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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-97138
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9713/


Vorhersage der Analgosedierungstiefe bei pädiatrischen Intensivpatienten mit Hilfe des Bispektral-Index

Mauritz, Maximilian David

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SWD-Schlagwörter: Analgosedierung , Intensivstation , Kinderheilkunde , Intubation , Analgesie , Sedierung , Prognose , Schmerz , Absaugen , Elektroencephalogramm
Freie Schlagwörter (Deutsch): Bispektral-Index , BIS , Vorhersagemessung , prediction probability
Basisklassifikation: 44.67
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Singer, Dominique (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.04.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 10.05.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Zielsetzung: Beatmete pädiatrische Intensivpatienten sind auf eine Analgosedie-rung angewiesen. Über- oder Unterdosierungen der Analgosedierung können das Outcome der Patienten negativ beeinflussen. Mit den klinischen üblichen Beobachtungskalen zur Analgosedierung kann besonders eine Übersedierung nicht sicher erkannt werden, da bei minimalen Scorewerten eine Dosiserhöhung nicht zu weiteren Scoreänderungen führen kann. Darüber hinaus eignen sich diese Beobachtungskalen kaum um Reaktionen auf Schmerzreize vorauszusa-gen. Objektive Messverfahren können möglicherweise helfen, diese Einschrän-kungen zu überwinden. In dieser Studie wurde in der klinischen Praxis unter-sucht, inwiefern sich der Bispektral-Index (BIS) als EEG-Parameter eignet, klini-sche Skalen und somit die Reaktion auf einen nozizeptiven Reiz vorhersagen zu können.

Methodik: Nach positivem Ethikvotum und schriftlicher Einwilligung der Eltern wurde die Studie an 38 beatmeten Patienten zwischen zwei und 16 Jahren durchgeführt. Insgesamt wurden 56 endotracheale Absaugmanöver untersucht. Der BIS (BISTM, Medtronic, Dublin) wurde verblindet vor (t0) und während (t1) ei-nes schmerzhaften Reizes aufgezeichnet. Für beide Zeitpunkte wurden COM-FORT-B, mFLACC und BPS-Scores von der betreuenden Pflegekraft erhoben. Die statistische Auswertung erfolgte mit der Vorhersagewahrscheinlichkeit (PK-Wert) wobei der BIS als Prädiktor für einen Herzfrequenzanstieg um 15%, einen Anstieg des mFLACC oder des BPS Score um jeweils >2 zum Zeitpunkt (t1) un-tersucht wurden.

Ergebnis: Eine gute Vorhersagbarkeit der Reaktion auf einen nozizeptiven Reiz war mit dem Bispektral-Index möglich. Die beste Vorhersage war für die Reakti-on nach BPS möglich (PK 0,75; SE±0,08), gefolgt von mFLACC (PK 0,74; SE±0,08) und der Steigerung der Herzfrequenz (PK 0,72; SE±0,11).

Schlussfolgerung: Der Bispektral-Index kann als Parameter zur Steuerung der Analgosedierung und Vermeidung von Überdosierungen verwendet werden. Weitere Studien müssen die Outcomerelevanz für eine BIS-gesteuerte Anal-gosedierung nachweisen.
Kurzfassung auf Englisch: Introduction: Ventilated pediatric intensive care patients often require seda-tive/analgesic therapy. Over- or underdosing of analgesic or sedative drugs may adversely affect the outcome of these patients. With the usual clinical observa-tional scales for pain and/or sedation, oversedation cannot be reliably detected, since with minimal scores an increase in dosing cannot lead to further score changes. In addition, these observation scales are hardly suitable for predicting reactions to painful stimuli. Objective measurement techniques may help to over-come these limitations. This study investigated in clinical practice how the Bispectral Index (BIS) as an EEG-based parameter is suitable for predicting clini-cal scales and the response to a nociceptive stimulus.

Methods: After approval of the local Ethics Commitee and written consent of the parents, the study was performed on 38 ventilated patients. Patient‘s ages ranged from 2 to 16 years. A total of 56 endotracheal suction maneuvers were investigated. The BIS (BISTM, Medtronic, Dublin) was recorded before (t0) and during (t1) a painful stimulus. For both time points, COMFORT-B, mFLACC and BPS scores were collected by the care-taking nurse, who was blinded to the BIS monitor. Prediction probability (PK value) was calculated, the BIS was examined as a predictor for a heart rate increase by 15%, an increase of the mFLACC or the BPS score by >2 at (t1).

Results: A good predictability of the response to a nociceptive stimulus was pos-sible with the Bispectral index. The best prediction was possible for the response to BPS (PK 0.75, SE ± 0.08), followed by mFLACC (PK 0.74, SE ± 0.08) and in-crease in heart rate (PK 0.72, SE ± 0.11).

Conclusions: The Bispectral Index can help to control sedative/analgesic thera-py and avoid overdosing of sedation. Further studies have to prove the outcome relevance for a BIS-controlled sedative/analgesic therapy.

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