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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91431
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9143/


Studie zur Nutzung privater und professioneller Netzwerke in Bezug auf psychologische, soziale und rechtliche Probleme bei schwer kranken Krebspatienten

Abramovich, Igor

pdf-Format:
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Basisklassifikation: 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Oechsle, Karin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.04.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 24.05.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Querschnittstudie hat die Inanspruchnahme von
Unterstützungsangeboten in Bezug auf physische, psychische, soziale und
rechtliche Probleme bei unheilbar kranken Krebspatienten in ambulanter Betreuung
am UCCH erforscht. Der ausgehändigte Fragebogen setzte sich aus dem PNPCsv-Fragebogen, dem SSUK, dem sog. MIDOS-Fragenbogen und einem DistressThermometer zusammen. Zudem wurden mögliche Einflussgrößen auf die
Inanspruchnahme sowie auf die Stärke der Belastungen und Symptome untersucht
und die Sicht der Angehörigen einbezogen. Von 111 befragten Patienten willigten
87 ein. Die Rücklaufquote betrug 39% bei den Patienten und 14% bei den
Angehörigen. Viele professionelle Angebote des UCCH werden nicht oder nur
selten (ca. 0-15 %) in Anspruch genommen. Viele Patienten (44 %) nutzen private
Angebote wie z. B. Gespräche mit Freunden und Familie. Interaktionen im sozialen
Patientenumfeld werden von diesen häufig als wertvoll und selten als belastend
empfunden. Es konnten keine signifikanten soziodemographischen oder
krankheitsspezifischen Einflüsse auf die Inanspruchnahme von
Unterstützungsangeboten aufgezeigt werden. Unerfüllte Bedürfnisse fanden sich
vor allem bei physischen Symptomen (51 %) und Einschränkungen der PatientenAutonomie (47 %). Die häufigsten Symptome waren Müdigkeit (88 %) und
Schwäche (88 %). Gut die Hälfte der Patienten (53 %) zeigte eine relevante
psychische Belastung und sollte daher zukünftig den Weg zu professionellen
psychosozialen Angeboten finden. Das Gesamtbefinden wurde von den Patienten
meist als mittelmäßig (50 %) oder gut (41 %) beschrieben, während 73 % der
Angehörigen meinte, dass es den Patienten schlecht ginge. Hier zeigt sich ein
zusätzlicher Unterstützungsbedarf der Angehörigen.
Die geringe Rücklaufquote lässt sich auch auf die hochsensiblen und stark
belasteten Patienten zurückführen und zeigt, wie schwierig Forschung bei
schwerstkranken Patienten ist. Hieraus resultiert aber eine Einschränkung der
Aussagekraft dieser Ergebnisse. Dennoch konnte diese explorative Arbeit einen
großen Verbesserungsbedarf in der aktuellen Versorgung aufzeigen. Es gilt weiter
zu klären, weshalb bestimmte Angebote nicht in Anspruch genommen werden,
welcher Handlungsbedarf bei vorhandenen Belastungen und unerfüllten
Bedürfnissen besteht und wie passende Angebote die Patienten erreichen können.
Kurzfassung auf Englisch: The present cross-sectional study examines the use of support services for physical,
psychological, social, and legal problems by terminally ill patients with incurable
cancer at the University Cancer Center Hamburg (UCCH). The completed
questionnaire consists of the PNPC–sv questionnaire, the SSUK questionnaire, the
so-called MIDOS questionnaire, and a distress thermometer. In addition, possible
influencing variables were identified for the use of support services as well as on the
strength of symptoms and the needs of the patients. The relatives were also asked
for their views. Of 111 patients invited to participate, 87 responded. Unfortunately,
the response rate was 39 % for the patients and 14 % for the relatives.
Many professional support services of the UCCH are not used or very rarely used
(approx. 0 %–15 %). Many patients (44 %) prefer private sources of support, such
as talking with friends and family. Patients’ interactions in their social environments
are often perceived as valuable and rarely as burdensome. Significant
sociodemographic or disease-specific influences on the use of support services
could not be demonstrated. Unfulfilled needs were found mainly in physical
symptoms (51 %) and in restrictions on patient autonomy (47 %). The most common
symptoms were fatigue (88 %) and weakness (88 %). Nearly half of the patients (53
%) showed relevant psychological stress and should therefore have access to
professional psychosocial services. On the day the questionnaires were collected,
the patients described the state of their health as moderate (50 %) or good (41 %),
while 73% of the relatives classified the patients’ health as bad. This indicates the
need for additional support for the relatives of patients.
The low response rate can also be attributed to the highly sensitive and severely
stressed patients, and it shows how difficult research is in the case of severely ill
patients. This fact limited the significance of the data. Nevertheless, this explorative
work has revealed a great need for improvement in the current system. It is also
important to clarify why certain services are not used and which measures should
be taken so that suitable services can reach patients with existing burdens and
unfulfilled needs.

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