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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91285
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9128/


Schulische Mehrsprachigkeit bei türkisch-deutsch bilingualen Schülern : Eine Analyse von transferinduzierten Wortstellungsmustern

Foreign language learning at school : An analysis of transfer-induced word order patterns produced by Turkish-German bilinguals

Sahingöz, Yasemin

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Mehrsprachigkeit , Englisch , Französisch , Türkisch , Deutsch , C-Test , schulischer Fremdspracherwerb , Sprachentransfer , Wortstellung , bilingual
Freie Schlagwörter (Englisch): crosslinguistic influence , transfer , syntax , word order , Turkish , German , English, French , C-Test , bilingual
Basisklassifikation: 17.52 , 17.31 , 17.23 , 17.30 , 17.43
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sprache, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Siemund, Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.06.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 14.05.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Das vorliegende Dissertationsvorhaben geht der Frage nach, wie sich der schulische Fremdspracherwerb in den Sprachen Englisch und Französisch von 26 türkisch-deutsch bilingualen Gymnasiasten hinsichtlich sprachübergreifenden Transfers im Bereich der Wortstellung gestaltet. Dabei soll der Einfluss der beiden Ausgangssprachen auf die beiden Schulfremdsprachen näher untersucht werden. Die türkisch-deutsch bilinguale Hauptuntersuchungsgruppe wird von zwei Kontrollgruppen ergänzt, die sich aus Probanden zusammensetzen, die mit Deutsch (n=26) und mit Russisch und Deutsch (n=18) aufgewachsen sind. Unter Berücksichtigung des von den Probanden mitgebrachten Spektrums an sprachlicher und syntaktischer Variation bietet die in dieser Studie zu untersuchende Sprachkonstellation eine ideale Grundlage für die Untersuchung der Interaktion von Wortstellungsregeln im Fremdspracherwerbsprozess.
Für die Untersuchung wurden sowohl schriftliche als auch mündliche Daten in allen relevanten Sprachen mittels Schreibaufgaben (Sprachlernautobiographie) und Tonaufnahmen (Nacherzählen einer Bildergeschichte) erhoben. Zusätzlich wurden mit Hilfe eines Fragebogens und speziell für diese Studie entwickelten Sprachleistungstests (C-Tests) weitere Daten erhoben. Durch den Einsatz einer kontrastiven Fehleranalyse wurden die schriftlich und mündlich produzierten Daten in den Zielsprachen Englisch und Französisch hinsichtlich transferinduzierter Wortstellungsfehler untersucht. Ergänzend wurden statistische Tests in Form von Varianzanalysen und Korrelationen durchgeführt.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich sprachübergreifender Transfer in Form von Wortstellungsfehlern in den Zielsprachen Englisch und Französisch in allen Probandengruppen bemerkbar macht. Die ermittelten transferinduzierten Wortstellungsfehler in den englischsprachigen Daten konnten in fünf Fehlerkategorien eingeteilt werden: Konstruktionen mit der Präposition ‚with‘, Adverbiale, Objektsatz, Topikalisierung/V2-Stellung und Klammerkonstruktionen. Die Wortstellungsfehler in den französischsprachigen Daten ließen sich in die Kategorien Konstruktionen mit der Präposition ‚avec‘, Adverbiale und Klammerkonstruktionen einteilen.
Nicht immer konnten die ermittelten Wortstellungsfehler auf eine einzige Ausgangssprache zurückgeführt werden, sodass in manchen Fällen beide von den bilingualen Probanden beherrschten Ausgangssprachen als Transfersprachen in Betracht gezogen werden mussten. Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass die Anzahl an transferinduzierten Wortstellungsfehlern in den schriftlich produzierten englischsprachigen Daten der türkisch-deutsch und russisch-deutsch bilingualen Probanden in einem deutlichen Maß höher ist als die der Probanden, die ausschließlich mit Deutsch als Erstsprache aufgewachsen sind. Es konnten keine bedeutsamen Gruppenunterschiede in den mündlich produzierten Daten auf Englisch und Französisch ermittelt werden.
Es hat sich weiterhin herausgestellt, dass die türkisch-deutsch bilingualen Probanden im deutschen und englischen Sprachleistungstest wesentlich niedrigere Leistungen erzielt haben als die Probanden beider Kontrollgruppen, wohingegen in den Französischleistungen keine bedeutsamen Unterschiede ermittelt werden konnten.
Kurzfassung auf Englisch: This study assesses the role of cross-linguistic influence in the domain of word order in the English and French learner varieties of 26 Turkish-German pupils by paying special attention to the influence that the source languages exert on the target languages. In addition to the data obtained by this main research group, the study relies on data produced by two control groups consisting of pupils who either grew up speaking German (n=26) or German and Russian (n=18). Considering the spectrum of linguistic and syntactic variation brought along by the different subject groups, the language constellation to be examined here offers an ideal research ground to investigate the interaction of word order rules in the process of acquiring foreign languages.
Written as well as spoken data have been elicited in all relevant languages with the help of a writing task (Language Learning Autobiography) and audio recordings (re-narration of a picture story). Furthermore, questionnaires and language proficiency tests (C-Tests) were used to obtain additional data. A contrastive error analysis was conducted to examine transfer-induced word order errors in the written and spoken data in English and French. Moreover, statistical tests (correlations and analyses of variance) were run to provide a detailed analysis of the data.
The results of the study indicate that language transfer is marked in word order errors in the target languages English and French. The transfer-induced word order errors identified in the English data fell into five categories: constructions with the preposition ‘with’, adverbials, object clauses, topicalisation/V2 and bracket constructions. Transfer-induced word order errors identified in the French data categorised fell into three categories: constructions with the preposition ‘avec’, adverbials and bracket construction. Tracing back the errors to the syntactic rules of one of the source languages was not always possible. In some cases, both source languages had to be considered.
The number of transfer-induced word order errors in the written data in English turned out to be significantly higher in the Turkish-German and in the Russian-German bilingual group in comparison to the German-monolingual group. However, there are no significant differences in the distribution of word order errors in the spoken English and French data.
Furthermore, the Turkish-German bilingual group features significantly lower scores in the German and English language proficiency tests compared to both control groups. There are no significant differences concerning the results of the French proficiency test.

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