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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-34924
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3492/


Einfluss von Telmisartan, Nisoldipin oder ihrer Kombination auf die endothelabhängige Vasodilatation bei Patienten mit essentieller Hypertonie

Appel, Daniel

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SWD-Schlagwörter: Hypertonie , Endothel , Stickstoffmonoxid
Freie Schlagwörter (Deutsch): Telmisartan , Nisoldipin , endotheliale Dysfunktion
Freie Schlagwörter (Englisch): hypertension , endothelium , nitric oxide
Basisklassifikation: 44.38
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Böger, Rainer (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.09.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 26.11.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Das Hauptziel dieser Studie war es, den Einfluss einer Therapie mit dem AT1-Rezeptor-Antagonisten Telmisartan, dem Calciumkanalblocker Nisoldipin oder der Kombination
beider Substanzen auf die endothelabhängige Vasodilatation bei Patienten mit essentieller Hypertonie zu untersuchen. Folgende sekundäre Endpunkte wurden definiert: Ausmaß der Blutdrucksenkung, Veränderung der Plasmakonzentrationen des
endogenen NO-Synthase-Inhibitors ADMA, Veränderung der Ausscheidung von Nitrat, Veränderung der Zahl zirkulierender endothelialer Progenitorzellen (EPC) sowie der ex vivo-Thrombozytenaggregation. Um den Einfluss der Studienmedikation auf diese vordefinierten Zielkriterien zu untersuchen, führten wir eine randomisierte einfach
blinde Studie im Parallelgruppendesign durch, in die 37 Patienten mit essentieller Hypertonie eingeschlossen wurden. Alle Patienten durchliefen eine zweiwöchige Wash-Out-Phase und wurden anschließend in einen der o. g. Behandlungsarme (n=12/13/12)randomisiert. Mit Ausnahme eines signifikant höheren BMI von Patienten der Nisoldipin-Gruppe im Vergleich zum BMI von Patienten der Telmisartan-Gruppe unterschieden sich die Patienten der verschiedenen Behandlungsarme nicht signifikant in Bezug auf wesentliche Patientencharakteristika, wie z. B. Ausgangsblutdruck,
Geschlecht, Alter, CRP, LDL-/HDL-Cholesterin oder dem Anteil an Rauchern. Nach sechswöchiger Therapie konnte bei Patienten, die mit Telmisartan oder der Kombination aus Telmisartan und Nisoldipin behandelt wurden, eine signifikante Verbesserung der endothelabhängigen Vasodilatation beobachtet werden, während sich
in der Patientengruppe, die Nisoldipin als Monotherapie erhielt, zu keinem Zeitpunkt der Studie eine signifikante Veränderung dieses Parameters im Vergleich zur Baseline-
Untersuchung zeigte. Neben der Verbesserung der endothelabhängigen Vasodilatation kam es bei Patienten der Telmisartan- und der Kombination-Gruppe nach sechswöchiger Therapie zu einer signifikanten Senkung sowohl des systolischen als auch des diastolischen Blutdrucks, wohingegen die Blutdrucksenkung in der Nisoldipin-
Gruppe das Signifikanzniveau verfehlte. Obwohl wir keine signifikante Korrelation zwischen dem Ausmaß der Blutdrucksenkung und der Verbesserung der Endothelfunktion detektieren konnten, ist somit nicht auszuschließen, dass die unzureichende Blutdrucksenkung zu dem Negativergebnis der Nisoldipin-Gruppe beigetragen hat. Eine therapieinduzierte Veränderung der Plasmaspiegel des NOSynthase-Inhibitors ADMA, bzw. der ex vivo-Thrombozytenaggregation konnten wir
hingegen nicht detektieren. Weiterhin untersuchten wir den Effekt der antihypertensiven Therapie auf die Zahl
zirkulierender EPC. Interessanterweise konnte bereits in der Ausgangsmessung bei den eingeschlossenen Patienten eine im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen signifikant
erhöhte Zahl zirkulierender EPC detektiert werden. In Phänotyp-Analysen konnten wir zudem mit CD146 einen EPC-Marker identifizieren, der für die endotheliale
Differenzierungskapazität verantwortlich sein könnte. Während der antihypertensiven Therapie kam es zu einem signifikanten aber transienten Anstieg der zirkulierenden
EPC in den mit Nisoldipin behandelten Patienten (Mono- und Kombinationsgruppe), während in Patienten der Telmisartan-Gruppe keine Veränderung zu verzeichnen war.
Des Weiteren mobilisierten ausschließlich Patienten der Nisoldipin-Gruppe EPC mit außergewöhnlich hohem Proliferationspotential. Sechs Wochen nach Beginn der
Therapie konnten wir in den mit Nisoldipin therapierten Patienten eine Zunahme zirkulierender Zellen endothelialen Phänotyps feststellen, was möglicherweise darauf
hindeutet, dass Nisoldipin neben der Mobilisierung von EPC auch deren endotheliale Differenzierung beeinflusst.
Wir schlussfolgern aus diesen Ergebnissen, dass Telmisartan zu einer Verbesserung der endothelabhängigen Vasodilatation bei Patienten mit essentieller Hypertonie führt,
während Nisoldipin in diesem Patientenkollektiv die Freisetzung von z. T. hochproliferativen EPC induziert. Größere Studien müssen nun klären, ob diese
Phänomene blutdruckunabhängig zu den vaskuloprotektiven Effekten der o. g. Substanzen beitragen.

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