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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-85510
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8551/


Kriterienbasierte Evaluation von Internetauftritten niedergelassener Kieferorthopäden

Katzer, Lukasz Daniel

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Evaluation , Kieferorthopädie , Internet , Website
Freie Schlagwörter (Deutsch): Arztsuche
Basisklassifikation: 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kahl-Nieke, Bärbel (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.04.2017
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 13.06.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung
Die gesundheitsbezogene Nutzung des Internets ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Patienten bietet das Internet neben Informationen zu Krankheiten und Therapiemöglichkeiten ebenfalls die Möglichkeit zur Zahnarztsuche anhand von Arztverzeichnissen oder Internetauftritten. Niedergelassenen Zahnärzten dient die eigene Webpräsenz als wichtiges Instrument zur Vermarktung und der Rekrutierung neuer Patienten. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung der Praxis-Websites niedergelassener Kieferorthopäden – spezialisierter Zahnmediziner - im Hinblick auf Patientenorientierung und Marketingstrukturen.

Material und Methoden
Innerhalb der Zahnarztsuchfunktion der Internetauftritte der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern wurden die dort aufgelisteten Kieferorthopäden in fünf deutschen Bundesländern in Bezug auf die Existenz eines Internetauftrittes untersucht. Anschließend wurden die Websites anhand 68 streng operationalisierter Kriterien bewertet und die Daten hypothesengeleitet ausgewertet. Die Hypothesen wurden mittels Varianzanalyse (ANOVA) in Bezug auf signifikante Einflussvariablen untersucht.

Ergebnisse
Über die Hälfte der in die Studie eingeschlossenen Kieferorthopäden (n=619) besaß eine Praxis-Website (59,5%). Der durchschnittliche Gesamstcore betrug 43,0% (29 Kriterien von 68). Zwischen den minimal und maximal erreichten Gesamstscores bestand ein Intervall von 13,2% bis 66,9%. Es bestanden regional im Vergleich Stadtstaat (66,8%) und Flächenland (55,2%) Unterschiede in der Anzahl von Internetauftritten (P=0,005), jedoch nicht zwischen den Gesamtscores (P=0,24). Das Geschlecht spielte keinerlei Rolle für die Existenz einer Website (P=0,43). Es konnten deutlich mehr Mehrzahnarztpraxen (59,4%) mit eigenem Internetauftritt gefunden werden als Einzelpraxen (40,6%). Therapiemöglichkeiten (74,7%) wurden deutlich häufiger angegeben als Informationen zu Diagnostik (25,7%) und Krankheitsbildern (30,8%). Die Implementierung von Links zu externen Internetseiten mit medizinischen Informationen ließ sich auf knapp der Hälfte der Internetseiten finden (47,3%). Links zu sozialen Netzwerken wurden hingegen kaum genutzt. Rechtliche Pflichtangaben werden nur von ungefähr der Hälfte der Websites erfüllt.

Schlussfolgerungen
Die Mehrzahl der Kieferorthopäden ist im Besitz einer eigenen Praxis-Website. Die in der Studie auf Inhalt und Umfang untersuchten Internetauftritte scheinen aufgrund der vorliegenden Ergebnisse einen Schwerpunkt auf Aspekte der Vermarktung zu setzen, bei den auf Patienteninteressen ausgelegten Informationsdienstleistungen scheint ein Optimierungsbedarf vorhanden zu sein. Insgesamt nutzen Kieferorthopäden nicht alle Möglichkeiten, die ein eigener Internetauftritt bietet, vollumfänglich aus. Der verwendete und vorgestellte Kriterienkatalog bietet niedergelassenen Kieferorthopäden die Möglichkeit der umfassenden objektiven Website-Bewertung ihres Internetauftritts. Eine Empfehlung der zuständigen Fachgesellschaft, die inhaltliche und rechtliche Aspekte eines Internetauftritts niedergelassener Kieferorthopäden berücksichtigt, wäre - auch zum Schutz ihrer Mitglieder - wünschenswert. Ergänzend zu den inhaltlichen Aspekten die diese Arbeit abdeckt, wären zukünftige Studien wünschenswert, welche die subjektive Patientenbewertung einer Website mit den Ergebnissen der Bewertung durch den vorliegenden Kriterienkatalog in Beziehung setzen.
Kurzfassung auf Englisch: Background
Health-related use of the Internet has increased markedly in recent years. The Internet offers patients not only information on diseases and therapy options, but also the possibility to search for dentists using physician directories or websites. For privately practicing dentists, having a website serves as an important tool for marketing and recruiting new patients. The aim of this study was to analyze the websites of privately practicing orthodontists in terms of patient-centeredness and marketing structures.

Methods
The orthodontists listed on the websites of the dental medical associations (Zahnärztekammern) and associations of statutory health insurance physicians (Kassenzahnärztliche Vereinigungen) in five German states were investigated for the presence of websites using the search functions for finding dentists. The orthodontists’ websites were then evaluated according to 68 strictly operationalized criteria and the data analyzed based on hypotheses. The hypotheses were tested using variance analysis (ANOVA) in regard to significant predictor variables.

Results
Over half of the orthodontists included in this study (n=619) have a website for their practice (59.5%). The mean overall score was 43.0% (29 criteria of 68). Between the minimum and maximum scores is an interval of 13.2%-66.9%. There are regional differences in the number of websites (P=0.005) when comparing city states (66.8%) and territorial states (55.2%); however, there were no differences in the overall scores (P=0.24). Gender played no role at all concerning the existence of a website (P=0.43). Distinctly more practices with multiple dentists (59.4%) were found to have a website in comparison to practices consisting of a single dentist (40.6%). Information on therapy options (74.7%) was given much more frequently than information on diagnostics (25.7%) or clinical pictures (30.8%). Links to social networking websites were hardly found. Mandatory information required by law was present on only about half of the websites.

Conclusion
The majority of orthodontists have a website dedicated to their practice. The Internet sites investigated by this study regarding content and scope seem to be especially focused on marketing aspects; a need for improvement appears to exist in terms of the information focusing on patient interests. Overall, orthodontists hardly make full use of all the possibilities offered by having a website. The list of criteria applied here offers orthodontists an opportunity to extensively and objectively evaluate their web pages. Recommendations for orthodontists from the competent professional associations are desirable concerning aspects related to content and the legal requirements affecting websites. In future, it would be worth investigating if the subjective patient evaluation of a website is connected to the results of this study.

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