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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91146
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9114/


Betriebliche Gesundheitsförderung mit organisiertem Betriebssport in deutschen Mittelstandsbetrieben - eine quantitative Studie

Workplace health promotion via organized company-facilitated sports activities in German middle-class enterprises - a quantitative study

Medjeral, Mathew

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SWD-Schlagwörter: Unternehmen , Fehlzeit , Bevölkerungsentwicklung , Leistungsfähigkeit , Klein- und Mittelbetrieb , Betriebssport , Betriebliche Gesundheitsförderung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Gesundheitsmanagement
Freie Schlagwörter (Englisch): Business , Absenteeism , Population , Performance , Small and Medium Business , Industrial Sports , Workplace Health Promotion , Intervention , Health
Basisklassifikation: 76.21 , 76.01 , 76.20 , 76.04 , 76.10
Institut: Sportwissenschaft
DDC-Sachgruppe: Sport
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Braumann, Klaus-Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.03.2018
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 04.05.2018
Kurzfassung auf Deutsch: In Unternehmen können sich bewegungsorientierte Maßnahmen positiv hinsichtlich der Verringerung von krankheitsbedingten Fehlzeiten sowie auf die Inzidenz und Prävalenz von Muskel- und Skeletterkrankungen auswirken. Im Zusammenhang mit dem zunehmend beobachteten volks- und arbeitswissenschaftlichen Phänomen des demografischen Wandels gewinnt eine Erhaltung der Leistungsfähigkeit von MitarbeiterInnen bis ins hohe Lebensalter aus ArbeitgeberInnensicht zunehmend an Relevanz. Dies gilt speziell für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), welche über 99 % der deutschen Unternehmen ausmachen. Ein Vehikel für entsprechende Aktivitäten ist der organisierte Betriebssport. Ziel der vorliegenden Studie ist es, auf Basis einer Auswahl von relevanten Studien mit einem gesonderten Hauptaugenmerk auf KMU sowie auf betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in diesem und größeren Unternehmensgrößensegmenten eine empirisch-quantitative Umfrage durchzuführen, mit welcher der Status quo des deutschen Betriebssports aus ArbeitgeberInnensicht in Unternehmen aller Größenordnungen, aber unter besonderer Berücksichtigung von KMU erhoben und seine aktuelle Rolle in Beziehung zu der modernen BGF ermittelt werden sollte. Zu beantworten war, warum Unternehmen den organisierten Betriebssport nicht viel öfter als Interventionswerkzeug der BGF einsetzen und wie der seit Jahrzehnten in Deutschland organisierte Betriebssport durch intensiveren Einsatz größere Bedeutung in der BGF erlangen könnte. 302 ArbeitgeberInnen nahmen bei einer Grundgesamtheit von N=5.000 Mitgliedsunternehmen des DBSV und des Hamburger BSV zwischen dem 13. November 2015 und dem 19. Mai 2016 an der Umfragestudie teil, darunter 123 aus KMU. Zwar stellte die TeilnehmerInnenanzahl keine repräsentative Stichprobe dar, es konnten aber wichtige tendenzielle Aussagen identifiziert werden.
Befragte ArbeitgeberInnen maßen dem Betriebssport generell einen positiven Einfluss auf die Gesundheit bei. Weiterhin bescheinigten jene aus KMU mit und ohne Betriebssport ein hohes Interesse ihrer Mitarbeiterinnen am Betriebssport, weshalb dieser nachweislich keine untergeordnete Rolle in den Unternehmen spielt. Es konnten ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten für den vermehrten Einsatz von Betriebssportangeboten identifiziert werden. Auffällig war, dass die KMU tendenziell weniger häufig gesundheitssportliche Betriebssportangebote als größere Unternehmen anbieten und tendenziell MitarbeiterInnen eine niedrige tatsächliche Teilnahmebereitschaft bescheinigt wird. In diesem Zusammenhang konnte festgestellt werden, dass nicht der Umfang, sondern die Darbietung des Angebots – auch im gesundheitssportlichen Segment – als tendenziell mangelhaft für eine ausreichende Wahrnehmung und Annahme durch die MitarbeiterInnen bewertet wurde. Als primäre Problemfelder bei der Einführung und Etablierung von Betriebssport und somit als zu verbessernde Bedingungen in den Unternehmen stellten sich ein finanzieller und logistischer Ressourcenmangel, das Fehlen von persönlichem Engagement, die fehlende Möglichkeit der Teilnahme während der Arbeitszeit, eine mangelnde Unterstützung durch das Unternehmen/Management, das Fehlen adäquater Räumlichkeiten, der Umfang des Angebotes und eine verbesserungswürdige interne Kommunikation heraus. Des Weiteren wurden mehr Informationen zu Förderungsmöglichkeiten, Kontakten mit ExpertInnen und einem hochwertigen Qualitätsmanagement gewünscht. Abschließend konnte festgestellt werden, dass es weniger notwendig ist, gänzlich neue Modelle anzubieten, als die bereits existierenden besser zu bewerben sowie alle MitarbeiterInnen gezielter anzusprechen. Eine Akzeptanz von Betriebssport als Interventionswerkzeug der BGF kann besonders vor dem Hintergrund der finanziellen und personellen Ressourcenknappheit in KMU nur über ihre systematische, inhaltliche und qualitative Eignung als zielgerichtete Interventionsmaßnahme (z. B. über Krankenkassen) erreicht werden. Der Betriebssport kann durch Aufhebung der erwähnten Problemfelder sowie durch inhaltliche und administrative Förderung und Kooperationen vermehrt in der BGF zum Einsatz kommen. Dem großen Interesse der ArbeitgeberInnen an BGF mit bewegungsorientierten Maßnahmen in KMU, an Kooperationen und finanziellen Beteiligungen, z. B. durch Kooperation mit Krankenkassen und steuerliche Vergünstigungen, sowie an Struktur- und Organisationsanpassungen entgegenzukommen, würde es dem Betriebssport ermöglichen, sich in KMU im Rahmen der Gesundheitsförderung noch besser zu etablieren.
Kurzfassung auf Englisch: At the workplace, the positive effects of measures aimed at promoting physical activity materialise in a reduced number of sick days as well as a lower incidence of muscle and skeleton-related ailments. When seen in the light of the accelerating demographic change, a phenomenon that has been attracting the increased curiosity of occupational and economic research, the conservation of the employees’ ability to perform well into high age appears to bear increasing relevance from an employer’s perspective. This is particularly true for small and medium-sized enterprises (SMEs), which represent about 99% of German companies. One of the vehicles used to promote physical activity are organised company sports activities. The objective of this survey is to determine the current state of organised sports activities within German companies of all sizes from an employer perspective by way of conducting a quantitative empirical survey, with a particular focus on SMEs and the current role of organised company sports activities in relation to contemporary campaigns for workplace health promotion. The survey is based on a selection of other relevant studies, with a focus on studies concerned with SMEs as well as workplace health promotion and workplace health management in both SMEs and large corporations. The question to be answered by this research project was: Why do companies refrain from using organised company sports activities much more frequently as an intervention tool for workplace health promotion and how an increased use could also benefit the role of organised company sports activities, which have been a fixture in Germany for decades, for purposes related to workplace health promotion. 302 employers were among a population of N=5,000 member companies of the DBSV and the Hamburg BSV participating in the survey conducted between 13 November 2015 and 19 May 2016, including 123 companies from the SME segment. Although the number of participants does not constitute a representative sample, it was still possible to ascertain important indicative information.
The responding employers generally attributed a beneficial effect to company sports activities. Furthermore, respondents from SMEs with or without organised company sports activities confirmed a high level of interest of their employees in such organised company sports activities, which shows that organised company sports activities do not only play a minor role in those companies. It was also possible to identify numerous opportunities for increasing the take-up of organised company sports activities. A noteworthy result was the tendency of SMEs to less frequently offer health-focused organised company sports activities than larger companies and a tendency to ascribe a lesser actual willingness to participate to their employees. In this context, it was also ascertained that it was not the diversity of sports offered but rather the presentation of the activities - including for the particular segment of physical exercise for health reasons - that showed a tendency to be assessed as inadequate to provide for a sufficient level of awareness and acceptance by the employees. The survey found that the primary problems, and thereby the conditions that ought to be improved by the companies, in the introduction and establishment of organised company sports activities are the lack of financial and logistical resources and personal initiative, lack of opportunity to attend during working hours, insufficient support from the company/management, lack of adequate premises, inadequate diversity of activities and improvable internal communications. The survey also showed a desire for more information on funding opportunities, contacts to experts and a good quality management. The study concludes by showing that it is less important to offer completely new models while it is rather more important to promote the models already implemented and to take a more focused approach in communicating them to the entire staff. Acceptance of organised company sports activities as an intervention tool for promoting health at the workplace can only be improved by utilising their systematic, substantive and qualitative merits as a targeted intervention measure (i.e. via health insurance companies). The participation in organised company sports activities for the purposes of workplace health promotion can be increased by resolving the problems described above, by granting substantive and administrative support and by initiating cooperation projects. To welcome the great level of interest in workplace health promotion, in cooperation projects and in making financial contributions expressed by the employers and to respond to it with measures involving physical activity in SMEs, i.e. by partnering with health insurance companies and offering tax incentives, would enable organised company sports activities to become further established in activities of SMEs relating to workplace health promotion.

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