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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-93893
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9389/


Die Lebensqualität und psychische Gesundheit von Eltern und Kindern mit neuromuskulären Erkrankungen : Ein Vergleich zwischen Kindern mit und ohne Beatmung

Quality of life and psychological health of children with neuromuscular diseases and their parents : A comparison of ventilated and non-ventilated children

Fuhrmann, Lena Clara Luise

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SWD-Schlagwörter: Lebensqualität , Psychische Gesundheit , Kind , Künstliche Beatmung , Muskel , Duchenne-Syndrom , Spinale Muskelatrophie , Nerv
Freie Schlagwörter (Deutsch): neuromuskulär
Basisklassifikation: 44.67 , 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Denecke, Jonas (PD Dr)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.10.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 09.11.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der psychischen Gesundheit von Kindern mit neuromuskulären Erkrankungen sowie deren Eltern spielt eine entscheidende Rolle bei der Evaluation aktueller Behandlungsstrategien.
Die Lebenserwartung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen – nicht zuletzt dank des Einsatzes moderner Beatmungsgeräte. Doch damit einhergehend stellte sich die Frage, ob mit dem Einsatz einer Beatmungstherapie und den damit verbundenen großen Belastungen das Leid der Betroffenen möglicherweise nur verlängert und nicht gelindert würde.
In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb unter Berücksichtigung der vorhandenen Daten zur Lebenserwartung, der verschiedenen Beatmungstherapien und neuer, auf molekularer Ebene wirksamer Medikamente die gesundheitsbezogene Lebensqualität und psychische Gesundheit von Familien mit neuromuskulären Erkrankungen im Raum Hamburg erfasst. Dazu wurden insgesamt 43 Familien mit Kindern mit neuromuskulären Erkrankungen aus dem Lufthafen (AKK) und der Neuropädiatrie (UKE) anhand standardisierter Fragebögen (ULQIE, KIDSCREEN, DISABKIDS, BSI und SDQ) untersucht. Wir konnten damit erstmalig einen umfassenden Überblick über die psychosoziale Situation von Familien im Raum Hamburg geben, wie er in dieser Form, insbesondere durch Einschluss der Eltern und der Kinder sowie unterschiedlicher Diagnosegruppen, bisher nicht vorgenommen wurde.
Erfreulicherweise konnten wir bestätigen, dass der Einsatz eines Beatmungsgeräts keinen negativen Einfluss auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit sowohl der Kinder als auch der Eltern zu haben scheint. Allerdings ist die Lebensqualität der Kinder aufgrund der Schwere der Erkrankung im Vergleich zu gesunden Kindern über viele Bereiche hinweg stark eingeschränkt. Dennoch gab es erfreulicherweise auch Bereiche, in denen die von uns untersuchten Kinder höhere Werte erzielten als gesunde Kinder, sodass die Erkrankung nicht alle Bereiche des Lebens im gleichen Maße einzuschränken scheint. In Zusammenschau mit unseren Ergebnissen zur psychischen Gesundheit der Kinder war das Befinden der Kinder vor allem in sozialen und motorischen Bereichen reduziert.
Die Eltern wiederum gaben im Vergleich zu den Normstichproben erstaunlich wenig Belastungen und Einschränkungen an. In einigen Bereichen hatten sie sogar deutlich weniger Einschränkungen als Eltern von gesunden Kindern bzw. von Kindern mit anderen chronischen Erkrankungen. In unserer Arbeit werden hierzu verschiedene Erklärungsansätze (Theorie des sozialen Vergleichs, soziale Erwünschtheit) diskutiert.
Es ist wünschenswert, dass auf dem Boden unserer Untersuchung weitere Studien durchgeführt werden, um weitere Einflussfaktoren, wie z.B. das Geschlecht oder den sozialer Status der Familien, genauer zu untersuchen und die Ergebnisse auch auf andere Regionen und Länder ausgeweitet werden können.
Kurzfassung auf Englisch: Investigation of health-related quality of life and mental health outcomes for children with neuromuscular diseases and their parents is essential to the evaluation of current interventions.
In recent decades, the survival rate of patients with neuromuscular diseases has significantly increased. One cause for this increase is the use of mechanical ventilation. The question remains though, whether these therapies relieve the suffering of children with neuromuscular disorders, or only prolong it.
This study presents data on health-related quality of life and mental health outcomes for children with neuromuscular diseases, and their families, in Hamburg and its surrounding areas. We took into consideration recent studies of survival rates, modern strategies for mechanical ventilation and new medications that attempt to treat the cause of the disease on a molecular basis, instead of just relieving symptoms. In this study, 43 families of children with neuromuscular diseases from Lufthafen (AKK) and the institution for Neuropeadiatrics (UKE) were evaluated with standardized questionnaires (ULQIE, KIDSCREEN, DISABKIDS, BSI and SDQ). We are the first group to examine the psychosocial situation of families of children with neuromuscular diseases in Hamburg and its surrounding areas. Unique to our study is the inclusion of parental (as well as child) outcomes, and the inclusion of different types of neuromuscular diseases.
Fortunately, we can confirm that the use of mechanical ventilation does not affect health-related quality of life of children with neuromuscular diseases, or that of their parents. Compared to a cohort of healthy children, health-related quality of life for children with neuromuscular diseases is impaired in some domains. However, to our surprise, there were few domains where the patient group scored higher levels than the healthy group. Therefore, our conclusion is that even though this illness is very severe, not all domains of health-related quality of life were impaired. With regard to the mental health of children with a neuromuscular disease, mainly the social and physical dimensions were impaired.
Perhaps surprisingly, health-related quality of life and mental health outcomes of their parents were only mildly decreased. In fact, in many domains they scored higher than the normative groups. In this paper, we discuss different possible explanations for our observations (such as theory of social comparison and social desirability).
We hope that our results provide a foundation for further studies to assess other relevant factors of health-related quality of life and mental health of families with children with neuromuscular diseases, such as the gender of the children or the social status of the families. It would also be beneficial to compare our results to other regions and countries.

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