Kap. 5.2

5.3 Übersicht über die meteorologischen Parameter

Bedingt durch die Lage auf einem Sattel zwischen zwei Bergen findet die Anströmung der Station Jungfraujoch nur aus südöstlicher oder nordwestlicher Richtung statt. Bei der Häufigkeitsverteilung der beobachteten Windrichtungen, klassifiziert in 8 Sektoren, entfielen auf diese beiden Sektoren ca. 70 % der Beobachtungen, bezogen auf die Gesamtzahl der Beobachtungen während der jeweiligen Meßkampagne (Abb.13). Die Häufigkeitsverteilung basiert auf den ANETZ-Daten, wobei pro Stunde ein einzelner Meßwert (kein Mittelwert!) zur Verfügung stand. Dabei können auch kurzfristig lokale andere Windrichtungen als NW und SO erfaßt worden sein. Schwachwindereignisse mit Windgeschwindigkeiten von weniger als 3 m/s, bei denen die Messung der Windrichtung unzuverlässig ist, sind in Tab. 10 mit aufgeführt

{short description of image}

Abb.13: Prozentuale Häufigkeitsverteilung der vorherrschenden Windrichtungen bei den Meßkampagnen JFJ91, JFJ92 und JFJ93.

In Abb.14, 15 und 16 sind Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit für die 3 Meßkampagnen aufgezeichnet. Außerdem sind die Schneefallereignisse auf der Basis der täglich erscheinenden Wetterberichte der SMA markiert. Die Skalierung wurde bei allen drei Abbildungen gleich gewählt, so daß die jahreszeitlichen Unterschiede, besonders in der Temperatur, gut zu erkennen sind.

In Tab. 10 wird die Ergiebigkeit der Schneefälle in mm Wasseräquivalent (WE) angegeben. Dieses entspricht der Höhe der Wassersäule, die sich aus der Schneeschicht durch Auftauen erhalten ließe.

Tab.10: Übersicht über die 6 h-Mittelwerte von Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sowie über die Häufigkeitsverteilung der Windrichtungen.

 

JFJ91

JFJ92

JFJ93

Temperatur [°C]

     

Mittelwert

-14

-5

-8

Minimum

-30

-16

- 9

Maximum

-4

3

-3

rel. Feuchte [%]

52

76

70

Luftdruck [mbar]

649

658

654

Niederschlag [mm WE]*

134.6

145.0

87.6

Windrichtung

     

SE [%]

35

42

47

NW [%]

35

32

22

Schwachwind [%]

13

2

2

*: aus Probenahmen ermittelt

   

JFJ91

{short description of image}

Abb.14: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Schneefallereignisse während der Meß- kampagne JFJ91, 8.1.-19.2.91.

Die Kampagne läßt sich vom lokalen Wettergeschehen her in drei Phasen einteilen:

{short description of image}

Abb.15: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Schneefallereignisse während der Meßkampagne JFJ92, 20.4.-2.5.92.

JFJ92

Zu Beginn der Meßkampagne JFJ92 fiel bei überwiegend W-Wind (lokal SW) und Temperaturen um -6°C zeitweilig etwas Neuschnee. Am 29.4. zog eine Kaltfront von West nach Ost durch, begleitet von ergiebigen Schneefällen (46.0 mm WE) und niedrigen Temperaturen um -15°C. Beim Durchzug einer Warmfront und Wind aus SW fiel am 2. und 3.5. ebenfalls Schnee. Bis zum 7.5. blieb die Temperatur im Bereich um -5°C bei NW- bis SW-Wind. Am 3.5. fielen 33.6 mm WE Neuschnee.

In der Periode vom 8.-14.5. stieg die Temperatur während einer Hochdrucklage mit W-Wind auf +2.5°C. Ein Tief mit Mittelpunkt über dem Ärmelkanal brachte am 10. und 11.5. Neuschnee.

Ein kleines Tief über Frankreich und Schweiz führte zu einem Rückgang der Temperatur bis auf -10°C und Schneefall. Vom 15. bis zum 24.5. wehte der Wind unter Hochdruckeinfluß aus Nord bis Ost, während die Temperatur vom 19.5. an anstieg.

Bis zum Ende der Meßkampagne stieg die Temperatur bis auf -1°C; bei Westwind trat öfter Schneefall (50.8 mm WE) auf. In der Nacht vom 28. zum 29.5. passierte eine Warmfront, die von einem Tief westlich der Bretagne ausging, das Jungfraujoch.

{short description of image}

Abb.16: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Schneefallereignisse während der Meßkampagne JFJ93, 15.10.-15.11.93.

JFJ93

Zu Beginn, bis zum 19.10.93, lag die mittlere Temperatur bei -8° C. Der Wind kam aus wechselnden Richtungen, überwiegend jedoch aus SO. Am 21.10. fiel die Temperatur auf -17°C beim Durchzug einer Kaltfront mit Nordwind. Unter Tiefdruckeinfluß kam es vom 21. bis zum 24.10. mehrfach zu Schneefällen. Vom 27.10. bis zum 5.11. kam bei sonnigem Wetter der Wind zunächst aus östlicher, dann aus südlicher Richtung, was sich lokal als konstanter SO-Wind bemerkbar machte. Ein Tief über Frankreich führte in der Nacht vom 5. auf den 6.11. zum Durchzug einer Warmfront mit Schneefall bei S-Wind. Vom 8. bis 15.11. herrschte, bedingt durch Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa und Island, eine NW-Strömung vor, wobei wiederholt Neuschnee fiel. Die Temperatur sank in diesem Zeitraum auf einen Mittelwert von -11° C.

Kap. 5.4

Inhalt