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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-82689
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8268/


Vergleich vom maximalen Laktat-Steady-State zu Schwellenparametern der Herzfrequenzvariabilität bei Übergewichtigen/Adipösen mittels nicht linearer Zeitbereichsanalyse

Wulff, Sarah

pdf-Format:
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Basisklassifikation: 44.70 , 44.11
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Braumann, Klaus-Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.11.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 31.01.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Die Herzfrequenzvariabilität stellt seit einiger Zeit einen Forschungsschwerpunkt der Sportwissenschaften dar. Sie spiegelt den Einfluss des autonomen Nervensystems auf die Herzaktion wider und gibt neue Ansätze für die Trainingssteuerung. Bisher wurden Schwellenkonzepte auf Grundlage der Herzfrequenzvariabilität hauptsächlich bei Sportlern getestet. Besonders für untrainierte und übergewichtige/fettleibige Patienten könnte die Trainingssteuerung mittels HRV von Vorteil sein, da es für sie nur wenige Trainingsempfehlungen hinsichtlich der Belastungsintensität gibt. Die Studie wendete erstmals HRV-Schwellenkonzepte bei diesem Probandenklientel an und nutzte neue nicht lineare Analyseparameter zur Auswertung.
Zum Vergleich wurde eine klassische Laktatleistungsdiagnostik durchgeführt.

Methodik: 28 gesunde, (jeweils 14) übergewichtige/adipöse Probanden (14 ♀, 14 ♂; Alter: 38,5 +/- 13,1 Jahre; Gewicht: 96,4 kg +/- 16,7 kg; BMI: 30,9 +/- 4,4 kg/m²; Körperfett: 29,2 +/- 4,3%; Bauchumfang 107,8 +/- 10,9 cm) durchliefen eine doppelstufenförmig, ansteigende Belastungsuntersuchung auf dem Fahrradergometer mit anschließendem Dauerbelastungsstest zur Validierung der Laktatschwelle. Mittels EKG erfolgte die kontinuierliche Aufzeichnung der Herzaktion. Die HRV-Auswertung wurde über den Poincaré Plot realisiert. Aus den Kurvenverläufen der genannten Parameter wurden verschiedene Schwellenkonzepte visuell heraus gearbeitet und als absolute und relative Leistung angegeben. Diese wurden anschließend in einer Varianzanalyse und mit Hilfe von Bland-Altman Plots mit den validierten Laktatschwellen (MLSS) verglichen.

Ergebnisse: Es konnten mit allen HRV-Parametern Schwellenkonzepte herausgearbeitet werden. Dabei besteht ein hoher Zusammenhang zur validierten Laktatschwelle, tendenziell überschätzen die HRV-Schwellenkonzepte die Laktatschwelle jedoch. Die geringste prozentuale Abweichung im Mittelwert-Vergleich ergab sich zwischen dem Langzeitvariabilitätsmarker SOL/Hf und der MLSS mit 19,8 +/- 15,8%. Die Parameter der Kurzzeit- und Gesamtvariabilität SOQ und SDNN, sowie der sympatho-vagalen Balance (SOL/SOQ) zeigten Abweichungen zur MLSS von über 20 %.

Diskussion: Woher die beschriebenen Abweichungen zwischen beiden Schwellenkonzepten stammen ist nicht ersichtlich. In vergleichenden Studien mit unterschiedlichem Versuchsaufbau konnten höhere Korrelationen festgestellt werden. Die HRV ist Ausdruck eines sehr komplexen Zusammenspiels verschiedener Komponenten des vegetativen Nervensystems. Weitere Studien mit identischer Methodik sind erforderlich um heraus zu finden, ob das vermehrte Körperfett oder z.B. bisher nicht demaskierte Schädigungen des Herzens hierfür ursächlich sind. Trotzdem scheint eine Anwendung der HRV bei der Trainingssteuerung (zumindest als zusätzlicher Marker) sehr sinnvoll. Bei Übergewichtigen besteht bereits unter Ruhebedingungen eine verminderte HRV durch eine sympathische Überaktivität.

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