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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91704
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9170/


Ehrenmorde: Kulturelle, religiöse, ethische und politische Aspekte

Honor Killings: Cultural, Religious, Ethical and Political Aspects

Levin, Phyllis

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Ehrenmorde , Migration , Deutschland
Freie Schlagwörter (Deutsch): Ehrenmorde , Migration , Deutschland
Freie Schlagwörter (Englisch): Honor Killings , Migration , Germany
Basisklassifikation: 70.00
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wetzel, Manfred (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.12.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 11.06.2018
Kurzfassung auf Deutsch: In der Dissertation werden die gesellschaftlichen Traditionen und Geschlechter-beziehungen thematisiert, die Ehrenmorden in Deutschland unter türkeistämmigen Migranten zugrunde liegen. Dazu wird ein Ansatz gewählt, der sich auf zentrale Inhalte der Fortsetzung traditionaler Handlungsmaximen bezieht. Mit Bezugnahme auf traditional-kulturelle Herkunft und Geschlecht werden dann Kategorien entwickelt, die vor allem die Konstruktion von Männlichkeit und die damit verbundenen Rollenerwartungen an Frauen betreffen. Eine so entwickelte genaue Kenntnis der Hintergründe von Ehren-morden soll dann eine verbesserte, dringend benötige Präventionsarbeit und Unterstützung von Familien, die von Ehrenmorden betroffen sind, ermöglichen.
Im Gegensatz zu anderen Ansätzen der Literatur zu Ehrenmorden wird in der Dissertation auf der Grundlage von Transformationsprozessen traditionaler Kulturen von türkeistämmigen Migrantengruppen in Deutschland argumentiert. Damit erfolgt eine Bezugnahme auf die zwischenkulturellen Lebensverhältnisse der Migranten, wobei auch von der Mehrheitsgesellschaft geforderte „Anpassungsprozesse“ in den Mittelpunkt gerückt werden. Ehrenmorde werden dabei als Kulminationspunkte einer misslungenen Transformation tribaler in moderne Formen der Vergesellschaftung verstanden.
Diese Arbeit zeigt dabei, dass die für ein Leben in der Moderne notwendige Veränderung der sozialen Beziehungen in den Familien und zur Außenwelt von diesen Migrantengruppen nicht umgesetzt, sondern weiter an traditionalen Verhaltensweisen festgehalten wird, obwohl der Bezugsrahmen dieser Verhaltensweisen obsolet geworden ist. Aufgezeigt wird dabei auch, dass es sich bei der Fortführung dieser Handlungsweisen im modernen Lebensumfeld, wofür die Ehrenmorde ein Bei-spiel darstellen, vor allem um strukturelle Probleme handelt. Möglich wird so eine sehr viel differenziertere Betrachtungsweise der Hintergründe von Ehren-morden, als dies in den allermeisten Forschungsansätzen zur Thematik erfolgt. Die Dissertation kommt vor diesem Hintergrund zu dem Schluss, dass herkömmliche Inhalte der sozialen Arbeit nicht ausreichen, um misslungenen Transformationsprozessen entgegenzuwirken. Dabei wird auf die Möglichkeiten von Demokratieerziehung und geschlechtersensibler Jungenarbeit verwiesen. Damit verbunden ist die Hoffnung, durch diese Maßnahmen strukturelle Veränderungen bewirken zu können.
Kurzfassung auf Englisch: This thesis addresses social traditions and gender relationships that underlie honor killings in Germany among Turkish-migrants. For this purpose, an approach is chosen that refers to the central content of the perpetuation of traditional norms. With reference to traditional-cultural background and gender, categories are developed that primarily concern the construction of masculinity and the associated role expectations of women. Such a well-developed background knowledge of honor killings should then enable improved, urgently needed prevention work and support for families affected by honor killings.
In contrast to other approaches in the literature on honor killings, the thesis argues on the basis of transformation processes of traditional cultures scoped on Turkish migrant groups in Germany. This is a reference to the intercultural living conditions of migrants, whereby the "adaptation processes" demanded by the majority of society are brought into focus. Honor killings are understood as culmination points of a failed transformation: from tribal to modern forms of socialization.
This work shows that the change of social relations within families and to the outside world, which are necessary for a modern life, is not transposed by these migrant groups. It continues to be adhered to in traditional ways, even though the frame of reference of these behaviors has become obsolete. It also shows that the continuation of these actions in the modern living environment, for which the honor killings are an example, are primarily structural problems. This makes possible a much more differentiated approach to the background of honor killings than is the case in most research approaches to the subject. Against this background, the dissertation concludes that conventional contents of social work are not sufficient to counteract failed transformation processes. It refers to the possibilities of democracy education and gender-sensitive work with boys. Linked to the latter idea is the hope to be able to bring about structural changes through such measures.



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