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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-83921
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8392/


Auswirkungen manueller Therapie im Bereich der thorakalen Wirbelsäule auf die Lungenfunktion

Effects of thoracic spine manual therapy on pulmonary function

Quentin, Gesine Helene

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (27.818 KB) 


SWD-Schlagwörter: Manipulationstherapie , Mobilisierung <Medizin> , Lungenfunktion , Brustwirbelsäule , Wirbelsäule
Freie Schlagwörter (Deutsch): Manuelle Therapie
Freie Schlagwörter (Englisch): Manual Therapy
Basisklassifikation: 44.70
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Braumann, Klaus-M. (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.01.2017
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 21.03.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel: Es wurde die Wirkung manualtherapeutischer Behandlung im Bereich der thorakalen
Wirbelsäule auf die Lungenfunktion anhand von zwei Hauptfragestellungen untersucht:
1.) Gibt es einen Soforteffekt zwischen Ausgangswert und dem Wert 30min nach einer ersten
kombinierten Mobilisations- und Manipulationsbehandlung
2.) Gibt es einen Späteffekt dieser Behandlung im Zeitraum einer Woche:
- Nach einmaliger Behandlung am Eingangstermin
- Nach ein bis drei Therapieanwendungen
- In Abhängigkeit von der Häufigkeit der Therapieanwendungen
Methode: In einem prospektiven Studiendesign wurden 60 gesunde Probanden mit nicht
symptomatischen Blockierungen der thorakalen Wirbelsäule mittels Losverfahren
randomisiert. Es wurden drei Behandlungsgruppen mit einer (G1), zwei (G2) und drei (G3)
kombinierten Mobilisations- und Manipulationsbehandlungen sowie eine Kontrollgruppe
(G0) unterschieden. Mittels Hand-Spirometer wurden die Lungenfunktionsparameter (LFP)
VC, FVC, FEV1, FEV1/VC, FEV1% (FEV1/FVC) und PEF untersucht. Alle
Behandlungsgruppen wurden am Tag 1 der Versuchswoche nach der Basisuntersuchung
behandelt und nach 30min erneut untersucht. Nach einer Woche wurde bei allen Probanden
die Abschlussuntersuchung durchgeführt. Die Lungenfunktion der Kontrollgruppe wurde am
Tag 1 der ersten und der zweiten Woche gemessen, ohne dass sie eine Behandlung erhielt.
Ergebnisse:
1.) Es konnten keine signifikanten Niveauunterschiede der LFP 30min nach einer
Behandlung im Vergleich zum Ausgangswert festgestellt werden.
2.) Ergebnisse der Untersuchung eines Späteffektes:
2.1) Es zeigten sich keine signifikanten Niveauunterschiede der LFP in der
Behandlungsgruppe G1 im Vergleich zur Kontrollgruppe G0 über den
Beobachtungszeitraum von einer Woche.
2.2) In der Untersuchung aller Behandlungsgruppen mit ein bis drei Behandlungen
(G1/2/3) innerhalb des Beobachtungszeitraumes von einer Woche wurden keine
signifikanten Niveauunterschiede der LFP im Vergleich zur Kontrollgruppe
nachgewiesen.
2.3) In Abhängigkeit von der Häufigkeit manueller Therapieanwendungen, wobei die
Gruppe mit einer, mit zwei und mit drei Behandlungen differenziert voneinander
betrachtet wurden, konnte ein signifikanter Interaktionseffekt der Gruppen im
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Zeitintervall von einer Woche für den Parameter FVC aufgedeckt werden (p= .033; η2=
.153). Für die übrigen LFP konnte dies nicht gezeigt werden.
2.4) Beim Vergleich von Übergruppen der Versuchsgruppen mit ähnlichen
Entwicklungen der LFP innerhalb der Beobachtungswoche unterschieden sich die
Ergebnisse der Probanden mit keiner oder einer Behandlung (G0/1) für die Parameter
FVC (p= .006; η2= .14), FEV1 (p= .017; η2= .106) und PEF (p= .021; η2= .1) im
Vergleich zu den Probanden mit zwei oder drei Behandlungen (G2/3) signifikant.
Konklusion: Die Ergebnisse dieser Studie können nicht die Vermutung stützen, dass eine
einmalige manuelle Therapie in Form einer Weichteiltechnik sowie einer Mobilisierung und
Manipulation der thorakalen Wirbelsäule bei gesunden Probanden nach 30min oder im
Verlauf einer Woche zu einer bedeutenden Erhöhung der LFP VC, FVC, FEV1, FEV1/VC,
FEV1% sowie PEF führt. Es konnten allerdings Hinweise dafür gefunden werden, dass die
Behandlungsfrequenz von mehr als einer Behandlung pro Woche verglichen mit nur einer
Behandlung einen signifikant erhöhten Unterschied der Lungenfunktionswerte FVC, FEV1
sowie PEF bewirken kann. Zudem scheinen die Probanden, die nur einmalig am Anfang der
Woche behandelt wurden, am Ende der Woche nur unwesentlich einem Treatment zu
unterliegen, da sie sich wie die Probanden der Kontrollgruppe verhalten.
Auch wenn in dieser Studie anhand der prozentualen, zur Beurteilung einer pulmonalen
Obstruktion bedeutsamen, LFP FEV1/VC und FEV1% keine signifikante Verbesserung
erkennbar wurde, so spricht doch die signifikante Zunahme der Einzelparameter FVC, FEV1
und PEF dafür. Folgestudien sollten eindeutig zwischen den angewandten
manualtherapeutischen Methoden differenzieren und einen Schwerpunkt auf die Präzisierung
der verwendeten Begriffe, Wirkungsmodelle und Therapieeffekte legen.

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