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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-95146
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9514/


Leitlinien als „neues“ Steuerungsinstrument im Völkerrecht – entwickelt unter anderem am Beispiel der „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“

Guidelines as a "new" governance instrument in international law – developed inter alia using the example of the "Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests“

Trunk, Jennifer E.

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SWD-Schlagwörter: Menschenrecht , Rechtssoziologie , Indigenes Volk , Soft law , Landnahme , Global Governance , Völkerrecht , Vereinte Nationen , Umweltrecht
Freie Schlagwörter (Deutsch): Völkerrechtssoziologie , Frauenrechte , Recht auf Nahrung , Landnutzungsrechte , Leitlinien , extraterritoriale Schutzpflichten , FAO
Freie Schlagwörter (Englisch): Land Grabbing , Gender Mainstreaming , International Organisations , Guidelines , United Nations , Soft Law , Human Rights
Basisklassifikation: 86.05 , 86.91 , 86.85 , 86.96
Institut: Rechtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Recht
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kotzur, Markus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.10.2018
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 10.01.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Leitlinien wurden in der Völkerrechtswissenschaft bisher nur verhältnismäßig selten thematisiert. Diese Arbeit verfolgt daher das Ziel, die rechtliche Bedeutung von Leitlinien näher zu beleuchten und über eine rein juristisch-dogmatische Betrachtung hinaus die faktische Wirksamkeit und Effektivität von Leitlinien zu bewerten. Leitlinien, die in Form einer unverbindlichen Entschließung von internationalen Organisationen bzw. einer unverbindlichen Vereinbarung von Staaten beschlossen werden, sind als Soft Law einzuordnen. Sie stellen allerdings keinen feststehenden Rechtsbegriff dar, weshalb Rückschlüsse auf Verfahren oder Autorität allein aufgrund der Bezeichnung als „Leitlinie“ nicht möglich sind. Leitlinien bedürfen immer einer individuellen Betrachtung und Analyse.

Am Beispiel der „Voluntary Guidelines to Support the Progressive Realization of the Right to Adequate Food“ (RtAF Guidelines) werden die Autorität und Effektivität einer Leitlinie untersucht. Neben der rein völkerrechtsdogmatischen Bewertung erfolgt die Untersuchung der RtAF Guidelines auch anhand völkerrechtssoziologischer Kriterien, um das Instrument ganzheitlich bewerten zu können. Die Untersuchung hat ergeben, dass den RtAF Guidelines lediglich eine eingeschränkte Autorität zukommt. Im Rahmen der Untersuchung wird überdies der Frage nachgegangen, inwieweit die RtAF Guidelines Impulse für nationale Gesetzgebungen gesetzt haben und ob dadurch Aussagen über die Effektivität des Instruments getroffen werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit lag ferner auf den „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ (Tenure Guidelines). Es ist das erste globale völkerrechtliche Instrument, welches den gerechten Zugang zu Ressourcen sichern, zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit beitragen und so auch Menschenrechtsverletzungen, insbesondere durch Land Grabbing, vermeiden soll.
Am Maßstab bestehender menschenrechtlicher Regelungen wird geprüft, inwieweit die Tenure Guidelines den Menschenrechtsschutz weiterentwickelt haben. Im besonderen Fokus standen dabei die „vulnerable groups“ wie indigene Völker und Frauen.

Als Ergebnis ist festzustellen, dass Leitlinien aus juristischer Perspektive ein noch schwer greifbares Regelungsinstrument sind. Als völkerrechtliches Steuerungsinstrument können sie jedoch zur Weiterentwicklung und Konkretisierung von Menschenrechten beitragen.
Kurzfassung auf Englisch: Guidelines have only rarely been discussed in international law. This work therefore aims to shed more light on the legal significance of guidelines and to evaluate the virtual efficacy and effectiveness of guidelines beyond a purely legal-dogmatic analysis. Guidelines adopted in the form of a non-binding resolution by international organizations or a non-binding agreement of states are to be classified as soft law. However, they do not constitute a fixed legal term, which is why conclusions about procedures or authority are not possible solely on the basis of the term "guideline". Guidelines always require individual consideration and analysis.

Using the example of the "Voluntary Guidelines on Supporting the Progressive Realization of the Right to Adequate Food" (RtAF Guidelines) the authority and effectiveness of a guideline are examined. In addition to the purely international legal doctrinal assessment, the RtAF Guidelines are also examined on the basis of international sociological criteria in order to be able to evaluate the instrument holistically. The investigation has shown that the RtAF Guidelines have only limited authority.
This research also examines the extent to which the RtAF Guidelines have provided impulses for national legislation and whether statements can be made about the effectiveness of the instrument.

Another focal point of the work were the "Voluntary Guidelines for the Responsible Management of Tenure Guidelines for Land and Land Use Rights, Fisheries and Forests" (Tenure Guidelines). It is the first global instrument of international law to ensure equitable access to resources, food security, and thus to prevent human rights violations, in particular through land grabbing.
On the basis of existing human rights regulations is being examined to which extent the Tenure Guidelines have further developed human rights protection. Particular focus was placed on "vulnerable groups" such as indigenous peoples and women.

As a result, it is clear that guidelines from a legal perspective are still an elusive regulatory tool. However, as an instrument of international law they can contribute to the further development and concretization of human rights.

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