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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-97067
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9706/


Verbesserung der Risikokommunikation bei älteren Patienten mit einem erhöhten Risiko eines Langzeitkonsums von Benzodiaze-pinen und Z-Substanzen

Improving risk communication in elderly patients at increased risk of long-term use of benzodiazepines and z-drugs

Mokhar, Aliaksandra

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Benzodiazepine , ältere Menschen , Kommunikation
Freie Schlagwörter (Englisch): benzodiazepines , long term use , elderly , communication
Basisklassifikation: 44.07 , 44.15 , 44.14 , 44.68 , 77.58
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Härter, Martin (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.03.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 26.04.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Vor dem Hintergrund der hohen Zahl der leitlinienabweichenden Einnahmen von BZD und Z-Substanzen unter älteren Menschen, ist es von hoher Relevanz, die Versorgungssituation der Betroffenen zu verbessern. Dabei ist die Erforschung der Einflussfaktoren auf die Langzeit-einnahme unabdingbar. Das fundierte Wissen trägt zum besseren Verständnis der Situation bei und erlaubt, neue Lösungsansätze zu entwickeln. Einer der Ansätze ist das Modell der patientenzentrierten Versorgung. Dieses zielt unter anderem auf die Veränderung der Kom-munikations- und Interaktionsprozesse sowohl zwischen Patienten und Behandlern als auch zwischen den Behandler untereinander ab. Das Ziel der vorliegenden kumulativen Dissertati-on war es, einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn über die Langzeitverschreibung von BZD und Z-Substanzen bei älteren Menschen zu leisten und bezogen auf die Dimensionen der patien-tenzentrierten Versorgung einen möglichen Ansatz zur Verbesserung der Verschreibungssitu-ation zu untersuchen.
Die Ergebnisse der kumulativen Dissertation zeigen, dass der häufigste Grund der Langzeit-einnahme die Schlafstörung ist. Absetzversuche werden häufig vermieden. Dies geschieht zum einen aus Angst vor der Rückkehr der Symptome und zum anderen durch die ¬– ¬aus Patientensicht – fehlende professionelle Begleitung sowie durch einen Mangel an Alternativen seitens der Behandler. Arbeitslosigkeit und der allgemein problematische Medikamentenkon-sum sind mit der Langzeiteinnahme assoziiert. Die patientenzentrierten Angebote zur Vermei-dung der Langzeitverschreibung und -einnahme von BZD und Z-Substanzen zielen insbeson-dere auf die Aufklärung der Patienten, Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung und Er-weiterung von kommunikativen und interaktionellen Fähigkeiten der Behandler ab. Die Quali-tät der untersuchten Angebote ist noch unzureichend. Es konnte gezeigt werden, dass eine Verbesserung der interaktionellen Ebene unter den Behandlern aus verschiedenen Versor-gungsstrukturen (Apotheken, Ärzte, Pflegeeinrichtungen) zur Vermeidung von Langzeitver-schreibungen von BZD und Z-Substanzen führen kann.
Der Bedarf nach Entwicklung spezifischer Fortbildungsangebote für das Fachpersonal sowie Förderung des interdisziplinären Austausches unter den Kollegen wurde deutlich. Ältere Pati-enten äußern den Wunsch nach mehr Informationen zu medikamentöser Behandlung und professionelle Hilfe beim Absetzen von leitlinienabweichender Medikation. Hinweise auf nicht-medikamentöse Therapien, Einbezug der Bedürfnisse des Patienten und ein klarer Therapie-plan sind von großer Bedeutung.
Kurzfassung auf Englisch: In view of the fact that a large amount of BZD and Z-drugs are taken in non-regulatory ways by the elderly, it is particularly relevant to improve the care situation of those affected. An investigation into the factors influencing their long-term use is therefore indispensable. Sound knowledge contributes to a better understanding of the situation and allows new approaches to be developed. One of these approaches is the patient-centered care model. Among other things, this aims to change the communication and interaction processes both among patients and practitioners as well as among those treating each other. The aim of the present cumula-tive dissertation was to contribute to gaining insights into the long-term prescribing of BZD and Z-drugs in the elderly and to investigate a possible approach to improving the prescription sit-uation with regard to the dimensions of patient-centered care.
The results of the cumulative dissertation show that the most common reason for long-term use in the elderly is sleep disorder. Attempts to withdraw medicine tend to be avoided, for fear of a) the symptoms coming back and b) a lack of professional support or presentation of al-ternatives by the treating physician, from the patient's point of view. The person responsible for the prescription and long-term use of BZD and Z-drugs is the primary care physician. Un-employment and generally problematic drug use are associated with long-term use. Patient-centered proposals to avoid the long-term prescribing and taking of BZD and Z-drugs are par-ticularly aimed at the education of patients, the improvement of doctor-patient relationships and the extension of the communicative and interactional abilities of the treatment providers. The quality of the examined proposals is still insufficient. It could be seen that an improve-ment to the level of interaction among practitioners from various care structures (pharma-cists, doctors, care facilities) can lead to the avoidance of long-term prescriptions of BZD and Z-drugs.
The need to develop specific training opportunities for specialist staff and promote interdisci-plinary interaction among colleagues became apparent. The reasons and causes of the symptoms should be determined in the doctor-patient interview. Indications of non-drug ther-apies, joint decision-making, inclusion of the patient's needs and a clear treatment plan are of great importance. Interventions on patient information, improvement of doctor-patient com-munication and change of interdisciplinary work should be systematically evaluated.

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