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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-95083
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9508/


Wirksamkeit und Verträglichkeit Sofosbuvir-basierter Therapieregime bei Patienten mit chronischer Hepatitis C-Virusinfektion im klinischen Alltag

Real-world virological efficacy and safety of sofosbuvir-based therapy in patients with chronic hepatitis C infection

Eißing, Christiane Catharina

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SWD-Schlagwörter: Hepatitis C , Virusinfektion , Therapie , Patient , Pharmakologie , Arzneimittelforschung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Wirksamkeit , Verträglichkeit , Sofosbuvir
Freie Schlagwörter (Englisch): efficacy , safety , Sofosbuvir
Basisklassifikation: 44.75
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lüth, Stefan (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.12.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 07.01.2019
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser retrospektiven Arbeit wurden 110 Patienten des Fachbereiches Infektiologie, Virushepatologie und Lebertransplantation des Ambulanzzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), deren chronische HCV- Infektion mit einer SOF-basierten Therapie zwischen September 2013 und Juli 2015 behandelt wurde, eingeschlossen. Es gab keine Ausschlusskriterien und das unselektierte Patientengut stellte sich somit sehr heterogen dar. Alle HCV- Genotypen waren vertreten und es waren zahlreiche Risikofaktoren für ein schlechteres Therapieansprechen vorhanden (fortgeschrittenes Leberzirrhosestadium, dekompensierte Leberzirrhose, HCC, Transplantationspatienten, Niereninsuffizienz, Immunsuppression, Ko- Infektionen, etc.). Insgesamt kamen sechs verschiedene Therapieregime zum Einsatz. Neben den Kombinationen SOF mit RBV und/oder pIFN wurde SOF mit einem zusätzlichen DAA ±RBV kombiniert (SOF/DAC±RBV oder SOF/SIM±RBV). Entsprechend klein fielen daher die Subgruppen aus, was die Analyse erschwerte und die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkte. Die SVR-Raten dieser Kohorte waren im Vergleich mit denen der Phase 3 Studien deutlich geringer (69,1% vs. 80-100%). Auch kam es deutlich häufiger zu SUE (31,8% vs. <5%).
Risikofaktoren für ein Therapieversagen in unseren Untersuchungen waren: Eine GT 1-Infektion, der IL28B-Polymorphismus Typ C/T, Vorhandensein einer Leberzirrhose sowie bereits länger bekannte HCV-Infektion. Vortherapierte Patienten, besonders die mit früherer Non-response, zeigten schlechtere Erfolgsraten. Bezüglich der Laborwerte beeinflussten erniedrigte Baselinewerte für Thrombozyten, Leukozyten, Neutrophile, Albumin sowie erhöhte Werte für ASAT und Bilirubin das Therapieresultat negativ.
Das Risiko für SUE unter Therapie wurde durch die Faktoren dermatologische Vorerkrankungen, Z.n. IVDA, fortgeschrittene Leberzirrhose im Stadium Child C und bei eleviertem MELD-Score erhöht. Weitere Faktoren für ein gesteigertes SUE-Risiko waren niedrige Baselinewerte für Thrombozyten, Leukozyten, Lymphozyten, ALAT und erhöhte Bilirubin-Werte.
Bei Anwendung der Phase 3 Ausschlusskriterien für diese Kohorte hätten zwar die SUE reduziert werden können, positive Effekte für die SVR-Raten hätten sich allerdings nicht ergeben.
Abschließend lässt sich sagen, dass die SOF-basierte Therapie pangenotypisch eine effektive und sichere Option zur dauerhaften HC- Viruselimination darstellt. Kürzere Therapiezeiten sowie die einfache Medikamenteneinnahme und -dosierung steigern die Lebensqualität der Patienten und vereinfachen die Therapie auch für den Kliniker. Gerade Patienten, die bisher aufgrund von Vorerkrankungen, Kontraindikationen oder Ko-Medikationen eine Risikogruppe darstellten oder die keine Therapiealternative haben, können von dem SOF-Regime profitieren (Transplantationspatienten, Niereninsuffizienz, etc.). Unsere Ergebnisse zeigen allerdings, dass man bei klinischer Anwendung nicht mit so hohen Erfolgsraten und komplikationslosen Therapieverläufen rechnen kann, wie es in den Phase 3 Studien der Fall war. Durch eine Förderung der Therapieadhärenz sowie engmaschiges Therapie-Monitoring könnten SUE jedoch reduziert und Therapieerfolge gesteigert werden. Weitere Daten zur Therapie mit DAA im Klinikalltag sind wünschenswert, um die HCV-Therapie patientenindividuell zu optimieren.

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