FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-34967
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3496/


Hyperplasie der Leydigzellen : Strukturelle und immunhistochemische Charakterisierung der hyperplastischen Leydigzellen im menschlichen Hoden

Lüdtke, Ranja

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (7.724 KB) 


SWD-Schlagwörter: Leydig-Zelle , Leydig-Zwischenzelle , Hoden , Hyperplasie , Sertoli-Zelle , Spermatogenese
Freie Schlagwörter (Deutsch): Nestin
Basisklassifikation: 44.34
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Davidoff, Michail (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 10.12.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die Leydigzellen des menschlichen Hodens sind Zellen, die für die Produktion der
männlichen Geschlechtshormone verantwortlich sind. Hiermit regulieren sie den Ablauf
und die Erhaltung der Spermatogenese, tragen zur Entstehung der männlichen
Geschlechtsmerkmale bei und bestimmen das männliche Verhalten.
Durch die Produktion verschiedener bioaktiver Substanzen stehen sie in ständiger
Wechselwirkung mit weiteren Strukturen des Hodens und regulieren somit seine Funktion.
Leydigzellhyperplasien stellen größere Ansammlungen dieser Zellen dar, die in der Regel
als benigne Gebilde zu betrachten sind, sich aber zu benignen oder malignen Leydigzell-
Tumoren differenzieren können.
Eine detaillierte Untersuchung über die strukturelle und immunhistochemische
Beschaffenheit der hyperplastischen und tumorösen Leydigzellen sowie deren
Abhängigkeit vom Zustand der Spermatogenese steht bis zum jetzigen Zeitpunkt aus.
Ungenügend geklärt ist gegenwärtig auch die Herkunft der hyperplastischen und
tumorösen Leydigzellen.
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine gezielte Untersuchung der
hyperplastischen Leydigzellen im menschlichen Hoden im Hinblick auf ihre Struktur, ihre
Sekretion bioaktiver Substanzen, ihre Abhängigkeit vom Zustand der Spermatogenese
und auf ihre Herkunft. Dabei wurden Vergleiche zu normalen sowie zu tumorösen
Leydigzellen herangezogen.
Anhand von Paraffin-, Semidünn- und Ultradünnschnitten konnte in dieser Arbeit die
starke Heterogenität der Leydigzellen des menschlichen Hodens nachgewiesen werden.
Diese betrifft nicht nur die Morphologie der Leydigzellen, sondern spiegelt sich auch in
ihrem Funktionszustand wieder.
Mittels der Immunhistochemie und des Western-Blots als zusätzliche Bestätigung konnte
eine große Anzahl verschiedener bioaktiver Substanzen in den
normalen, hyperplastischen und neoplastischen Leydigzellen nachgewiesen werden.
Dabei wurde erstmals die Immunreaktivität dieser Antigene im Hinblick auf den
morphologischen Zustand der hyperplastischen Leydigzellen sowie die Abhängigkeit der
Expression vom Zustand der Spermatogenese der Hodenkanälchen bestimmt. Die
Immunhistochemie sowie die Western-Blot Analyse lieferte des Weiteren den Beweis für
die Herkunft und für den Enstehungsmechanismus der hyperplastischen Leydigzellen.
Die von uns durchgeführte Untersuchung lieferte folgende neue Erkenntnisse:
1. Die hyperplastischen Leydigzellen und die Leydigzelltumore sind wie die normalen
Leydigzellen gekennzeichnet durch ihre deutliche Heterogenität. Dabei ist das Alter der
Patienten für die strukturellen und funktionellen Eigenschaften der Leydigzellen von
geringer Bedeutung.
2. Hyperplastische Leydigzellen und Leydigzelltumore gleichen sich in ihrer
immunhistochemischen Beschaffenheit und besitzen kaum Unterschiede zu den normalen
Leydigzellen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Expression bioaktiver Substanzen
vergleichbar. Leydigzellen, die in der Peripherie von Adenomen liegen, bestechen durch
eine weitere Besonderheit. Sie zeigen eine stärkere Expression der bioaktiven
Substanzen, was auf Wechselwirkungen mit den umgebenden Strukturen zurückzuführen
ist.
3. Der Zustand der Spermatogenese hat einen erkennbaren Einfluss auf die
Leydigzellhyperplasie. So werden hyper- bzw. tumuröse Leydigzellen vermehrt in der
Umgebung von Tubuli mit gestörter Spermatogenese beobachtet. Kommt es zu einer
Unterbrechung der Wechselwirkung zwischen Tubuluszellen und Leydigzellen, wie im
Tubulusschattenareal, degenerieren Leydigzellen. Auch Leydigzellen, die in der Peripherie
von Tumoren liegen, zeigen eine stärkere Expression der Substanzen, was auf
Wechselwirkungen mit den umgebenden Strukturen zurückzuführen ist. Neben dem
Einfluss der Spermatogenese spielen aber auch lokale Faktoren eine Rolle, da
Leydigzellhyperplasien auch in der Nähe von Tubuli mit intakter Spermatogenese
vorkommen.
4. Hyperplastische Leydigzellen und Leydigzelltumore haben dieselbe Herkunft wie
normale Leydigzellen. Sie entstehen durch Transdifferenzierung aus gemeinsamen
Progenitorzellen, die in der Wand der Mikrovaskulatur des Hodens in Form von Perizyten
und glatten Muskelzellen liegen. Der Nachweis des Intermediärfilamentproteins Nestin in
vielen Leydigzelltypen unterstützt diese Aussage und erlaubt die Vermutung, dass beim
Menschen neue Leydigzellen im Verlauf des ganzen Lebens gebildet werden. Es soll
ausdrücklich betont werden, dass die adulten Leydigzellen nicht durch Zellteilung, sondern
durch direkte Umwandlung der nestinhaltigen Progenitorzellen entstehen.


Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende