| Titel: | nympha materiae. Eine Pathetik des undenkbar Komplexen | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Muno, Tobias | Schlagwörter: | Ästhetik; Virtualität; Nymphae; Mensch | GND-Schlagwörter: | AutomatGND Philosophische AnthropologieGND KunstGND Künstliche IntelligenzGND PhilosophieGND |
Erscheinungsdatum: | 2025-09-01 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2020-06-10 | Zusammenfassung: | Diese Dissertation widmet sich der Frage nach der Bestimmung des Menschen im Zeitalter moderner Maschinen. Sie untersucht die Annahme, dass eine mechanische Imitation des Menschen eine Bedrohung seiner metaphysischen Freiheit darstellen könnte. Ausgehend von der Möglichkeit einer mechanischen Nachbildung des Menschen, wird das dabei als Unfähigkeit hervortretende Unbekannte als Nympha materiae produktiv gemacht. Die Nympha materiae, konzipiert als Sprechende Maschine, verkörpert die ununterscheidbare Imitation des Menschen und repräsentiert alles Äußerliche, Kontingente und Veräußerbare. Die Maschine wird als Materialisierung der Disziplinierung von Handlungen verstanden, deren objektive Beschreibung ihre Imitierbarkeit durch Maschinen erhöht. Die Arbeit verfolgt eine philosophische Pathetik, die durch die Betrachtung von Ausdrucksformen versucht, den ursprünglichen Grund des Leidens zu ergründen. Das Vehikel dieser Untersuchung ist die Utopie der Sprechenden Maschine. Ein Kernanliegen ist die Verteidigung des Begriffs der Seele. Die Seele wird als das am Menschsein Unbeantwortbare begriffen, eine Unbekannte, deren Begriff gerade im Nicht-Wissen um sie liegt. Sie ist das andere des Seienden, das nicht durch die Universelle Maschine dargestellt werden kann. Die methodische Herangehensweise ist eine Montage aus Notizen und Zitaten, die interdisziplinär philosophische Strömungen und literarische Motive durchquert, um die Einbildungskraft zu aktivieren. Die Einbildungskraft ist zentral für die menschliche Erkenntnis, indem sie aus Fragmenten Ganzheiten bildet, das Undenkbare zugänglich macht und eng mit der Mathematik verwandt ist. Sie ermöglicht das Begreifen durch Vakanz. Die Nympha materiae dient als figurative Darstellung dieser Vakanz und Undenkbarkeit. Die Arbeit untersucht, ob die Turingmaschine, als Grundlage der KI, die \glqq produktive Differenz\grqq{} imitieren kann. Es wird die These aufgestellt, dass die Universelle Turingmaschine fähig ist, alles Wandelbare zu imitieren, jedoch nicht das Unwandelbare. Der Turing-Beweis offenbart ein Außerhalb des Berechenbaren und Beschreibbaren – die unberechenbaren Zahlen – und zeigt, dass nicht jede menschliche Praxis vollständig formalisiert und imitiert werden kann, insbesondere explorative oder schöpferische Tätigkeiten. Durch die Auseinandersetzung mit philosophischen (z.B. Aristoteles, Kant, Hilbert, Gödel, Turing) sowie kunsthistorischen und literarischen Figuren und Konzepten (z.B. Warburg, Agamben und seine Nymphae, Pathosformel, Cyborg, Sprechende Bildsäule), verteidigt die Arbeit die Relevanz des Begriffs der Seele in einer durch mechanische Imitation herausgeforderten Gegenwart. Sie betrachtet die utopische Vorstellung einer vollkommenen Sprache, die in der Nympha materiae als \glqq sprechendes Silizium\grqq{} kulminiert. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/11848 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-130432 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Steinweg, Marcus Melián, Michaela |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
Dateien zu dieser Ressource:
| Datei | Beschreibung | Prüfsumme | Größe | Format | |
|---|---|---|---|---|---|
| nympha_materiae.pdf | 2ca2760a531ef2fd8d754914de02f8d8 | 8.93 MB | Adobe PDF | ![]() Öffnen/Anzeigen |
Info
Seitenansichten
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am null
Download(s)
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am null
Werkzeuge
