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URN: urn:nbn:de:gbv:18-84890
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8489/


Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda im 13. Jahrhundert : eine Untersuchung zur politischen Sangspruchdichtung

Public relations and propaganda in the 13th century

Brückner, Jane

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SWD-Schlagwörter: Spruchdichtung , Öffentlichkeitsarbeit , Propaganda , Systemtheorie , Politische Literatur , Mittelalter , Mittelhochdeutsch
Basisklassifikation: 05.12 , 05. 20 , 05.31 , 17.71 , 17.83
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Baisch, Martin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.02.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 09.05.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Untersuchung unternimmt den Versuch, die germanistischen Methoden der Textanalyse mit einem kommunikationswissenschaftlichen Beschreibungsvokabular zu erweitern, um den kommunikativen Funktionen der politischen Sangspruchdichtung des 13. Jahrhunderts näher zu kommen. Öffentlichkeitsarbeit wird dabei von ihren persuasiven Nachbarn Propaganda und Werbung unterschieden, deren Gemeinsamkeiten und Überschneidungen Rechnung getragen wird, indem nicht nur die unterschiedlichen Kommunikationsrichtungen und -ziele in den Textanalysen benannt werden, sondern eben auch Kommunikationsmodi herausgestellt werden, die anderen Typen der persuasiven Kommunikation als der der Öffentlichkeitsarbeit zuzurechnen sind. Es stellt sich heraus, dass die Persuasionstechniken der Sangspruchtexte des 13. Jahrhunderts mit dem Begriff der Öffentlichkeitsarbeit umfassender und treffender gefasst werden können als mit dem Begriff Propaganda. Brückner zeigt in einzelnen Textuntersuchungen, dass die spezifische Polyvalenz im Verstehensprozess neben den oftmals nur graduellen Unterschieden innerhalb der Kommunikationsmodi und -werkzeuge die politischen Sangspruchtexte des 13. Jahrhunderts dem Funktionsfeld der Öffentlichkeitsarbeit näher rücken als dem der Propaganda. Dabei wird deutlich, dass der politische Sangspruch des 13. Jahrhunderts eigene Inklusionsregeln etabliert, denen die Differenz von Sinn und Text als Wahrscheinlichkeitskatalysator für das Gelingen von Kommunikation dient, indem sie Wahrnehmungsmöglichkeiten ihrer politischen Themen ordnet und ausschließt.
Vor dem Hintergrund der Systemtheorie, die Kommunikation als grundlegendes soziales Phänomen bestimmt, zeugen die Texte von einer Funktionserweiterung innerhalb ihren kommunikativen Möglichkeiten. Durch spezifischen Kommunikationsleistungen für die Gesellschaft des 13. Jahrhunderts, die die Imagearbeit, das Konfliktmanagement, die Emotionalisierung und das Involvement, die Vertrauens- und Vermittlungsarbeit sowie die Traditionskommunikation umfassen, wird deutlich, dass die untersuchten Sangspruchtexte als Kommunikationsform des politischen Bereichs polyfunktional angelegt sind. Sie bleiben jedoch über ihre Konfliktthematisierung zusätzlich an das politische System gekoppelt und wirken hierfür normbewahrend.
Über die Erweiterung der Kommunikationsfunktion bringt die politische Sangspruchdichtung des 13. Jahrhunderts eine eigene Öffentlichkeit hervor, die durch Öffentlichkeitsarbeit gesteuert wird.
Kurzfassung auf Englisch: The techniques of persuasion of the Sangspruch-texts of the 13th century can be caught with concept of the public relations more extensively and more appropriately than with the concept of Propaganda.
With examinations of some texts Brückner shows that in the process of understanding the specific polyvalence brings the texts closer to the functional field of public relations than that of propaganda, beside the often only gradual differences within the communication modes and communication tools.
The political Sangspruch of the 13th century establishes its own inclusion rules, which are serving the difference of sense and text as a catalyst for the success of the communication, while it orders and excludes perception possibilities of its political subjects.
The texts of the Sangspruch are backed by a basic difference of politics and religion, which is aesthetically composed and elaborated in the modus of the mediation work.
In the context of the Systemtheorie on which the communication is determined as a basic social phenomenon, the texts show an enlargement, here in their functional possibilities of communication. As it could be shown, they are neither obliged to a one-direction communication mode, nor can they be reduced to a persuasive communication form of the Propaganda, in spite of her nearness to pragmatism.
The aesthetic communication form ‒ the Sangspruch ‒ takes over new social functions for the society of the 13th century: These include the management of attention as a navigation of political conflicts, the meaning management as a mediation work between foreign-image and selfimage of political actors and organizations, the strategy management in relation to chances and risks of the communication of political conflicts.

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