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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-44851
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4485/


Aggression und Suizidalität bei schizophrenen Patienten mit und ohne komorbide substanzbezogene Störungen

Aggression and suicidality among schizophrenic patients with and without comorbid substance use disorders

Gal, Florian Andreas

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SWD-Schlagwörter: Aggression , Aggression <Motiv> , Selbstmordgefährdung , Selbstmord , Schizophrenie , Schizophrenie <Motiv> , Paranoide Schizophrenie , Psychiatrie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Doppeldiagnose , Substanzbezogene Störungen , Suizidalität , Substanzabusus
Freie Schlagwörter (Englisch): dual diagnosis
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.01.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 24.02.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Bei schizophrenen Patienten finden sich hohe Raten komorbider substanzbezogener Störungen. Zahlreiche Studien belegen, dass diese Patienten zusätzliche Probleme aufweisen, etwa eine schwerere Symptomatik, mehr suizidale Verhaltensweisen sowie ein höheres Ausmaß an Fremdaggression. Allerdings wurden entsprechende Studien häufig im forensischen Kontext durchgeführt und erfassten gravierende strafrechtlich relevante Taten. Ziel dieser Untersuchung war es deshalb, neben Suizidalität auch mildere Formen aggressiven Verhaltens, die im klinischen Alltag häufiger anzutreffen sind, zu untersuchen.
Methode: N=247 schizophrene Patienten (n=174 mit und n=73 ohne komorbide substanzbezogene Störungen) wurden anhand eines strukturierten klinischen Interviews zu fremdaggressivem und suizidalem Verhalten befragt. Zur Fremdbeurteilung aggressiven Verhaltens wurden zudem Teile der „Brief Psychiatric Rating Scale“ (BPRS) und die „NursesObservation Scale for Inpatient Evaluation“ (NOSIE) eingesetzt. Beide Gruppen wurden in Bezug
auf fremdaggressives Verhalten und Suizidalität miteinander verglichen.
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten anhand der BPRS-Subskala „Misstrauen/Feindseligkeit“ (t=0.14, df=144.76, p=0.89), des NOSIE-Items „braust schnell auf“ (t=1.09, df= 245.00,p=0.28) sowie des Interviews „Aggression gegenüber Personen“ (t=0.15, df= 243, p=0.88) und „Aggression
gegenüber Gegenständen“ (t=0.15, df=241, p=0.88) wenig Unterschiede bezüglich des fremdaggressiven Verhaltens. Die Doppeldiagnosepatienten waren aufgrund der NOSIE-Items
lediglich eher „wütend oder ärgerlich“ (t=2.85,df=245. 00, p=0,005) und „reizbar und nörglerisch“ (t=2.34, df=245.00, p=0.02). In Bezug auf Suizidalität waren deutliche Unterschiede festzustellen. Unter den Doppeldiagnosepatienten fanden sich auf der Grundlage
des klinischen Interviews signifikant häufiger Suizidgedanken (c2=7.0, df=2, p=0.03), Suizidpläne
(c2=10.97, df=2, p=0.004) und Suizidversuche (c2=6.75, df=2.00, p=0.03) in der Vergangenheit.
Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass aggressive Verhaltensweisen, wie sie im klinischen Alltag anzutreffen sind, bei Doppeldiagnosepatienten überschätzt
werden könnten. Autoaggression im Sinne von Suizidgedanken, -plänen und –versuchen scheint hingegen bei Doppeldiagnosepatienten weitaus stärker ausgeprägt zu sein
und sollte bei dieser Patientengruppe besonders sorgfältig berücksichtigt werden.

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