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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91508
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9150/


Fehllagen bei Magensonden im post mortem Computertomogramm (PMCT)

Naso-gastric tube misplacement in post-mortal imaging (PMCT)

Müller, Johannes

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Computertomografie , Magensonde
Basisklassifikation: 44.60
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.05.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 29.05.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Zwischen 2009 und 2016 wurden im Institut für Rechtsmedizin der Universität Hamburg 5902 post mortem Computertomographien durchgeführt. Nach anfänglichen Zufallsbefundungen von Magensondenfehllagen wurden für den Zeitraum 2013-2016 sämtliche im CT diagnostizierten Magensonden überprüft. Bei 3,2% (n=39) der im PMCT dargestellten Magensonden fanden sich Fehllagen, insbesondere Schlaufen im Rachen.

Im klinischen Alltag werden Magensonden von Ärzten sowie Pflegepersonal bei verschiedenen Indikationen eingelegt. Zum einen zur Entlastung des Magens (z.B. während / nach Operationen) und zum anderen zur Ernährung (v.a. bei intubierten Patienten).
In der täglichen Routine wird die Magensonde häufig blind über die Nase vorgeschoben bis, bei vermutetem Erreichen des Magens, Sekret zurückläuft oder über eine Spritze Luft insuffliert wird, bei einem entsprechenden Geräusch im Epigastrium wird von einer korrekten Lage ausgegangen.
Gerade bei sedierten Patienten findet keine reizbedingte Abwehr bei unsachgemäßer Lage statt.
Als Komplikation findet sich zum einen der permanente Reiz im Rachen bei einer Schlaufe. Andererseits kann eine Magensonde, die den Magen nicht erreicht und in der Speiseröhre endet, Magensaft nicht drainieren, so dass es zu einer Aspiration kommen kann. Durch die Rachenschlaufe wird hier eine deutlich tiefere Lage suggeriert.
Sollte es zu einer trachealen Fehllage kommen, kann es zu fortschreitenden Lungenentzündungen sowie bis zur Perforation der Lunge kommen.
Ein sicherer Nachweis einer korrekt liegenden Magensonde kann nur via Röntgenuntersuchung erfolgen.
Diesbezüglich wurden bei 28 der 39 Patienten mit Magensondenfehllagen Röntgen und CT Untersuchungen unmittelbar vor dem Tod der Patienten ausgewertet. Eine Fehllage wurde nur in einem Fall mit abgebildet.
Vor der Sektion werden Magensonden in der Regel entfernt, so dass in den Sektionsprotokollen der Patienten keine Fehllage beschrieben ist.
Der Vorteil der post mortem Computertomographie zeichnet sich dadurch aus, dass sie “zerstörungsfrei” dokumentiert, wodurch diese Fehllagen erst aufgefallen sind.
Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass zum sicheren Ausschluss einer Magensondenfehllage, gerade bei Risikopatienten, zwingend eine Röntgenuntersuchung notwendig ist.
Kurzfassung auf Englisch: Between 2009 and 2016 the Institute for Forensic Medicine at the University of Hamburg has conducted 5902 post mortem CT-Scans.
Initially secondary findings of nasogastric tube misplacements were made.
To find out more all nasogastric tubes found in PMCT in the period from 2013 to 2016 were reviewed. In conclusion 3.2% (n=39) of the nasogastric tubes showed misplacement, especially pharyngeal loops.
In daily hospital routine nasogastric tubes are placed by doctors or nurses in answer to different indications. Mainly to relief the stomach (e.g. during or after operations), and for nutritional purposes (especially for intubated patients).
In everyday routine the nasogastric tube is most commonly placed through the nose without optical guidance until the assumed arrival in the stomach. Then liquid will be drained or air insufflated to produce a specific sound in the epigastrium. If this sound can be heard a correct positioning of the tube is assumed.
Especially in sedated patients no stimulus-related defense will occur when the tube is in an inappropriate position.
As a complication of a misplacement there is a permanent pharyngeal stimulus. If the misplacement results in a loop a clearly deeper position is assumed. The tube might not even reach the stomach, even though the tube is almost completely inducted.
Therefore the tube will not reach the stomach but stop in the esophagus and hence will not be able to drain the gastric juices, which could lead to an aspiration.
In worst cases a tracheal misplacement can occur, which can result in serious pneumonia or a lung perforation.
The only verification of a correct placement is the X-Ray study.
Regarding this X-Ray and/or CT-Scans from 28 of the 39 patients with nasogastric tube misplacements - taken shortly before their death - could be evaluated. In only one case a misplacement was shown on the images.
Before the actual autopsy, nasogastric tubes are usually removed, so that there is no misplacement described in the official records.
The advantage of a post mortem CT-Scan is the nondestructive documentation, whereby the misplacements first were noticeable.
As a result it remains to be concluded that a safe exclusion of misplacements of nasogastric tubes, especially in high-risk patients, is only possible via correct detection by X-Ray picture.

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