Kap. 5.1

5.2 Übersicht über die verfügbaren Daten

In den automatisierten meteorologischen ANETZ-Stationen der Schweizer Meteorologischen Anstalt, zu denen das Sphinxobservatorium am Jungfraujoch gehört, werden im 10 min-Intervall unter anderem folgende Parameter bestimmt, die in der Datenbank ENAD an der ETH Zürich abgerufen werden können (DÖSSEGGER 1992):

Außerdem werden Wetterbeobachtungen durch den Hauswart der Forschungsstation Jungfraujoch durchgeführt. Die Beobachtungen für 7, 13 und 19  h MEZ werden in den täglich erscheinenden Wetterbericht der Schweizer Meteorologischen Anstalt, Zürich veröffentlicht. Diese enthalten auch die für 01 h MEZ erstellten Bodenwetterkarten und Höhenwetterkarten der 500 HPa-Fläche für Europa und angrenzende Gebiete. Während die Bodenwetterkarten Meldungen von Wetterstationen sowie Informationen über den Verlauf von Fronten enthalten, geben die Höhenwetterkarten einen Überblick über das Druck- und Stromfeld der freien Atmosphäre (ROTH 1990). Da diese Strömungen weniger abhängig sind von Einflüssen von Gebirgen etc., werden diese Karten hier zur Beurteilung der Herkunft von Luftmassen zusätzlich zur lokal beobachteten Windrichtung hinzugezogen. Die Bodenwetterkarten sind für die Beurteilung der Strömungsverhältnisse im Alpenraum aufgrund der Geländeform nicht geeignet.

Die Aerosoloberflächenkonzentration wird fortlaufend mit einer zeitlichen Auflösung von 30 min mit einem Epiphaniometer (GÄGGELER et al. 1989) bestimmt. Ein weiteres Epiphaniometer wird zur Erfassung von Radon-222-und Radon-220-Zerfallsprodukten eingesetzt (GÄGGELER et al. 1995). Bei den Meßkampagnen im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes ALPTRAC wurden zusätzlich folgende Geräte eingesetzt (ALPTRAC DATA CATALOGUE 1993):

Auf die 1992 und 1993 durchgeführten Untersuchungen zur Charakterisierung von Wolkenwassertröpfchen soll in dieser Arbeit nicht näher eingegangen werden (SCHWIKOWSKI et al. 1994).

5.2.2 Diskontinuierliche Aerosolmessungen

Bei den Meßkampagnen am Jungfraujoch (JFJ) JFJ91 (7.1.-20.2.91), JFJ92 (22.4.-30.5.92) und JFJ93 (18.10.-15.11.93) wurden die wasserlöslichen Aerosolkomponenten mit einer einfachen Filterkaskade gesammelt (SCHWIKOWSKI et al. 1990). Parallel dazu wurde ein ADS eingesetzt.

1991 wurde im Rahmen der Meßkampagne JFJ91 eine Filterkaskade von 47 mm Filterdurchmesser mit PTFE-, Nylon- und H3PO4 imprägniertem Cellulose-Filter eingesetzt. Der Filterhalter war in der Spitze eines trichterförmigen Edelstahlgehäuses angebracht, der als Schneeschutz dienen sollte. Die Trichteröffnung von 60 cm Ø war durch eine Edelstahlplatte verschlossen, in der 3 Löcher von 5 cm Ø als Ansaugöffnungen vorhanden waren. Bei dieser Anordnung war der Kontakt zwischen Aerosol und Edelstahloberfläche unumgänglich, daher war bei HNO3 mit hohen Verlusten durch Absorption zu rechnen (De Santis et al. 1988). Zur HNO3-Probenahme wurde außerdem ein einfach aufgebautes ADS mit einem NaF-beschichteten Rohr eingesetzt. Es wurde kein Backup-Filter für die Partikelanalytik benutzt, sondern ein grobes Cellulosefilter diente als "Schneesperre" für den Ansaugschlauch. Die Hülle des ADS bestand aus Edelstahl, die Einlaßöffnung wurde von einem zylinderförmigen Edelstahlmantel (50 cm hoch, 20 cm Ø) umgeben.

Bei der Kampagne JFJ92 wurde der Filterhalter bei schneefreiem Wetter ohne jegliche Abdeckung eingesetzt. Dabei war der Filterhalter mit der Filterseite nach oben montiert, so daß auch Gravitationsdeposition von größeren Partikeln und Abscheidung von Reif erfolgen konnte. Bei Bedarf wurde eine Schneeschutzhaube aus Polypropylen über die Filterkaskade gestülpt. Das ADS wurde in der in Kapitel 3.2 beschriebenen Form mit 2 Rohren (NaF, Oxalsäure) und einem PTFE-Backup-Filter eingesetzt.

Für JFJ93 wurden nur kleinere Änderungen im Aufbau der Sammler vorgenommen. Beim ADS fand bei einigen Proben eine Ergänzung des PTFE-Backup-Filters durch einen Nylon- und einen H3PO4-imprägnierten Cellulosefilter statt. Die Filterkaskade wurde mit der Ansaugöffnung nach unten montiert.

Weiterhin erfolgte bei den drei Meßkampagnen die Probenahme von Aerosol für die Bestimmung von Schwermetallen. Die Ergebnisse dieser Proben werden zusammen mit der Neuschneebeprobung in Kapitel 7 behandelt.

Kap. 5.3

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