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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-86988
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8698/


Wahrnehmung von medizinischen Fachrichtungen in Witz und Wirklichkeit

Perception of Medical Specialties in Jokes and Reality

Pyra, Martin

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SWD-Schlagwörter: Medizin , Vorurteil , Professionalität , Identität , Stereotyp , Student
Basisklassifikation: 44.04 , 44.99
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Harendza, Sigrid (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.08.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 01.09.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Im öffentlichen Raum kursieren viele Witze, die Ärzten verschiedener Fachrichtungen in humoristischer Weise stereotypische Eigenschaften unterstellen. Ob und wann sich welche Eindrücke zu ärztlichen Fachrichtungen bei Medizinstudierenden etablieren, ist bisher nicht bekannt. Ziel der Studie war es daher, die Ausprägung von Stereotypen zu ärztlichen Fachrichtungen in verschiedenen Phasen des Medizinstudiums zu untersuchen.

In einer Internetrecherche wurden 152 inhaltlich verschiedene Witze mit Aussagen über Eigenschaften von Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen ermittelt. Die insgesamt 36 Eigenschaften der fünf Fachrichtungen Allgemeinchirurgie, Anästhesie, Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie bildeten die Basis für die Entwicklung eines Onlinefragebogens mit einer Zuordnungsmöglichkeit der Eigenschaften zu den Fachrichtungen. An der Onlinebefragung beteiligten sich 308 (30,8%) der 999 eingeladenen Medizinstudierenden im ersten und siebten Semester und im Praktischen Jahr, die die Eigenschaften den Fachrichtungen zuordneten. Die statistische Auswertung erfolgte durch eine univariate Varianzanalyse (ANOVA).

Am häufigsten (> 50%) wurden die Eigenschaften insgesamt bei den Allgemeinchirurgen und Psychiatern kongruent zugeordnet. Bei den Internisten und Orthopäden bestand eine signifikant kongruentere Zuordnung der Eigenschaften im Praktischen Jahr im Vergleich zum ersten Semester. Männliche Medizinstudierende ordneten die Eigenschaften von Anästhesisten und Internisten signifikant kongruenter zu als weibliche Medizinstudierende. Die drei Eigenschaften „…sind ein bisschen „schwer von Begriff““, „…halten Geld für relativ bedeutungslos“ und „…entschuldigen sich viel“ wurden zu > 50% keiner der fünf Fachrichtungen zugeordnet.

Die den verschiedenen Fachrichtungen in Witzen zugeschriebenen Eigenschaften scheinen somit zum Teil (Allgemeinchirurgie, Psychiatrie) in der Allgemeinbevölkerung als Stereotype zu bestehen und sich zu einem anderen Teil (Innere Medizin, Orthopädie) während des Medizinstudiums zu Stereotypen zu entwickeln. Es ist zu vermuten, dass die Ausprägung von Stereotypen einen Einfluss auf die spätere Wahl des Weiterbildungsfaches haben könnte. Die Dozierenden sollten sich bestehender Stereotype bewusst sein, um negativen Rollenvorbildern entgegenzuwirken. Es wäre zu empfehlen, eine Studie auch mit Ärztinnen und Ärzten der hier untersuchten Fachrichtungen durchzuführen, um Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu erfassen und gegebenenfalls unpassendes Verhalten und Vorurteile gegenüber den anderen Fachrichtungen zu ermitteln.
Kurzfassung auf Englisch: Many jokes exist about stereotypical attributes of physicians in various specialties. It is unknown what impression medical students have about different specialties and when these occur. The goal of this study was to analyze the degree of stereotypes that exist about medical specialties amongst medical students at different stages of their education.

152 jokes with different content about attributes of doctors in different specialties were found through an Internet search. In total, 36 characteristics of the five specialties of anesthesia, general surgery, internal medicine, orthopedic surgery and psychiatry constituted the basis for the development of an online questionnaire. The questionnaire allowed each characteristic to be assigned to one of the five specialties. 308 (30.8%) of the 999 invited undergraduate medical students who were in their first semester, seventh semester, and final year of studies participated in the survey. The statistical evaluation was performed by a univariate analysis of variance (ANOVA).

The characteristics of general surgeons and psychiatrists were assigned congruently most frequently (>50%). For internists and orthopedic surgeons, there was a significantly more congruent assignment of the characteristics by the final year students versus first semester students. Male students assigned the characteristics of anesthetists and internists significantly more congruently than female students. The three characteristics “…are a bit slow on the uptake”, “…consider income to be relatively unimportant”, and “...apologize a lot” were not assigned to any of the five specialties in >50% of responses.

The characteristics ascribed in jokes to the various specialties sometimes appear to exist as stereotypes in the general population (general surgery and psychiatry), while other stereotypes seem to develop during medical education (internal medicine, orthopedic surgery). It can be assumed that the formation of stereotypes might influence the specialty choice by medical graduates. Medical educators should be aware of existing stereotypes in order to avoid being a negative role model. It would also be advisable to carry out a study with physicians of the five specialties investigated in this study to assess self-awareness and perception, and, if applicable, to identify inappropriate behavior and prejudice against other specialties.

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