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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-59161
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5916/


Heterogenität des Y-Chromosomverlustes in Seminomen des Hodens

Gnauck, Britta

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Y-Chromosomverlust , Seminom , Hodentumoren , FISH
Basisklassifikation: 44.47
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sauter, Guido (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.11.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 14.11.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Y-Chromosomverluste werden bei zahlreichen Tumorarten in ca. 10-40 % der Fälle gefunden. Die einzige bekannte Ausnahme hierfür ist das Prostatakarzinom, bei dem Y Chromosomverluste nur in weniger als 1 % der Tumoren vorkommen. Es wurde deswegen spekuliert, dass die Expression von einem oder mehreren Y-Chromosom-Genen für das Überleben von Prostataepithelzellen von vitaler Bedeutung ist.
Y-Chromosomverluste wurden beim Seminom bisher noch in keiner Studie umfassend untersucht. Ausgehend von der Hypothese, dass auch das Seminom (wie das Prostatakarzinom ein „männlicher Tumor“) keine oder kaum Y-Chromosomverluste aufweisen könnte, da auch die Keimzellen des Hodens möglicherweise Y-Chromosom-abhängig sein könnten, wurde für dieses Projekt ein TMA hergestellt, bestehend aus jeweils zwei 0,6 mm messenden Proben von 85 Seminomen. Bei 58 von 85 Patienten wies der TMA einen oder zwei interpretierbare(n), seminomhaltige(n) Spot(s) auf. Schnitte des Tissue Micro Arrays wurden mit einer kommerziellen Sondenmischung (AneuVysion Vysis CEP 18/X/Y-Sondenmischung (Abbott Laboratories, USA)) mit Proben gegen das Y-Chromosom (orange), das X-Chromosom (grün) und Chromosom 18 (blau) gefärbt. Ausgewertet wurde lediglich das Y-Chromosom, wobei ein Y Chromosomverlust als fehlender Nachweis von Y-Chromosomen in mindestens 80 % der eindeutig identifizierbaren Seminomzellen definiert wurde. Ein Y Chromosomverlust fand sich bei 4 von 58 interpretierbaren Patienten (6,9 %). Es bestand kein Zusammenhang zwischen Y-Chromosomverlusten und pT-Stadium, Lymphgefäßinvasion, Blutgefäßinvasion oder Rete-testis-Invasion. Ebenso wenig bestand ein Zusammenhang mit dem Patientenalter. Patienten mit Y-Chromosomverlust in ihrem Seminom waren im Mittel 37,8 Jahre (30-46 Jahre) alt, während Patienten ohne Y-Chromosomverlust im Mittel 37,7 Jahre (23-73 Jahre) alt waren. Die Daten machen somit deutlich, dass Y-Chrosomverluste in Seminomen genauso häufig vorkommen wie in anderen Tumoren bei Männern. Es ergibt sich somit keine Möglichkeit Seminome mit selektiver Ausschaltung von Y-Chromosom-assoziierten Genen zu therapieren.
Wie bei allen anderen bisher umfassend untersuchten Tumorarten fand sich somit kein Zusammenhang zwischen Y-Chromosomverlusten und irgendeinem klinisch/ pathologischen Parameter. Die Bedeutung von Y-Chromosomverlusten bei Seminomen und anderen Tumoren bleibt also unklar.

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