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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-86990
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8699/


Nutzen der routinemäßigen Kultur der bronchoalveolären Lavage auf Tuberkulose im Rahmen bronchoskopischer Diagnostik

The benefit of routine testing of bronchoalveolar lavage for tuberculosis during bronchoscopy

Acuna Jara, Marie Therese

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SWD-Schlagwörter: Bronchoskopie , Tuberkulose
Freie Schlagwörter (Deutsch): bronchoalveoläre Lavage
Freie Schlagwörter (Englisch): broncholalveolar lavage , bronchoscopy , tuberculosis
Basisklassifikation: 44.84 , 44.75 , 44.61
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bokemeyer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.07.2017
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 05.09.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: In vielen medizinischen Einrichtungen wird bei jeder Bronchoskopie routinemäßig eine Diagnostik der BAL-Flüssigkeit auf Tuberkulose durchgeführt, auch wenn kein Verdacht auf eine Infektion mit Mykobakterien besteht. Dieses Vorgehen wird auch in Ländern mit geringer Tuberkuloseprävalenz praktiziert, obwohl der Nutzen im Verhältnis zum benötigten Arbeits-und Kostenaufwand nicht sicher bewiesen ist.
Material und Methoden: Eine retrospektive, nicht-interventionelle Studie wurde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt. Sie analysierte Daten von 1.004 Patienten, die sich in dem Zeitraum von Januar 2009 bis Januar 2011 einer Bronchoskopie mit anschließender Tuberkulosediagnostik der BAL-Flüssigkeit unterzogen hatten. Neben der Auswertung der Ergebnisse der BAL-Diagnostik wurden demographische Daten, Informationen zu vorhandenen Symptomen, Nebendiagnosen, sozialer Situation und Befunde von Röntgenthoraxaufnahmen und Computertomographien erhoben.
Ergebnisse: In dem Zeitraum von Januar 2009 bis Januar 2011 wurden 1.004 Patienten bronchoskopiert. 17 Patienten (1,7 %) waren an Lungentuberkulose erkrankt. Neun Patienten (0,9%) hatten eine extrapulmonale Tuberkulose wovon sieben Patienten ausschließlich eine extrapulmonale Tuberkulose und zwei Patienten sowohl eine Lungentuberkulose als auch eine extrapulmonale Tuberkulose hatten. Kein Patient, bei dem sich eine Raumforderung in der Computertomographie zeigte, hatte einen positiven Tuberkulosestatus. In der Zytologie der BAL-Flüssigkeit und der Histologie der transbronchialen Biopsie konnten bei den an Tuberkulose erkrankten Patienten keine Hinweise auf maligne Zellen gefunden werden. Symptome wie Husten, Fieber, B-Symptomatik und Hämoptysen traten bei Patienten mit Lungentuberkulose vermehrt auf. 76% der Patienten mit einer Lungentuberkulose kamen aus einem Endemiegebiet für Tuberkulose oder hatten sich dort aufgehalten. Nur ein Tuberkulosepatient hatte einen negativen IGRA. Hätte man nur bei den Patienten mit einer Raumforderung in der CT oder einen negativen IGRA darauf verzichtet eine Diagnostik der BAL-Flüssigkeit auf Tuberkulose durchzuführen, hätten 9.325 Euro gespart werden können.
Fazit: In einer Region, wie Hamburg, mit einer niedrigen Tuberkuloseprävalenz erscheint es nicht sinnvoll bei jeder Bronchoskopie Diagnostik der BAL-Flüssigkeit auf Tuberkulose zu betreiben. Durch eine umfassende Anamnese sollte das Risikoprofil für Tuberkulose ermittelt werden. Mithilfe dieser Informationen und unter Berücksichtigung der Gründe für die Bronchoskopie sollte der Untersucher entscheiden, ob eine Diagnostik der BAL-Flüssigkeit auf Tuberkulose durchgeführt werden sollte. Letztendlich kann die Hamburger Studie keinen sicheren Nachweis geben, wann eine weitere Diagnostik auf Tuberkulose im Rahmen einer Bronchoskopie sinnvoll ist. Hierfür bedarf es weiterer prospektiver Studien.
Kurzfassung auf Englisch: Backround: In many hospitals routine testing of bronchoalveolar lavage for tuberculosis during bronchoscopy is common even when there is no suspect of infection with mycobacterium tuberculosis. This procedure is also practiced in regions with a low prevalence for tuberculosis and the utility in comparision to the costs is not surely proved.
Material and methods: A retrospective, non-interventional study was enrolled at the univer-sity hospital Hamburg-Eppendorf (Germany). Data from 1.004 patients that underwent bronchoscopy and testing of bronchoalveolar lavage for tuberculosis between January 2009 and January 2011 were collected. Futhermore demographic data, information about symptoms, other diagnosis, social situation and radiographic findings of the patients were analysed.
Results: 1004 patients underwent bronchoscopy between January 2009 and January 2011. 17 (1,7%) had pulmonary tuberculosis. Nine (0,9%) patients suffered from an extra-pulmonary tuberculosis. Seven of them had only extrapulmonary tuberculosis, two of them had pulmonary and extrapulmonary tuberculosis. None of the patients positive for tuberculosis had a pulmonary mass in the computed tomography or signs of malignancy in the cytology of the bronchoalveolar lavage or the histology of the transbronchial biopsy specimens. Symptoms like cough, fever, weight loss, night sweat and haemoptysis were more common in patients with pulmonary tuberculosis. 76% of the patients with pulmonary tuberculosis have been residents in endemic areas for tuberculosis or have visited this areas. Only one patient with pulmonary tuberculosis had a negative IGRA. If the testing for tuberculosis in bronchoalveolar lavage of patients with pulmonary mass and with a negative IGRA had been avoided, 9325€ could have been saved.
Conclusion: It does not seem mandatory to test bronchoalveolar lavage for tuberculosis of all patients undergoing bronchoscopy in a region like Hamburg with a low prevalence for tuberculosis. Basing on a complete history a risk profile should be developed and respecting the profile and the reasons for the bronchoscopy the physician who does the bronchoscopy shall decide if further testing for tuberculosis of the bronchoalveolar lavage is indicated. Finally the study done in Hamburg cannot completely prove whether testing of alveolar lavage for tuberculosis during bronchoscopy is useful. There is a need of further prospective studies.

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