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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-89895
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/8989/


Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Hemmnisse in der kollaborativen Versorgung depressiv erkrankter älterer Menschen : Ein qualitativ kontrastierender Fallvergleich der Patientenperspektive zur Evaluation der Studie GermanIMPACT (QualIMP)

Facilitators, challenges and barriers in the collaborative care management of late-life depression : a qualitative contrasting case comparison of the patient perspective to evaluate the study GermanIMPACT (QualIMP)

Kloppe, Thomas

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SWD-Schlagwörter: Depression , Altersdepression , Therapy , Therapie , Versorgung , Hausarzt , Allgemeinmedizin , Kooperation , Depressivität , Interview
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kollaborative Versorgung , Versorgungsforschung
Freie Schlagwörter (Englisch): Collaborative Care , Nurse-led interventions , Primary Care
Basisklassifikation: 44.07
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Scherer, Martin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.02.2018
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 22.02.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Negative gesellschaftliche Altersbilder, Selbststigmatisierungen, Symptom-überlagerungen mit somatischen Komorbiditäten sowie ein starker Zeitdruck in der primär-ärztlichen Versorgung, erschweren die Behandlung depressiver Störungen im Alter. Unbe-handelt können depressive Syndrome chronifizieren, sie werden dann zum Risikofaktor für viele weitere Erkrankungen und sie sind der Hauptgrund für die im Alter ansteigende Suizidrate. Für die Verbesserung der Versorgung wurde in Hamburg und Freiburg der kollaborati-ve Versorgungsansatz GermanIMPACT in einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie evaluiert. Darin boten nichtärztliche Therapiebegleiterinnen eine komplexe abgestufte telefonische Intervention aus Monitoring, Psychoedukation, Verhaltensaktivierung sowie der Vermittlung von Problemlösetechniken an. Diese Intervention war der alleinigen Behandlung durch den Hausarzt überlegen. 25,6 Prozent der Interventionsgruppe zeigten eine Remission der depressiven Symptomatik, verglichen mit 10,9 Prozent in der Kontrollgruppe. Dennoch, drei Viertel der Interventionspatienten/-innen erreichten keine zufriedenstellende Reduktion der Depressivität.
Fragestellung: Welche patientenspezifischen und interventionsspezifischen Moderatoren sind für eine erfolgreiche beziehungsweise für eine nicht erfolgreiche Intervention
verantwortlich?
Methodik: Problemzentrierte Interviews mit 26 Patientinnen und Patienten aus der
Interventionsgruppe. Diese wurden mit einer typenbildenden qualitativen Inhaltsanalyse strukturiert und in einem qualitativen kontrastierenden Fallvergleich hinsichtlich förderlicher und hinderlicher Faktoren, in Bezug auf die Intervention und die Symptomentwicklung untersucht.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass die Intervention insbesondere bei Personen mit einer spät aufgetretenen Depression, mit einem bis dahin ausgeprägten Sinn für Aktivitäten, mit unterstützenden Kontakten sowie mit wenig einschränkenden Komorbiditäten, einen positiven Einfluss auf die depressive Symptomatik hat. Schwer belastete Patienten/-innen mit einem früh aufgetretenen Auslöser der Depression konnten subjektiv in vielfältiger Weise von der Inanspruchnahme profitieren, aber ihre depressive Symptomatik zeigte keine Veränderung.
Diskussion: IMPACT, in seiner derzeitigen Form als konzeptionell niedrigschwellige
Intervention ist besonders geeignet für moderat belastete Personen. Ein Ausbau der Interventionsbestandteile könnte die Effektivität der Intervention erhöhen und die Versorgungssituation älterer depressiver Menschen verbessern.
Kurzfassung auf Englisch: Background: Treatment of depressive disorders in old age is hindered by several barriers, such as negative concepts of ageing, self-stigmatization, symptom overlays with somatic comorbidities and time pressure in primary care. Untreated depressive syndromes are more likely to become chronic, are risk factors for other diseases. Indeed, they are the main rea-son for the increase in the suicide rate in old age. To improve this condition, the so called collaborative care approach GermanIMPACT was evaluated in a cluster-randomized con-trolled study in Hamburg and Freiburg. In this approach non-medical therapists offered a complex stepped-care telephone intervention of monitoring, psychoeducation, behavioral activation, medication counseling and the mediation of problem-solving techniques. This intervention delivered by telephone was superior to the usual treatment by the family doc-tor. 25,6 percent of the intervention group showed a remission of depressive symptoms compared with 10,9 percent in the control group. Nevertheless, three quarters of the pa-tients in the intervention group did not achieve a satisfactory reduction in depression.
Question: Which patient- and intervention-specific moderators contribute to a successful intervention in the GermanIMPACT-study?
Methods: Problem-centered interviews with 26 patients from the intervention group were carried out. These were structured with a type-forming qualitative content analysis and ex-amined in a qualitative contrasting case comparison, regarding conducive and obstructive factors to the intervention and the symptom development.
Results: The telephone-intervention had a positive influence on the depressive symptoms, especially in individuals with late-onset depression, upbeat sense of activities, supportive contacts and limited comorbidity. In contrast, individuals with severe early onset depression could benefit subjectively in a variety of ways, but their depressive symptoms didn’t change.
Discussion: GermanIMPACT, in its current form as a conceptual low-threshold intervention, is suitable for moderately burdened individuals. Extending interventions could increase their effectiveness and improve the care situation of elderly depressed people.

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