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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24700
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2470/


Problemorientiertes Lernen oder fächerorientierter Unterricht im Medizinstudium? : Eine vergleichende Analyse der Studieneingangsphasen von Modell- und Regelstudierenden am Fachbereich Medizin der Universität Hamburg

Problem-based Learning or Subject-oriented Teaching in a Medical School?

Wieking, Ralf

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SWD-Schlagwörter: Medizinstudium , Problemorientierter Unterricht
Freie Schlagwörter (Deutsch): POL , Reformstudiengang , Modellstudiengang , Evaluation
Freie Schlagwörter (Englisch): pbl , reform curriculum , medical school
Basisklassifikation: 44.04
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bullinger, Monika (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.05.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 31.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Aufbau, Durchführung und Evaluation des Modellstudienganges Medizin an der Universität
Hamburg wird beschrieben.
Untersucht wird, ob sich in der Eingangsphase des ersten Jahrganges des Modellstudienganges
Unterschiede zwischen den Studienanfängern der Studienformen aufzeigen lassen. Die
Modellstudierenden bildeten dafür eine erste Gruppe, die Wechsler in den Regelstudiengang
eine zweite. Eine dritte Gruppe bestand aus Studierenden, die hätten teilnehmen wollen,
denen aber kein Platz zugewiesen werden konnte, während die Vergleichsgruppe jene
umfasste, die an einer Teilnahme am Modellstudiengang kein Interesse hatten. Die Gruppen
unterscheiden sich aus sozio-demographischer Sicht nicht, die Effekte beruhen daher auf den
Rahmenbedingungen. Zur Erhebung der Daten wurden Fragebogen erstellt, die für die vier
Studiengruppen jeweils am Ende eines jeden Semesters ausgegeben wurden.
Hoch- (p ≤ 0,001) oder deutlich signifikante (p ≤ 0,01) Unterschiede waren in folgenden
Bereichen zu erkennen:
POL-Studierende fühlen sich zeitlich höher belastet, schätzen die Schwierigkeit des
angebotenen Lehrstoffes aber auch dessen Relevanz für Prüfungen höher ein, schätzen die
Relevanz des Gelernten im ersten Semester höher ein, geben häufiger an, das Arbeitspensum
nicht bewältigen zu können, zeigen eher ein gleichmäßig über das Semester verteiltes Lernen,
schätzen ihre Lernbedingungen besser ein. POL- und exPOL-Studierende benutzen seltener
Altklausuren vor Prüfungen im zweiten Semester und kompensieren dies durch die Nutzung
eigener Notizen.
Signifikante Unterschiede (p≤0,05) waren in folgenden Bereichen zu erkennen:
POL-Studierende im ersten Semester lernten häufiger mehr als 20 Stunden im Eigenstudium,
zeigten im ersten Semester eine geringere Vitalität, schätzen ihren Lernerfolg als Studierende
höher ein.
Keine signifikanten Unterschiede (p > 0,05) waren in folgenden Bereichen zu erkennen:
Studienstrategie; Bedeutung des Studiums in der aktuellen Lebenssituation; Umfang von
Freizeitaktivitäten; Selbsteinschätzung persönlicher Merkmale; Einschätzung der fachlichen,
sozialen und didaktischen Kompetenz der Lehrenden; Generelle Zufriedenheit und
Motivation im Studium; Studiengefühl; Motivation zur Leistungserbringung;
Selbstwertgefühl; Optimismus; Lebenszufriedenheit; allgemeine Gesundheitswahrnehmung;
Vitalität nach dem zweiten Semester; psychisches Wohlbefinden.
Vom ersten zum zweiten Semester zeigten sich folgende Unterschiede in der Einschätzung:
Beide Gruppen waren zufriedener mit den Lernbedingungen, Regelstudierende zufriedener
mit didaktischer und fachlicher Kompetenz der Dozenten, POL-Studierende sahen deren
soziale Kompetenz zunehmen und die eigene Belastung besser bewältigt. Regelstudierende
schätzten sich in der Rolle als Studierende im zweiten Semester höher ein.
Die Dozentenbefragung zeigte eine grundsätzliche Zufriedenheit mit der Organisation, den
Veranstaltungen und den Studierendenleistungen. Allerdings wurden fehlende fachliche
Grundlagen und ungenügende Vorbereitung der POL-Studierenden kritisiert. Gleichzeitig
herrschte Zufriedenheit mit dem Prüfungssystem.
Zusammenfassend lassen sich die Erfahrungen in der Durchführung einzelner
Veranstaltungen gut ableiten und können in den zukünftigen reformierten Unterricht integriert
werden. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf vorliegende Literatur ist aufgrund spezieller
Hamburger Bedingungen vermutlich nur bedingt gegeben. Gleichzeitig hat das Projekt
starken Einfluss auf die Gestaltung des zukünftigen Curriculums am Fachbereich Medizin
genommen und damit neben der wissenschaftlichen mittlerweile auch seine
hochschulpolitische Legitimation untermauert.

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