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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-92544
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9254/


Vancomycin-resistente Enterokokken im klinischen Alltag : Nachweisverfahren und Populationsheterogenität

Vancomycin-resistant enterococci in clinical context : detection methods and heterogeneity in population

Mirwald, Nadine Sarah

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SWD-Schlagwörter: Enterococcus , Vancomycin , Resistenz
Freie Schlagwörter (Deutsch): Populationsanalyse , Screening
Basisklassifikation: 44.43
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Rohde, Holger (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.07.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 14.08.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Immunsupprimierte Patienten gehören zum Risikokollektiv für Kolonisation und konsekutive Infektionen mit Vancomycin-resistenten Enterokokken. Über intestinale Kolonisationsmuster von VRE beim Menschen ist bisher nur wenig beschrieben. Daher galt es in der vorliegenden Arbeit zu klären, wie sich das VRE-Kolo-nisationsmuster bei Stammzelltransplantierten darstellt, inwiefern es sich im Laufe eines stationären Aufenthaltes verändert und in welchen Eigenschaften sich heterogene Kolonisationstypen unterscheiden. Es konnte gezeigt werden, dass Patienten sowohl mit klonal identischen als auch mit klonal unterschiedlichen VRE-Pulsotypen besiedelt sein können. Die Anzahl heterogener Kolonisationstypen ist hier variabel. Kolonisationstypen können unterschiedliche Empfindlichkeitsgrade gegenüber den Antibiotika Vancomycin, Teicoplanin, Daptomycin und Linezolid aufweisen und diese im Verlauf eines stationären Aufenthaltes, vor allem unter Selektionsdruck durch Antibiotika-Therapie, auch verändern. Zudem sind heterogene Kolonisationsmuster durch unterschiedliche van-Genotypen in-nerhalb eines Individuums möglich.
Ein weiteres Ziel der Arbeit bestand darin, kultur-basierte Screening-Indikatormedien zur Detektion von VRE für den klinischen Alltag mit möglichst hoher Sensi-tivität und Spezifität zu identifizieren. Dies soll den Anteil falsch-negativer Scree-ning-Ergebnisse und aufwändige Anschlussdiagnostik zur Speziesidentifikation minimieren und damit eine rasche Isolation VRE-kolonisierter Risiko-Patienten sowie einen zügigen Therapiebeginn ermöglichen und so das Outcome verbessern. Im Vergleich dreier VRE-Selektivnährböden hinsichtlich ihrer diagnosti-schen Güte zeigte sich in dieser Arbeit eine deutliche Überlegenheit chromogener Screening-Medien gegenüber Äskulin-basierten Nährböden. Chromogene Screening-Medien sind zudem in der Lage, aufgrund des Färbeverhaltens eine zuverlässige Spezieszuordnung zwischen E. faecium und E. faecalis zu ermögli-chen. Die höchste diagnostische Güte konnte für den chromID VRE Agar nach-gewiesen werden. Das Verkennen von Transmissions- und Ausbruchsereignissen, welches durch heterogene Kolonisationsmuster begünstigt wird, stellt insbesondere für Immun-supprimierte wie zum Beispiel stammzelltransplantierte Patienten eine Gefahr dar. Es ist weitere Forschung nötig, um molekulargenetische Methoden zur selektiven und zuverlässigen Detektion von VRE zu etablieren, welche die PFGE in der Diagnostik von Transmissions- und Ausbruchsereignissen künftig ablösen werden. Diese Arbeit stellt nur einen Anfangsbaustein in der Analyse intestinaler VRE-Kolonisation dar. Für ein umfassendes Verständnis sowie die optimale Diagnostik und Therapie sind dagegen weiterführende Untersuchungen von VRE-Kolonisationsmustern und den genetischen und phänotypischen Unterschieden heterogener Klone unabdinglich.
Kurzfassung auf Englisch: Colonization and subsequent infection with VRE especially occur in immunocompromised patients and other high-risk populations. Little is known as of yet about the colonization patterns of VRE in the human intestine. In this study the variation of the colonization pattern of VRE in stem-cell-transplanted patients during hospitalization was investigated by pulsed-field-gel-electrophoresis and the characteristics of heterogeneous colonization types were examined. Patients were colonized with both clonal homogenous and heterogeneous types of VRE, showing a various amount of PFGE-types. These types presented various levels of antibi-otic susceptibility to vancomycin, teicoplanin, daptomycin and linezolid. The level of antibiotic susceptibility changed in an individual during the hospitalization. Colonization by heterogenous van-genotypes in an individual was also observed in this study.
This study also aims to identify a cultured-based screening-method for detection of VRE in clinical practice. Therefore the performance of esculin-based VRE-Selektiv-Agar, Brilliance VRE Agar and chrom ID VRE agar were systematically compared with special regard to selectivity, specificity, positive and negative predictive value. The rate of false negative results as well as expensive identification of species are to be minimized in order to enable the rapid isolation of VRE-colo-nized high-risk-patients as well as the rapid start of antibiotic treatment for a better outcome. The chromogenic media performed better than the esculin-based medium in detection of VRE in stool specimens after an overnight enrichment step and a 24 to 48-h incubation period. Chrom ID Agar performed better than Brilliance VRE agar.
In this investigation evidence is presented that the PFGE represents an insecure method for the detection of transmission and outbreak events. Further research is necessary to establish molecular genetic methods for the detection of VRE, which may replace PFGE in diagnostics. Further investigation of VRE colonization patterns and the genetic and phenotypic characteristics of heterogeneous clones are necessary for optimal diagnosis and treatment.

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