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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-79633
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7963/


Der Einfluss des 5-HTT Polymorphismus auf die Emotionsverarbeitung und die Wirkung von SSRI bei Gesunden

Gompf, Julia

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SWD-Schlagwörter: Serotonin-Reuptake-Hemmer , Gefühl
Freie Schlagwörter (Deutsch): 5-HTT , 5-HTTLPR , Emotionsverarbeitung , Stimmung , Kognition
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wiedemann, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.06.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 14.07.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Wir untersuchten die Wirkung der langfristigen Einnahme von Escitalopram auf die kognitive Leistung, die Emotionsverarbeitung sowie die Stimmung von 15 gesunden männlichen Probanden, die bezüglich des 5-HTTLPR-Polymorphismus homozygot für das s-Allel vorcharakterisiert waren und verglichen unsere Ergebnisse mit den Daten der Untersuchung von 14 gesunden männlichen Probanden, die homozygot für das l-Allel waren (Dragoi, Dissertation 2012).
Es zeigte sich keine Escitalopram-Wirkung und keine Abhängigkeit im Sinne des 5-HTTLPR-Polymorphismus in Bezug auf die Stimmung sowie das Kurz- und Langzeitgedächtnis, die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung sowie die geteilte Aufmerksamkeit von gesunden männlichen Probanden.
Die Emotionsverarbeitung wurde wie erwartet von der langfristigen Escitaloprameinnahme sowie durch den 5-HTTLPR-Polymorphismus beeinflusst.
Es fand sich ein signifikanter Behandlungs-Effekt in der subjektiven Bewertung emotionsinduzierender Bilder im Sinne von weniger negativer Bewertung von Trauer- und Angst-induzierenden Bildern über beide Gruppen hinweg. Dieser Escitaloprameffekt wurde von der ll-Gruppe getrieben. Die Genotyp mal Behandlungs-Interaktion war jedoch nicht signifikant. In der post-hoc Analyse zeigte sich der Behandlungs-Effekt allerdings nur in der ll-Genotyp-Gruppe signifikant.
Bezüglich der objektiven Reaktion auf emotions-induzierende Bilder, gemessen durch Gesichts-EMG, präsentierte die Gruppe, die homozygot für das s-Allel ist, deutlichere negative und weniger deutliche positive Reaktionen. Der Einfluß von Escitalopram auf die Mimik in Form von allgemein positiveren oder weniger negativen emotionalen Reaktionen war stärker in der ll-Genotyp-Gruppe erkennbar.
Unsere Ergebnisse sind in Einklang zu bringen mit der Hypothese, dass Escitalopram, abhängig vom Genotyp bezüglich des 5-HTTLPR-Polymorphismus, die Prozessierung negativer Emotionen positiv moduliert. Sie unterstützen somit die These, dass der therapeutische Effekt von SSRI auf einer Modulation der Emotionsverarbeitung beruht und die Verbesserung der Stimmung sowie kognitiver Leistungen bei depressiven Patienten nach längerfristiger Therapie mit SSRI eine Folge davon sein könnte.
Außerdem scheint die Wirkung des Escitalopram abhängig vom s-Allel schwächer zu sein. Dies könnte zur Klärung des Problems des nicht unbedeutenden Teils der Non-Responder, depressive Patienten, bei denen die Therapie mit SSRI keine Wirkung zeigt, beitragen.

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