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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-81026
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8102/


Therapeutische Verfahren bei chronischen Venenerkrankungen der unteren Extremität : Systematische Übersichtsarbeit zu der verfügbaren Datenlagemit methodischer Bewertung publizierter Primärstudien und Meta-Analysen

Zielke, Elisa-Katharina

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Vene , Varikosis , untere Extremität , Studienqualität , Metaanalyse
Basisklassifikation: 44.93
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Augustin, Matthias (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.09.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 05.10.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Wissenschaftlicher Hintergrund
Chronische Venenerkrankungen der unteren Extremität gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Das Krampfaderleiden und die chronisch venöse Insuffizienz sind von großer klinischer und volkswirtschaftlicher Relevanz. Es existieren unterschiedliche Therapiekonzepte, wobei sich in den letzten Jahren zahlreiche neue Verfahren etabliert haben.

Zielsetzung und Fragestellung
Ziel der Arbeit war es, eine systematische Übersicht über die verfügbare Datenlage zu den Therapieverfahren der chronisch venösen Insuffizienz und des Krampfaderleidens zu geben. Der Fokus der Untersuchung war dabei auf die neueren therapeutischen Verfahren gerichtet.
Es sollte die aktuelle wissenschaftliche Datenlage dargestellt und qualitativ nach Kriterien der evidenzbasierten Medizin bewertet werden. Zudem sollte geklärt werden, inwieweit bereits publizierte Metaanalysen in ihrer methodischen Qualität einzuschätzen sind.

Methodisches Vorgehen
Für die Beantwortung der oben stehenden Fragestellung wurde eine Literaturrecherche in der Datenbank Medline und eine Handsuche in der Zeitschrift Phlebologie durchgeführt. Für die Literaturrecherche wurde zunächst ein Suchalgorithmus entwickelt, überprüft und schließlich angewendet. Anschließend wurden die identifizierten Studien systematisch hinsichtlich ihrer Studienmerkmale betrachtet und nach vorab definierten Zielkriterien (gemäß den internationalen Standards des CONSORT und STROBE-Statements) bezüglich ihrer Berichtsqualität bewertet. In einem nächsten Schritt erfolgte die methodische Analyse bereits publizierter Meta-Analysen zum Thema unter Berücksichtigung des PRISMA-Statements.

Ergebnis
Insgesamt konnten 266 Publikationen identifiziert werden. Die Datenlage an publizierten Primärstudien zu den Therapien ist als relativ umfangreich einzuschätzen mit 85 Studien zu der Schaumsklerosierung, 54 Studien zu der endovenösen Lasertherapie und 67 Studien zu der Radiofrequenztherapie. Zu der Heißdampftherapie existieren bislang nur zwei Studien und zu der CHIVA-Methode sechs Arbeiten, die den Einschlusskriterien der vorliegenden Untersuchung entsprachen. Für den Gewebekleber Venaseal™ konnten keine Arbeiten identifiziert werden.
Unter den Primärstudien dominierten Arbeiten in einem beobachtenden Studiendesign, wie Kohortenstudien oder prospektive Fallserien. Knapp 22 % der Arbeiten (k = 43) waren als randomisierte-klinische Untersuchungen konzipiert. Eine Zusammenfassung von Studienergebnissen aus Primärstudien nahmen zahlreiche Übersichtsarbeiten vor. Hier muss jedoch konstatiert werden, dass es sich mehrheitlich um narrative Reviews handelte.
Knapp 70 % der betrachteten Studien verwendeten die C-Kategorie der CEAP-Klassifikation, um das klinische Stadium des Patientenkollektives zu beschreiben. Als Endpunkte wurde am Häufigsten die sonographisch ermittelte Obliterationsrate des behandelten Gefäßes herangezogen. Es folgten mit abnehmender Häufigkeit das Auftreten von Komplikationen und die Rezidivrate. Allerdings waren die Definitionen der Endpunkte sehr unterschiedlich oder wurden in der Veröffentlichung gar nicht angegeben. Die Bewertung der Berichtsqualität zeigte, dass knapp 22 % der betrachteten Studien alle Qualitätskriterien erfüllten. Zahlreiche Arbeiten wiesen jedoch in ihrer Publikationsqualität deutliche Limitationen auf. Auch die bereits publizierten Metaanalysen müssen kritisch betrachtet werden. In der Berichtsqualität wies die Mehrheit deutliche Schwächen und Unzulänglichkeiten auf, welche die Aussagekraft der Untersuchungen einschränken.

Schlussfolgerung
Die Datenlage zu den endovenösen Therapieverfahren ist insgesamt als sehr heterogen einzuschätzen. Zu den neueren Therapieverfahren wie der Heißdampftherapie besteht noch weitestgehend Forschungsbedarf. Zukünftig sind weitere qualitativ hochwertige und gut berichtete Studien notwendig. Das Einhalten der gängigen Empfehlungen für gutes Berichterstatten ist dringend zu fordern. Im Bereich der phlebologischen Forschung sollten Standards für einheitliche Definitionen zu Studienendpunkten und für validierte Messinstrumente weiterentwickelt und konsequent angewendet werden, um Studienergebnisse leichter untereinander vergleichen zu können. Dieses gilt besonders in Hinblick auf zukünftige systematische Übersichtsarbeiten und metaanalytische Zusammenfassungen, die eine evidenzbasierte Reihenfolge der einzelnen Verfahren untereinander und in Konkurrenz zu der klassischen Varizenoperation aufstellen könnten.

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