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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-81207
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8120/


Somatoforme Störungen bei hausärztlichen Patienten : Zusammenhang zwischen dem Vorliegen eines traumatischen Erlebnisses und der Schwere der somatoformen Symptomatik sowie der Komorbiditätsstruktur mit Angsterkrankungen und Depressionen

Jebens, Christina Cosima

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Trauma , somatoforme Störung
Freie Schlagwörter (Englisch): Somatization , Depression , PTSD
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Löwe, Bernd (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.07.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 13.10.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Organisch nicht hinreichend erklärbare Symptome und somatoforme und
funktionelle Störungen sind ein weit verbreitetes Problem in der Hausarztpraxis und in
der Allgemeinbevölkerung. Das Sofu-Net-Projekt, im Rahmen dessen diese Arbeit
geschrieben wurde, hat zum Ziel, die Erkennung und die Versorgung der betroffenen
Patienten zu verbessern.
Mit somatoformen Störungen eng verknüpft sind Angststörungen und Depressionen
sowie traumatische Erlebnisse und PTBS. Die Patienten weisen hohe Komorbiditäten
auf, zudem können sich Depressionen, Angststörungen und PTBS auch vorwiegend als
körperliche Beschwerden äußern. Aufgrund der Verknüpfung dieser Erkrankungen hat
diese Arbeit zum Ziel, die Bedeutung von traumatischen Erlebnissen für den
Schweregrad von somatoformen Störungen sowie für die Komorbiditätsstruktur mit
Angsterkrankungen und Depressionen zu untersuchen und herauszuarbeiten, ob
Patienten mit einem sexuellen Trauma sich von Patienten mit nonsexuellem Trauma in
ihrer Symptomatik unterscheiden.
Material und Methoden: Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen der Post-Erhebung der
Sofunet-Studie von September bis Dezember 2012. Befragt wurden 1756 Patienten in
20 Hamburger Hausarztpraxen. Für die Arbeit ausgewertet wurden die Daten von 104
Patienten, die die Kriterien für eine somatoforme Störung erfüllten und die Angaben
zum Erleben eines Traumas gemacht hatten.
Für die Auswertung erfolgten Rechnungen mit dem t-Test für unabhängige Stichproben,
lineare Regressionsanalysen, der chi-Quadrat-Test, logistische Regressionsanalysen und
die unifaktorielle Varianzanalyse.
Ergebnisse: 56,7% der Patienten gaben an, ein traumatisches Ereignis erlebt zu haben.
Sie haben einen mittleren PHQ-15 von 15,46 (SD 3,186), welcher signifikant höher ist als bei Patienten ohne traumatisches Ereignis (14,04, SD 3,662) (t = 2,101, p = .038). In
der linearen Regression wird das Modell nicht signifikant, durch die Hinzunahme von
soziodemographischen Variablen ist ein traumatisches Ereignis kein signifikanter
Prädiktor für den Schweregrad der somatoformen Störung.
Patienten mit PTBS sind signifikant häufiger von Angststörungen betroffen (χ² = 6,628,
p = .010). Eine PTBS ist ein signifikanter Prädiktor (p = .025) für eine Angststörung.
Patienten mit einer PTBS-Diagnose haben ein 4,8fach erhöhtes Risiko für eine
Angststörung.
Patienten mit einem sexuellen Trauma leiden signifikant häufiger unter einer PTBS als
Patienten mit einem nonsexuellen Trauma (p<.001).
Schlussfolgerung: Traumatische Erfahrungen und PTBS beeinflussen den Schweregrad
von somatoformen Störungen sowie das Vorliegen einer komorbiden Angststörung. Bei
Patienten in der Hausarztpraxis sind sie eine häufige Entität. Der Hausarzt muss
geschult darin sein, traumatische Ereignisse bei Patienten mit somatoformen
Beschwerden und PTBS-Symptome zu erkennen, um den Patienten eine adäquate
Therapie zu ermöglichen
Kurzfassung auf Englisch: Background: Medically unexplained symptoms and somatoform and functional
disorders are a common problem in the general population and in primary care. The
Sofu-Net-project aims to improve the recognition of these disorders in the general
practitioner’s office and the inititation of therapy.
Somatoform disorders are linked to depression, anxiety disorders, traumatic life events
and PTSD. There is a high comorbidity between these disorders. Moreover, depression,
anxiety disorders and PTSD can express themselves as bodily symptoms.
Because of the link between these disorders this work aims to investigate the
significance of traumatic life events for the severity of somatoform symptoms as well as
for the comorbidity with depression and anxiety disorders. Furthermore, it investigates
the question whether sexually traumatized patients differ from nonsexually traumatized
patients regarding their symptoms.
Methods: The data collection took place in 20 offices of general practitioners in
Hamburg between September and December 2012. 1756 patients were questioned. The
data provided by 104 patients who fulfilled the criteria for a somatoform disorder and
answered the questions concerning traumatic life events were analysed for this work.
For the statistical analysis independent samples t test, linear regression analysis, chisquare-test
and univariate analysis were used.
Results: 56.7% of the patients stated to have experienced traumatic life events. They
had a middle PHQ-15 of 15.46 (SD 3.186) which was significantly higher in
comparison to those without a traumatic life event (14.04, SD 3.662) (t= 21.01, p =
.038). Regarding linear regression the model is not significant. Therefore, a traumatic
life event is no significant predictor for the severity of a somatoform disorder.
Patients with PTSD suffer significantly more frequent from anxiety disorders (χ² =
6.628, p = .010). Hence, PTSD is a significant predictor (p = .025) and patients with
PTSD-diagnosis have a 4.8 increased risk for an anxiety disorder.
Patients with a sexual trauma suffer significantly more often from PTSD compared to
patients those without (p<.001).
Conclusion: There is a link between traumatic life events and PTSD with anxiety
disorders and the severity of somatoform disorders. For patients of general practitioners
they are a frequent entity. The general practitioner needs to be trained in recognizing
traumatic life events and PTSD-symptoms in patients with somatoform symptoms to
enable an adequate therapy for these patients

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