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URN: urn:nbn:de:gbv:18-89462
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Bedingungen der Sprachentwicklung – Welche Rolle spielt dabei die soziale Kompetenz? Eine quantitative Analyse der Interdependenz von rezeptiven sprachlichen und sozialen Kompetenzen am Übergang in die Grundschule

Conditions of language development - What role does social competence play in language development? A quantitative analysis of the interdependence of receptive language and social skills at the transition to primary school

Szczerba, Marlena Natalia

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SWD-Schlagwörter: Sozialkompetenz , Sprachkompetenz , Kindergarten , Übergang , Grundschule , Interdependenz , Längsschnittuntersuchung
Freie Schlagwörter (Englisch): language development , social competence , quantitative analysis , early childhood , longitudinal study
Basisklassifikation: 17.31 , 81.81 , 81.05
Institut: Erziehungswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schwippert, Knut (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.07.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 27.02.2018
Kurzfassung auf Deutsch: „Die Sprache ist zentral für das menschliche Leben“ (Grimm, 2012, S. 15). Sie ist als eine der wichtigsten Voraussetzungen für Entwicklungs- und Bildungsprozesse anzusehen und stellt eine wesentliche Determinante für den schulischen Erfolg dar (Blossfeld et al., 2012). Ihre Förderung bildet zusammen mit der Förderung der sozialen Kompetenz eines der zentralen Lernziele in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung und in der Schule. In der Forschung lassen sich Hinweise darauf finden, dass sich die beiden Entwicklungsbereiche in einer wechselseitigen Beziehung zueinander befinden (u.a. zusammenfassend Grimm, 2012). Wenngleich die Auswirkungen der sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf das Sozialverhalten relativ gut erforscht sind, thematisieren vergleichsweise wenige Studien die Bedeutung der sozialen Kompetenz für die Sprachentwicklung im Vorschulalter. Sozial-interaktionistische Ansätze des Spracherwerbs unterstreichen die Bedeutung der sozialen Interaktionen für den Spracherwerb (u.a. Karmiloff-Smith, 1992). Effektivität in Interaktionen stellt andererseits, laut des Modells der sozialen Kompetenz von Rose-Krasnor und Denham (2011), einen Indikator für kompetentes Sozialverhalten dar. Wenn also Sprache in Interaktionen gelernt wird, muss das Kind über soziale Kompetenzen verfügen, um erfolgreich an Interaktionen teilzunehmen zu können (u.a. Denham, 2006). Das Forschungsinteresse der vorliegenden Arbeit liegt in besonderer Weise in der Klärung der Bedeutung der Eingebundenheit in Peerinteraktionen für die Sprachentwicklung. Dabei werden Peerinteraktionen als eine Ressource der sprachlichen Bildung verstanden.
In der vorliegenden Arbeit werden anhand empirischer Sekundäranalysen der Längsschnittdaten der zweiten Startkohorte des Nationalen Bildungspanels (National Educational Panel Study (NEPS)) „Frühe Bildung in Kindergarten und Grundschule“ reziproke Zusammenhänge der sprachlichen und sozialen Kompetenzen am Übergang in die Grundschule untersucht. Die Stichprobe setzt sich aus 520 Kindern zusammen, für die Kompetenzdaten aus allen drei Erhebungswellen beginnend mit dem vorletzten Kindergartenjahr bis zur ersten Grundschulklasse vorliegen. Neben den individuellen Voraussetzungen der Sprachentwicklung (beispielsweise das phonologische Arbeitsgedächtnis) und der sozialen Kompetenz werden bei der Untersuchung der Zusammenhänge außerdem – der Bronfenbrenn´schen bioökologischen Theorie der menschlichen Entwicklung (Bronfenbrenner & Morris, 2006) folgend – Beziehungen des Kindes mit seiner sozialen Umwelt in Form familiärer (z.B. soziale und ethnische Herkunft) und institutioneller Einflüsse berücksichtigt (z.B. Einrichtungszusammensetzung, Häufigkeit der Beschäftigung mit Büchern oder Berufserfahrung der pädagogischen Gruppenleitung). Für diese Zwecke wurden die in der Wissenschaft als zentral angesehenen Voraussetzungen sowie familiäre und institutionelle Bedingungen der Sprachentwicklung in komplexen Pfad- und Strukturgleichungsmodellen simultan analysiert.
Die Ergebnisse liefern – unter Berücksichtigung der methodischen Einschränkungen (u.a. mangelnde Repräsentativität der Stichprobe) – unter Kontrolle der individuellen und familiären Hintergrundmerkmale empirische Hinweise auf die Bedeutung der sozialen Interaktionen mit Peers für die sprachliche Kompetenz bei Kindern. Aus den empirischen Analysen geht hervor, dass die Eingebundenheit der Kinder mit vergleichsweise geringerem Hörverstehen auf Wortebene in Interaktionen mit Gleichaltrigen ihr Wortverständnis zwei Jahre später vorhersagen kann. Zudem weisen die Ergebnisse auf die Bedeutung der sozialen Zusammensetzung der frühkindlichen Bildungseinrichtungen für die gleichen Startchancen bei Schuleintritt hin. Damit gibt die vorliegende Arbeit Anhaltspunkte für den Einsatz von sprachlich kompetenten Peers als Ressource für die sprachliche Bildung und Sprachförderung in Institutionen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung.
Blossfeld, H.-P., Bos, W., Daniel, H.-D., Hannover, B., Lenzen, D., Prenzel, M., Roßbach, H.-G., Tippelt, R. & Wößmann, L. (2012). Professionalisierung in der Frühpädagogik. Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten. Münster: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Bronfenbrenner, U. & Morris, P. (2006). The bioecological model of human development. In R. M. Lerner & W. Damon (Hrsg.), Theoretical models of human development (Handbook of Child Psychology) (S. 793−828). Hoboken: John Wiley & Sons.
Denham, S. A. (2006). Social-emotional competence as support for school readiness. What is it and how do we assess it? Early Education and Development, 17 (1), 57–89.
Grimm, H. (2012). Störungen der Sprachentwicklung. Grundlagen, Ursachen, Diagnose, Intervention, Prävention (3. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Karmiloff-Smith, A. (1992). Beyond modularity. A developmental perspective on cognitive science. Cambridge: MIT Press.
Rose-Krasnor, L. & Denham, S. A. (2011). Social-emotional competence in early childhood. In K. H. Rubin, W. M. Bukowski & B. Laursen (Hrsg.), Handbook of peer interactions, relationships, and groups (S. 162−179). New York: The Guilford Press.
Kurzfassung auf Englisch: Language is essential for human life (Grimm, 2012). Hence, it is one of the most important requirements for developmental and learning processes and a substantial determinant for academic success (Blossfeld et al., 2012). Language development as well as the development of social skills belongs to the central goals of early childhood education as well as school education. Previous research results indicate that social skills and language relate reciprocity with each other (i.a. Grimm, 2012). The relation from language skills on social skills has been analyzed quite frequently. However, only a few studies make the relation of social skills on language development a subject of discussion for children in preschool age. Based on social-interactivistic view of language acquisition it is underlined that social interactions are relevant for the acquisition of language (i.a. Karmiloff-Smith, 1992). Effectiveness in social interactions – based on the model of social competence by Rose-Krasnor und Denham (2011) – can also be understood as an indicator for competent social behavior. Therefore if language is learned in social interactions, children need to be socially competent to be able to participate successfully in interactions (i.a. Denham, 2006). This current study focusses on the meaning of the participation in peer interactions as a resource for language development.
The analysis is based on the second cohort of the National Education Panel Study (NEPS) „From kindergarten to elementary school“. Hence, a secondary analysis of longitudinal data is conducted and reciprocal associations between language and social competences are analyzed of children in the transmission from Kindergarten to primary school. The sample consists of 520 children. Therefore, assessment data exist of children from three waves starting in the first Kindergarten year until the first year in primary school. In this analysis concepts of the individual prerequisites for language development (e.g. phonological working memory) and social competence are applied. Hence, influences of the family (e.g. social and ethnic background) and early childhood education and care institution on language development (e.g. socioeconomic composition of preschool classrooms, frequency of using books as well as years of work experience of preschool teachers) are analyzed applying structural equation models.
The results allow statements about the impact of the social interactions with peers for the development of language competence of children taking the individual and family background information into account. Results show that children with smaller receptive vocabularies that engage in peer interactions have stronger language gains two years later. Moreover, it can be claimed that the social compositions of the Kindergarten is meaningful for equal opportunities for children when they start school. Hence, the results of this study indicate that competent speakers are resourceful for the language education and promotion in early childhood settings.

Blossfeld, H.-P., Bos, W., Daniel, H.-D., Hannover, B., Lenzen, D., Prenzel, M., Roßbach, H.-G., Tippelt, R. & Wößmann, L. (2012). Professionalisierung in der Frühpädagogik. Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten. Münster: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Denham, S. A. (2006). Social-emotional competence as support for school readiness. What is it and how do we assess it? Early Education and Development, 17 (1), 57–89.
Grimm, H. (2012). Störungen der Sprachentwicklung. Grundlagen, Ursachen, Diagnose, Intervention, Prävention (3. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Karmiloff-Smith, A. (1992). Beyond modularity. A developmental perspective on cognitive science. Cambridge: MIT Press.
Rose-Krasnor, L. & Denham, S. A. (2011). Social-emotional competence in early childhood. In K. H. Rubin, W. M. Bukowski & B. Laursen (Hrsg.), Handbook of peer interactions, relationships, and groups (S. 162−179). New York: The Guilford Press.

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