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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-100367
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/10036/


Ein-Jahres-Bilanz eines interdisziplinären Kinderanalgosedierungsteams an einem Universitätsklinikum

Kintscher, Mirna

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Basisklassifikation: 44.67 , 44.66
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Singer, Dominique (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.10.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 24.10.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung und Fragestellung: Die Zahl der Analgosedierungen von Kindern für diag-nostische Zwecke und schmerzhafte Eingriffe außerhalb des Operationssaales stieg in den letzten zwei Jahrzehnten stark an (Lalwani, 2006). Seit dem 20.08.2014 werden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Analgosedierungen ausschließlich durch das eigens dafür bestimmte Team mit entsprechendem mobilen Arbeitsplatz und Equipment durchgeführt. In dieser Arbeit sollen im Rückblick auf das erste Jahr der Tätigkeit des Kinderanalgosedierungsteams besondere Risikofaktoren der Patientenklientel am UKE, sowie mögliche Einflussfaktoren auf die Sicherheit und Effektivität von Analgosedierungen, betrachtet werden.
Material und Methode: In dieser retrospektiven Studie mit 441 erfassten Kindern und insgesamt 784 durchgeführten Analgosedierungen wurden demographische und klinisch relevante Parameter aus den Protokollen der Analgosedierungen eines Jahres (20.08.2014-19.08.2015) deskirptiv ausgewertet.
Ergebnisse: Innerhalb eines Jahres wurde bei 784 Kindern eine Analgosedierung vorrangig mit Propofol, Midazolam und/oder S-Ketamin durchgeführt (8,5 % Säuglinge, 43,9 % Kleinkinder, 47,6% Kinder > 6 Jahre). Der Anteil von Patienten mit einer ASA-Klassifikation von III oder IV lag bei 53 %. Mit 34,7 % wurden am häufigsten Knochenmark- und Liquorpunktionen durchgeführt. 58 % aller Prozeduren waren schmerzhafte Eingriffe. Insgesamt traten bei 6,6 % der Sedierungen Komplikationen auf, am häufigsten Apnoen (25 %).
Diskussion und Schlussfolgerung: Ein hoher Anteil von Kindern mit komplexen Krankheitsbildern sowie die hohe Anzahl an schmerzhaften Eingriffen erhöhen im betrachteten Patientenkollektiv das Risiko für Komplikationen. Die Etablierung eines festen Analgosedierungsteams erscheint sinnvoll, um in einem in sich abgestimmtem Team die nötige Erfahrung für ein differenziertes Komplikationsmanagement zu sammeln und so sichere und effiziente Analgosedierungen durchzuführen. Die verhältnismäßig hohe Rate an Apnoen und geringe Rate an Sauerstoffsättigungsabfällen könnten mit der standardmäßigen Überwachung mittels Kapnometrie in Verbindung stehen. Durch Kapnometrie werden Apnoen frühzeitig erkannt und schwerwiegende Komplikationen, wie Sättigungsabfälle <90 % für >30 s, durch entsprechende Intervention verhindert. Vor diesem Hintergrund stellt die Kapnometrie ein bedeutsames Standardmonitoring während Analgosedierungen dar.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: Procedural sedation and analgesia for diagnostic procedures and painful interventions in children has increased significantly over the last two decades (Lalwani, 2006). Since 20.08.2014, sedation and analgesia are provided exclusively by a specialized team with on-site monitoring and mobile equipment at the University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE). In this study we evaluate the first year of activity of the sedation team (20.08.2014-19.08.2015) with respect to special risk factors of the patient population, as well as possible factors influencing the safety and effectiveness of analgosedation.
Methods: In this retrospective study of 441children and a total of 784 recorded analgosedations demographic and clinically relevant parameters from the sedation protocols were analyzed descriptively.
Results: Within one year 784 children (47.7 % schoolchildren (> 6-20 years), 44.9 % toddlers (1-6 years), and 7.4% infants (<1 year)) were analgosedated with propofol, midazolam and/or S-ketamine. 53 % of the children were classify with ASA score III and IV. The most common type of performed procedures were bone marrow aspirations and lumbar punctures (34.7 %). A total of 58 % of the procedures were classified as painful procedures. Altogether the rate of complications was 6,6 %. Apnea occurred most frequently (25 %).
Discussion and Conclusions: The high number of seriously ill children and painful procedures increase the risk of complications in the examined patient population. The establishment of a permanent sedation team appears to be advisable to gain the necessary experience for a differentiated complication management and to build a coordinated team to perform safe and efficient analgosedation. The comparatively high rate of apnea and low rate of decreases in oxygen desaturation could be associated with the standard monitoring using capnography. The use of capnography allows the early identification and consequent treatment of apnea and prevents severe complications like oxygen desaturations <90 % for >30 s. In this context, capnography presents a significant standard monitoring during analgosedation.

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