FAQ
© 2016 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-82516
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8251/


Der Einfluss von Kontextfaktoren auf die Verarbeitung von Placeboeffekten

The influence of contextual factors on the processing of placebo effects

Schenk, Lieven

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (1.854 KB) 


SWD-Schlagwörter: Schmerz , Funktionelle Kernspintomografie , Gehirn
Freie Schlagwörter (Deutsch): Placebo
Freie Schlagwörter (Englisch): placebo , pain , fMRI , brain
Basisklassifikation: 77.03
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Büchel, Christian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.01.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 22.12.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Placeboeffekte sind psychologische und physiologische Mechanismen, die aufgrund des Behandlungskontexts entstehen, aber nicht aufgrund der therapeutischen Substanz oder des Verfahrens selbst. Placeboeffekte wurden in verschiedenen Bereichen nachgewiesen und mehrere psychologische und biologische Prozesse sind bereits bekannt.
Meine Dissertation beinhaltet zwei fMRT-Studien, die Placeboeffekte bei Schmerzen unter-suchten. Die erste Studie untersuchte mögliche Interaktionen auf die Schmerzwahrnehmung zwischen einer topischen analgetischen Behandlung und der Behandlungserwartung auf der Verhaltens- und neuralen Ebene. Während den Behandlungsbedingungen waren die Schmerz-bewertungen reduziert und mit verminderter Aktivität in der vorderen Inselrinde assoziiert. Wir beobachteten auch eine signifikante Interaktion. Der Erwartungseffekt war grösser in den Behandlungsbedingungen im Vergleich zu den Bedingungen ohne Behandlung. Auf der neuralen Ebene war die Interaktion mit Unterschieden in der vorderen Inselrinde, im vorderen cingulären Kortex und im ventralen Striatum assoziiert. Die Studie zeigt, dass auch eine topische analgetische Behandlung, auf der Verhaltens- und neuralen Ebene, mit Erwartung interagieren kann.
Die zweite Studie untersuchte die Rolle von Kontextinformationen auf die Schmerzwahrnehmung. Schmerzreize wurden durch zwei Bedingungsanzeigen vorhergesagt. Eine Behandlungskontext-gruppe lernte, dass in einer Bedingung eine Behandlung erfolgen würde, während eine Stimulus-erwartungsgruppe lernte, dass in einer Bedingung die Schmerzintensität reduziert sein würde. Die Erwartungs- und Schmerzbewertungsunterschiede in der Testphase waren grösser in der Behandlungserwartungsgruppe. Auf der neuralen Ebene beobachteten wir Differenzen in der BOLD Antwort in mehreren Placebo-assoziierten Regionen sowie unterschiedliche Aktivitätsmuster in der multivariaten RSA zwischen beiden Gruppen. Dies zeigt, dass Erwartungsmanipulationen in einem Behandlungskontext unterschiedlich verarbeitet werden im Vergleich zu einem Stimuluserwartungskontext. Beide Studien zeigen die Bedeutung des Kontextes für das Ausmaß von Erwartungseffekten.
Kurzfassung auf Englisch: Placeboeffects are psychological and physiological mechanisms, which develop due to a treatment context, but not due to the therapeutic substance or procedure itself. Placeboeffects are shown for a variety of fields and several psychological and biological basics are known.
My thesis includes two fMRI studies investigating placebo effects in pain. The first study investigated possible interactions between a topical analgesic treatment and treatment expectation on pain perception at the behavioral and neural level. During the drug treatment conditions, pain ratings were reduced and associated with reduced activity in the anterior insular cortex. We also observed a significant interaction. The expectancy effect was larger in the drug treatment conditions compared to the no-treatment conditions. On the neural level, the interaction was associated with BOLD signal differences in the anterior insular cortex, the anterior cingulate cortex and the ventral striatum. The study shows that even a topical analgesic treatment can interact with expectation at the behavioral and neural level.
The second study investigated the role of contextual information on pain perception. Pain stimuli were predicted by two visual cues. A treatment expectancy context group learned that in one condition treatment would be applied while a stimulus expectancy context group learned in one condition, the pain intensity would be reduced. Expectancy and pain rating differences were larger in the treatment expectancy group during the test session. On the neural level, we observed BOLD signal differences in several placebo related brain regions as well as different pattern in the multivariate RSA between both groups. This shows that expectancy manipulations are differentially processed in a treatment context compared to a stimulus expectancy context. Both studies indicate the importance of the context for the magnitude of expectancy effects.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende