Karl Josef

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Dekubitus , Leichenschau , Pflegeheim , Hamburg
Freie Schlagwörter (Englisch): pressure ulcer , postmortem examination , nursing home , Hamburg
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.09.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 19.09.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Im Fokus der Studie standen verstorbene Hamburger Bewohner, die im Rahmen der zweiten Leichenschau und im Zeitraum der Jahre 2013 und 2014 vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf auf das Auftreten von Dekubitus Grad III und IV nach SHEA untersucht wurden. Zusätzlich wurden elektronisch übermittelte Fragebögen der Hamburger-Pflegegesellschaft in diesen Jahren ausgewertet, die ebenfalls beim Auftreten von höhergradigen Dekubitus in bestimmten Pflegeheimen angelegt wurden. Diese Pflegeheime haben sich im Projekt SQS-Dekubitus zusammengefunden und sich damit der Einhaltung standardisierter und struktureller Behandlung und Präventionsmaßnahmen von Dekubitus nach Expertenstandards verschrieben.
Die erhobenen Daten umfassten die Risikofaktoren „hohes Alter“, „Untergewichtigkeit“ und „weibliches Geschlecht“, zumal im Bereich des Alters ein kleiner Trend zu jüngeren Patienten zu erkennen ist.
In der Auswertung dieser Daten konnte belegt werden, dass die Prävalenz der Dekubitus in Hamburg, trotz steigender Zahlen an Pflegebedürftigen, seit Beginn der Beobachtungen in den 90er Jahren bis 2014 auf 0,48 % abgenommen hat. Zwar waren in den beiden Jahren der Betrachtung der Anteil Dekubitus mit gutem (Mittelwert: 45 %) und mittlerem Wundzustand nach SEILER (Mittelwert: 43%) sowie ein guter Verbandstatus (Mittelwert 68 %) als befriedigend zu bezeichnen, allerdings konnte dabei ein leicht negativer Trend festgestellt werden. Dieser negative Trend ist besonders in den Pflegeheimen Hamburgs ausgeprägt, aus denen die meisten Verstorbenen (Mittelwert: 49 %) mit Dekubitus kamen. Es kann also die Vermutung aufgestellt werden, dass trotz fallender Gesamtzahlen die pflegerische Qualität der behandelten Dekubitus, besonders in Pflegeheimen zunehmend zu einem Problem werden kann.
Vergleicht man die Pflegeheime des SQS-Projektes mit den restlichen Pflegeheimen zeigt sich ein deutlich besseres Abschneiden in den angesprochenen zwei Qualitätskriterien. In den zuletzt erhobenen Daten konnte verdeutlicht werden, dass bei 90 % der SQS-Gruppe eine gute oder mittlere Wundversorgung vorliegt, bei der Kontrollgruppe jedoch nur bei 81 %. Zum gleichen Ergebnis kam es bei der Analyse des Verbandstatus: In der SQS-Gruppe galten 68 % Dekubitus als gut verbunden, im Gegensatz zu 61 % in der Kontrollgruppe. Das bedeutet, dass das SQS-Projekt stabilere und bessere Ergebnisse aufweist und somit einem negativen Trend entgegenwirken kann. Ob es auch weiterhin zu einer quantitativeren Reduktion wird beitragen können, lässt sich aus den der Studie vorliegenden Zahlen nur vermuten.
Ein weiteres Potential zur Dekubitus-Reduktion hat sich in der bezirksbezogenen Auswertung deutlich gemacht. Im Bezirk Hamburg-Nord und den näher betrachteten Stadtteilen Uhlenhorst und Barmbek-Süd wurden relativ hohe Dekubitus-Frequenzen im privaten Umfeld erkannt.
So lag die an den Verstorbenen gemessene Prävalenz im Bezirk Nord mit 0,91 % im Jahre 2013 und 0,98 % im Jahre 2014 stabil deutlich über den restlichen Bezirken. Korreliert mit den demographischen Daten kann die These erstellt werden, dass diese Situation mit der erhöhten Anzahl an allein lebenden, älteren Menschen im Zusammenhang steht. Vermutet werden kann, dass eben bei dieser Gruppe das Erkennen und Behandeln von Dekubitus erschwert ist, zumal sich auch zeigt, dass dies nicht maßgeblich an einer mangelnden sozialen Struktur oder medizinischen Versorgung liegen muss.
Das Pflegeheim bietet mit etwa der Hälfte der Dekubitus-Patienten auch weiterhin das größte Potential in der quantitativen Reduktion, aber auch bezüglich einer qualitativen Verbesserung der Versorgung von Dekubitus-Patienten. Projekte, wie die SQS-Dekubitus, zeigen vor allem in qualitativen Aspekten gute Resultate.
Der Bereich häuslicher Versorgung weist ebenfalls Potential zur Reduktion von Dekubitus auf. Im Mittel kamen 24 % der Dekubitus aus dem privaten Umfeld. Hierbei sollte vor allem ein Fokus auf die Rentner in Einfamilienhaushalten gelegt werden.

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