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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-81397
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8139/


Gebete der yukatekischen Maya : eine Textanalyse von Gebeten zum religiösen Ausdruck

Prayer of the yucatec Maya : a text analysis

Thomaß, Harald

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SWD-Schlagwörter: Ritual , Religion , Maya , Gebet , Übersetzung , Semiotik , Symbol , Zeichen , Pragmatik , Sprechakt
Basisklassifikation: 17.28
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Smailus, Ortwin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.06.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 03.11.2016
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser Arbeit werden Gebete der yukatekischen Maya dargestellt, indem die Gebete von drei rituellen Spezialisten verglichen werden. Die Gebete von Don Antonio habe ich zwischen den Jahren 1995 und 2010 dokumentiert und zeichne so den Wandel seiner rituellen Sprache nach. Von Doña Berta dokumentiere ich ein Gebet aus dem Jahr 2007. Als Frau in einer Männerdomäne ist ihre rituelle Sprache von besonderem Interesse. Von Don Bartolomé dokumentiere ich ein Gebet aus dem Jahr 2010. Der Prozess des Transkribierens und Übersetzens wird in dieser Arbeit thematisiert, um die Produktion der Grundlage für die Interpretation transparent zu machen. Die kommunikative Funktion der Übersetzung definiere ich als "Verstandene Fremdheit". Es werden fremde sprachliche Elemente ins Deutsche übertragen, ohne dass ihre Fremdheit verloren gehen soll. Metaphern bleiben als Bilder in der Übersetzung erhalten, damit die kulturell geprägten Bilder in ihrer Fremdheit erhalten bleiben. Ich übersetzte die Namen der übernatürlichen Akteure, damit der Prozess des Verstehens deutlich werden kann.
Die strukturelle, semiotische und pragmatische Analyse der Gebete stellt die methodische Gliederung der Interpretation dar. Mit den performativen Phrasen, Zeichen und Sprechakten als analytische Elemente werden die Gebete analysiert und strukturell, semiotisch und pragmatisch interpretiert. Strukturell analysiere ich die Gebete mit Hilfe des Parallelismus und stelle besonders für die Gebete Don Antonios einen Makroparallelismus fest. Dieser zyklisch-syntaktische Parallelismus gibt den inhaltlichen Zeichen die Struktur, in der sie ihre kommunikative Bedeutung entfalten und liefert das Gerüst durch das die pragmatische Wirkung der Gebete zum Ausdruck kommt.
Doña Berta betont durch das vermehrte Sprechen des Ave Maria Gebets und das Nennen der übernatürlichen Akteurin xkili'ich ko'olelbil Maria »prächtige Jungfrau Maria« in den Maya-Strophen den weiblichen Aspekt ihres Gebets.
Don Bartolomé strukturiert sein Gebet wesentlich stärker als die beiden anderen rituellen Spezialisten mit prosodischen Mitteln. Er benutzt einen Nominal-Stil, den ich als einen sprachlichen Ausdruck für das Göttliche interpretiere. Seine sprachlichen Bilder sind von einer vielschichtigen Metaphorik geprägt.
In der semiotischen Interpretation wird eine spirituelle Geografie entworfen, die sich auf die Performanz im Gebet und Ritual gründet.
In der pragmatischen Interpretation wird erläutert welche Handlungen in den Gebeten vollzogen werden und mit welcher die Haltung diese Handlungen vollzogen werden.
Die yukatekischen Maya gebrauchen in ihren Gebeten mehrdeutige und unscharfe Begriffe, damit durch diese Begriffe Berührung und Begegnung zwischen den übernatürlichen und menschlichen Akteuren bewirkt werden kann.
Kurzfassung auf Englisch: The Yucatec Maya prayers are represented by the prayers of three ritual specialists, which I am comparing in this work. I have documented the prayers of Don Antonio between 1995 and 2010 and I am thereby showing the transformation of its ritual language. I am also presenting a prayer of Doña Berta from the year 2007. As a woman in a man's domain a woman´s ritual language is of particular interest. Finally I am presenting a prayer of Don Bartolomé from the year 2010. The process of transcribing and translating is discussed in order to make the production of the basic material transparent. The communicative function of translation I define as "Understood strangeness". In my translation into German I have attempted to preserve the strangeness of those foreign linguistic elements. Metaphors are kept as images in the translation, so that the culturally significant images are kept in their strangeness. I translate the names of supernatural actors, in order to mark the process of understanding.

The structural, semiotic and pragmatic analysis of prayers represents the methodical classification of the interpretation. With the performative phrases, signs and speech acts as analytical elements, prayers are analyzed and interpreted on a structural, semiotic and pragmatic level. Structurally, I analyze the prayers using the parallelism, especially for the prayers of Don Antonio to discover a macroparallelism. This cyclically-syntactic parallelism provides the structure for the signs in which they develop their communicative importance and provides the framework through which the pragmatic effect of the prayers is expressed.
The feminine aspect of her prayer Doña Berta emphasized by using the Ave Maria prayer more often and naming the supernatural actor xkili'ich ko'olelbil Maria "magnificent Virgin Mary" in the Mayan verses.
Don Bartolomé structured his prayer with prosodic elements much more than the two other ritual specialists. He also uses a nominal style, which I interpret as a linguistic expression of the Divine. His linguistic images are characterized by a multi-layered imagery.
The spiritual geography, which is described in the semiotic interpretation, is based on the performance in prayer and ritual.
The pragmatic interpretation explains which actions are performed and which attitudes are adopted in these actions.
The Yucatecan Maya use ambiguous and vague terms in their prayers so that contact and encounter between the supernatural and human actors can be the effect of these terms.

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