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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-93997
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2018/9399/


Aufmerksamkeit für soziale Reize bei sozialer Angststörung

Attention for social stimuli in social anxiety disorder

Wermes, Richard

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SWD-Schlagwörter: Aufmerksamkeit , Sozialangst
Freie Schlagwörter (Deutsch): soziale Angststörung , Aufmerksamkeitsverzerrungen , Eye-tracking , Visual Search
Basisklassifikation: 77.70
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lincoln, Tania (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.10.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 19.11.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Die soziale Angststörung zählt zu den häufigsten psychischen Störungen und bedeutet für Betroffene erhebliches Leiden und weitreichende Einschränkungen in vielen Lebens- und Funktionsbereichen. Kognitiv-behaviorale Störungsmodelle beziehen sich zur Erklärung der Aufrechterhaltung sozialer Angst explizit auf verzerrte Aufmerksamkeitsprozesse in Bezug auf bedrohliche soziale Reize, aber gleichzeitig bleibt deren genauere Beschaffenheit unklar. Die gegenwärtige Arbeit untersucht Aufmerksamkeit für soziale Reize bei sozialer Angststörung und setzt dabei auf ein kombiniertes Visual Search- und Eye-tracking-Paradigma. Im Unterschied zur Mehrheit bisheriger Studien konnten dadurch die psychometrische Güte verwendeter Verfahren sowie die Vermeidung visueller Reize bestimmt werden. Eine erste methodische Studie zeigte, dass Erstfixationslatenzen weniger intern konsistent sind als manuelle Reaktionszeiten im Hinblick auf die Messung erleichterter Hinwendung zu dargestellten Zielreizen. Dennoch waren beide Parameter durchgehend hoch korreliert, was für ihre konvergente Validität spricht. Eine zweite und zentrale Studie offenbarte einen Zusammenhang zwischen sozialer Angststörung und der Vermeidung bedrohlicher sozialer Reize sowie zwischen Angstaktivierung und Störbarkeit durch bedrohliche soziale Reize. Anders als zahlreiche bisherige Befunde fanden sich keine Hinweise auf eine schnellere Hinwendung oder verzögerte Abwendung in Bezug auf bedrohliche soziale Reize bei sozialer Angst. Eine dritte Studie zeigte, dass Probanden mit sozialer Angststörung sich in ihrer Wachsamkeit (Hypervigilanz) bei der Betrachtung sozialer Reize von gesunden Probanden unterscheiden. Ein spezifischer Zusammenhang zur Suche nach bedrohlichen sozialen Reizen konnte dabei nicht gefunden werden. In Anbetracht inkonsistenter bisheriger Befunde sprechen unsere Ergebnisse dafür verwendete methodische Paradigmen genauer zu untersuchen. Zukünftige Studien sollten zudem visuelle Vermeidung und Hypervigilanz stärker berücksichtigen. Vor jeglicher Ableitung therapeutischer Interventionen bedarf es zunächst weiterer Grundlagenforschung, um die genauere Beschaffenheit von Aufmerksamkeitsverzerrungen bei sozialer Angststörung aufzuklären.
Kurzfassung auf Englisch: Social anxiety disorder is one of the most frequent mental disorders and involves considerable suffering as well as extensive limitations to many areas of life and activity. Cognitive- behavioral models explain the maintenance of social anxiety while explicitly referring to biased attentional processes with regard to threatening social stimuli. However, the specific characteristics of these biases remain unclear. The current work investigates attention for social stimuli in social anxiety disorder and relies on a combined visual search and eye tracking paradigm. In contrast to the majority of previous studies, our design allowed to measure the psychometric properties of applied methods as well as avoidance of visual stimuli. A first methodological study revealed that first fixation latencies were less internally consistent than manual response times in measuring facilitated attention towards presented target stimuli. Nevertheless, both measures were highly correlated throughout, indicating convergent validity. A second and most important study revealed a relation between social anxiety disorder and avoidance of threatening social stimuli as well as between anxiety induction and distraction by threatening social stimuli. Unlike numerous previous results, no indicators of facilitated attention or delayed disengagement considering threatening social stimuli were found according to social anxiety. A third study showed that participants with social anxiety disorder differed in their alertness (hypervigilance) while regarding social stimuli from healthy participants. A specific relation to the search for threatening social stimuli could not be found. With regard to the inconsistency of previous results, our findings suggest to further examine applied methodological paradigms. Moreover, future studies should further consider attentional avoidance and hypervigilance. Prior to any deduction of therapeutic interventions, additional fundamental research is required to clarify the specific characteristics of attentional biases in social anxiety disorder.

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