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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-81193
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8119/


Versorgungssituation der allergischen Rhinitis : Bedürfnisse, Erwartungen und therapeutischer Nutzen aus Patientensicht in Deutschland

Care of allergic rhinitis : needs, expectations and therapeutic benefit from patients perspective in Germany

Wardius, Konrad Daniel

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SWD-Schlagwörter: Heuschnupfen , Versorgung , Bedürfnis
Freie Schlagwörter (Englisch): allergic rhinitis , care , need
Basisklassifikation: 44.78
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Augustin, Matthias (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.10.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 11.10.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war eine aus Patientensicht generierte Abbildung der momentanen Versorgungssituation der allergischen Rhinitis in Deutschland unter Nutzung eines etablierten und studienerprobten Apothekennetzwerkes. Zentrales Interesse galt sowohl der wahrgenommen Krankheitsbelastung, dem Medikamentenerwerb und der damit verknüpften Compliance sowie der Behandlungszufriedenheit als auch den von den Patienten genutzten Informationsquellen und aufgesuchten Fachdisziplinen.
Des Weiteren wurden soziodemografische Daten und weitere atopische Erkrankungen der Befragten abgeklärt. Als erweiterte Erhebungsinstrumente kamen der Patient Be-nefit Index (PBI) und der Gesundheitsfragebogen EQ-5D zum Einsatz. Zur Auswertung der Fragestellungen konnten 199 Personendaten inklusive 74 ausführlicherer Datenerhebungen genutzt werden.
Zwei Drittel der Teilnehmer waren mit ihrer bisherigen Versorgungssituation der aller-gischen Rhinitis „eher“ bis „sehr zufrieden“. Diese Relation ließ sich ebenso am Zufriedenheitsgrad mit der bisherigen Medikation ablesen. Entgegen der offiziellen Verordnungszahlen, die von Glukokortikoidpräparaten angeführt werden, kamen primär Antihistaminika mit einem Prozentsatz von 51% bis 62% aller jeweils genannten Medikamente zur Anwendung und waren mit einem Anteil von 84% bis 95% frei verkäuflich.
Dieses in der Untersuchung mehrheitlich festgehaltene Nutzungsverhalten in der Selbstmedikation beinhaltet allerdings Verbesserungspotential, da sich die Anwender rein verschreibungspflichtiger Medikamente disziplinierter im Anwendungsverhalten präsentierten.
Neben den Haus- und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten wendeten sich die Teilnehmer vor allem an die Apotheker, welche an dieser Studie beteiligt waren. Die Tatsache, dass die Hälfte aller Probanden ihre allergische Rhinitis aktuell als „großes Problem“ beschreibt, unterstreicht somit die Forderung nach einer Entlastung des pharmazeutischen Berufsstandes, weshalb eine noch engere Kommunikation pharmazeutischer und ärztlicher Fachkräfte gefordert ist. Die Beratung dieser – in der vorliegenden Studie überwiegend weiblichen – Patienten mit hohem Leidensdruck sollte deshalb wieder verstärkt von ärztlicher Seite erfolgen.
In diesem Zusammenhang widerspricht die vorliegende Studie der Annahme, dass Betroffene, die einer ärztlichen Untersuchung bisher fernblieben, durch eine durchschnittlich niedrigere Belastungsempfindung oder Behandlungszufriedenheit motiviert sind. Zudem konnten bei einer OTC-basierten Selbstmedikation keine monetären Beweggründe für diese nachgewiesen werden.
Somit sind Politik und Krankenkassen gefordert, entgegen häufig kostensparender Vorgehensweisen vorausschauend in die Bewusstseinsbildung der zahlreichen Betroffenen zu investieren, damit fachärztliche Konsultationen wieder vermehrt in Anspruch genommen werden.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this work was to demonstrate the current supply situation of patients who suffer from allergic rhinitis. To accomplish this, an established and proven pharmacy network in Germany was used. First, the perceived burden of the disease and the drug acquisition with the related compliance and the associated satisfaction have been logged. In addition, the sources of information, which are used by the patients, and visited specialists have been recorded.
Furthermore, sociodemographic data and other atopic diseases have been clarified by means of an advanced collection tools of the Patient Benefit Index (PBI) and the health questionnaire EQ-5D. When evaluating all issues, it was possible to use 199 personal data, including 74 more detailed data.
Two thirds of the participants were “somewhat satisfied” to “very satisfied” with their current supply situation of allergic rhinitis. This ratio corresponded to the level of satis-faction with the medication which has been used previously. Contrary to the official number of prescriptions led by glucocorticoids, antihistamines have been applied with a percentage of 51% to 62% of all medicines previously mentioned. All antihistamines were available with a share of 84% to 95% without prescription.
However, the compliance with self-medication needs to be improved as patients who only administered prescription drugs were more disciplined.
In addition, participants were mainly advised by pharmacists rather than general practi-tioners and otolaryngologists. Therefore, support of pharmacists is required because half of the participants scaled the exercise of their allergic rhinitis as a “big problem”. Because of that, a better communication between pharmaceutical and medical professionals is required in order to treat allergic rhinitis more efficiently. Hence, patients with a high level of suffering (who were predominantly female in our study) should receive better counseling by a doctor.
Finally, the research findings indicate that patients who have not consulted a doctor are not motivated by a lower average stress sensation or lower treatment satisfaction. Fur-thermore, no monetary motivations could be proved concerning OTC-based self-medication.
Thus, policy and health insurance companies should be proactive and invest more funds to better educate patients so specialists are visited more frequently.

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