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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-89870
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/8987/


Obsessionen in Luis Buñuels Literaturverfilmungen und ihren literarischen Vorlagen : Él, Ensayo de un crimen, Belle de jour, Cet obscur objet du désir

Obsessions in Luis Buñuel's filmic adaptations and their literary sources : Él, Ensayo de un crimen, Belle de jour, Cet obscur objet du désir

Talke, Jana

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SWD-Schlagwörter: Intermedialität , Literaturverfilmung , Psychoanalyse , Romanistik
Freie Schlagwörter (Deutsch): Bunuel , Freud , Adaption
Freie Schlagwörter (Englisch): intermediality , psychoanalysis , adaptation
Basisklassifikation: 18.20
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Französisch, romanische Sprachen allgemein
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Neumann, Martin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.07.2016
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 13.02.2018
Kurzfassung auf Deutsch: In meiner Dissertationsschrift habe ich anhand eines von mir weiterentwickelten und optimierten Analyseinstrumentariums für Literaturverfilmungen vier Filme Luis Buñuels mit ihren Vorlagenromanen vergleichen. Das Instrumentarium beruht auf dem dreistufigen Intermedialitätsmodell von Irina Rajewsky (Intermedialität, 2000). Im ersten Schritt, genannt „Medienwechsel“ wurden die histoire- und die discours-Ebenen von Roman und Film verglichen, im zweiten die „intermedialen Bezüge“ der Werke behandelt und im dritten, der „Medienkombination“, filmwissenschaftliche Spezifika herausgearbeitet. Für die narratologischen Untersuchungen wurden vor allem Sabine Schlickers’ (Verfilmtes Erzählen, 1997) und Markus Kuhns (Filmnarratologie, 2011) Arbeiten herangezogen, für die filmwissenschaftlichen Erkenntnisse primär die von Knut Hickethier (u.a. Film- und Fernsehanalyse, 1993).
Neu an dieser Methode sind die Übertragung des Modells auf Literaturverfilmungen, die kombinierte Untersuchung der historie- und der disocurs-Ebene bei filmischen Adaptionen (bisher konzertieren sich vergleichbare Arbeiten stets auf eine der Seiten) unter Einbeziehung des Drehbuchs in die histoire-Analysen, sowie der starke Fokus auf die intermedialen Bezüge. Rezeptionsseitige Erkenntnisse, eingebettet in den dritten Teil, haben hier außerdem einen hohen Stellenwert erhalten. Ferner ist die Betrachtungsweise der hier acht behandelten Werke unter dem Aspekt der Obsessionen neu. Verfolgt wird eine aktualisierte Sicht auf das Phänomen Literaturverfilmungen und eine neue Perspektive der Werke Buñuels, welche bis jetzt wenig mit der filmischen Adaption literarischer Texte assoziiert werden. Die Gegenüberstellung der Romane mit ihren Verfilmungen illustriert, wie bei einem Medienwechsel die Geschichte - ohne ihr ursprüngliches Potential zu verlieren - reaktiviert und neugestaltet (im Sinne Eugenio Spedicatos, Literaturverfilmung, 2008) werden kann. Das hier erarbeitete Modell soll auf andere intermediale Adaptionsphänomene wie Literaturopern, Musicalverfilmungen etc. übertragbar sein.
Die zu untersuchenden Werke sind, wie bereits erwähnt, thematisch miteinander verwoben: sowohl die Filme Él, (1953), Ensayo de un crimen (1955), Belle de Jour (1967) und Cet obscur objet du désir (1977) als auch ihre Vorlagen Mercedes Pintos Él (1926), Rodolfo Usiglis Ensayo de un crimen (1944), Joseph Kessels Belle de Jour (1928) und Pierre Louÿs‘ La femme et le pantin (1898) haben Obsessionen zum Hauptthema. Dieses wird dreimal aus männlicher und einmal aus weiblicher Perspektive (bei Belle de jour) dargestellt – vor allem durch Phantasmen, Fetischismen, krankhafte Eifersucht und grenzenlose Begierde. Dies ist ein komplexes Thema, für welches Werke von Giacomo Casanova bis Sigmund Freud einbezogen wurden, welches im künstlerischen Diskurs des 20. Jahrhunderts besonders wichtig wird und heute auch aus der genderzentrierten Perspektive betrachtet werden muss. Die vorliegende Arbeit berücksichtigt sowohl die Psychoanalyse als auch die Queer Studies um zu einem differenzierten Bild von dem Obsessions-Diskurs in diesen Werken zu kommen.
Kurzfassung auf Englisch: In my PHD thesis I compared four filmic adaptations by Luis Buñuel with the novels they are based upon by using an analysis method that I enhanced by relying on Irina Rajewsky’s Intermediality (2002). The analysis is composed of three steps, the first of them being a narrative examination of the novels and the movies. Secondly, the intermedial relations in both text and film are being explored and thirdly, the focus is shifted towards the technical modes of cinema. For the narrative studies I relied on the works of Sabine Schlickers and Markus Kuhn, for film studies, I worked with Kunt Hickethier’s textbooks.
This thesis’s achievements lie in the modification of Rajewsky’s model for filmic adaptations, in the combination of the areas of hisoire and discourse, the utilization of the original scripts for the analysis and in the focus on intermedial relations. Furthermore, modes of reception are incorporated into the third step. In addition, the focus on the topic of obsessions in these particular works is a novelty. This thesis aims to update the perception of filmic adaptations and also on Buñuel’s works that have largely not been identified as such. Parallelizing the novels with their adaptations illustrates how, by shifting from literature to film, the story can be reactivated and recreated (see Eugenio Spedicato). The method of analysis presented here can be transferred on other types of adaptations such as literature operas, musical adaptations etc.
As already mentioned, the chosen novels and films share a common theme. Mercedes Pinto’s Él (1926), Rodolfo Usigli’s Ensayo de un crimen (1944), Joseph Kessel’s Belle de Jour (1928) and Pierre Louÿs’s La femme et le pantin (1898) as well as their adaptations by Buñuel - Él, (1953), Ensayo de un crimen (1955), Belle de Jour (1967) and Cet obscur objet du désir (1977) show a vaste variety of obsessions. Those works examine topics like fantasies, fetish, morbid jealousy and lust from male and also female (in Belle de jour) perspective. This complex topic that can be traced back from Giacomo Casanova to Sigmund Freud and has become a prominent issue in the artistic discourse of the 20th century and that also needs to be looked upon from the perspective of the Gender Studies. This thesis puts into consideration Freud’s Psychoanalysis as well as the Queer Studies to obtain a broad picture of the meaning of obsessions in the mentioned works.

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