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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-93725
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9372/


Verzögerte, behandlungspflichtige Hämolyse nach parenteraler Artesunatgabe bei Kindern mit schwerer Malaria in Afrika

Delayed hemolysis after treatment with parenteral artesunate in African children with severe malaria

Spahlinger, Dorothee Nicole

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SWD-Schlagwörter: Malaria , Anämie , Hämolyse , Artesunat
Freie Schlagwörter (Englisch): Malaria , Anemia , Haemolysis , Artesunate
Basisklassifikation: 44.61
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Burchard, Gerd (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.10.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 25.10.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Malaria ist weiterhin eine der bedeutendsten parasitären Erkrankungen weltweit, an der 2015 laut Schätzungen der WHO 212 Millionen Menschen erkrankten. Bei 429 000, insbesondere Kindern unter fünf Jahren führte sie zum Tod. P. falciparum ist für den Großteil der schweren Verlaufsformen verantwortlich.
In den letzten Jahren hat sich das Medikament Artesunat bei der Therapie der schweren Malaria als Mittel der Wahl durchgesetzt, es fehlen allerdings noch Untersuchungen zu Langzeitfolgen. Seit 2011 wurde wiederholt von Fällen berichtet, bei denen es zu verzögert auftretenden Hämolysen etwa 14 Tage nach Artesunat- Therapie kam. Ihr Auftreten wurde im Rahmen einer Pilotstudie in der endemischen Region Ghana untersucht. Es wurden hierfür über sechs Monate Kinder zwischen 5 Monaten und 10 Jahren mit schwerer Malariainfektion rekrutiert, mit Artesunat therapiert und über vier Wochen nachverfolgt. Dabei lag der Fokus auf dem Auftreten einer hämolytischen Anämie. Es wurden insgesamt 53 Patienten rekrutiert, von denen vier an Tag 14 Anzeichen einer Hämolyse hatten. Probanden, die Hämolysen entwickelten, hatten höhere Parasitendichten und waren jünger. Insbesondere bei einem Patienten war die Blutbildveränderung therapiebedürftig. Alle Patienten, bei denen laut aktueller Studienlage bisher verzögerte hämolytische Episoden auftraten und beschrieben wurden, überlebten diese. Einige Patienten entwickelten schwere therapiebedürftige Anämien und benötigten Bluttransfusionen. Ohne Behandlung wären lebensbedrohliche Komplikationen aufgetreten. Ein solcher Fall ist auch in dieser Studie beschrieben.
Die genauen pathophysiologischen Ursachen, die für die verzögert auftretenden Hämolysen verantwortlich sind, sind noch nicht bekannt. Es werden verschiedene Mechanismen diskutiert. Unter anderem wird angenommen, dass das sog. ‚pitting’ in der Milz eine entscheidende Rolle spielt. Dabei kehren ehemals infizierte Erythrozyten zunächst in den Blutkreislauf zurück, bevor sie dann mit verkürzter Lebenszeit mehr oder weniger synchron zugrunde gehen. Dadurch könnte eine verzögerte Hämolyse zumindest teilweise erklärt werden. Die Bedeutung von Artesunat als Therapie der schweren Malaria und seine nachgewiesene Überlegenheit gegenüber Chinin sollte dadurch nicht in Frage gestellt werden. Allerdings sollten alle Patienten in endemischen sowie nicht-endemischen Regionen innerhalb von vier Wochen nach der Therapie engmaschig nachkontrolliert werden.
Kurzfassung auf Englisch: Malaria still ist one of the most significant parasitic infections worldwide. According to the WHO, an estimate of 212 million cases occured in 2015. About 429 000 malaria deaths were reported, most of them iconcerning children aged 5 and under. Malaria infection due to P. falciparum ist the most deadly.
Intravenous Artesunate is recommended as first-line therapy for severe malaria. Data on long-terme treatment safety still is incomplete.
Cases of delayed haemolysis about 14 days after artesunate treatment have been reported repeatedly since 2011. A pilot study was conducted in the endemic region Ghana. Children between 5 months and 10 years of age with severe malaria infection were included, treated with parenteral Artesunate and a followed up for 28 days. The primary outcome was the incidence of therapy associates haemolytic anemia.
A total of 53 children were included. Four oft them showed signs of haemolysis on day 14 after treatment. Probants developing hemolyses had higher parasite counts and were younger. One oft hem especially was in need of therapy.
All patients developing delayed haemolysis according to current research survived. Some patients however sufferd severe anemia and required further treatment such as blood transfusions. Without treatment life threatening complications would have occurred. One of these cases is described in this study.
The exact patophysiological mechanisms causing delayed haemolysis aren’t finally researched. Different mechanisms have been discussed. One oft them ist so called ‚pitting’ in the spleen. Once infected erythrocytes returne to the blood circulation with a shortened lifespan untill they are eliminated synchroneosly. This could explain delyed hemolysis at least partly.
The importance of Artesunate for treatment of severe malaria and its superiority over Quinine shouldn’t be questioned. In conclusion prolonged follow-ups should be established for all patients recieving Artesunate.

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