Titel: Linksatriale Vorhofohr-Thromben bei Hypertropher Kardiomyopathie und Vorhofflimmern: Prävalenz und Risikofaktoren
Sprache: mehrsprachig
Autor*in: Lippmann, Benjamin Arved
Schlagwörter: Vorhofflimmern; Hypertrophe Kardiomyopathie; Vorhofthromben; Vorhofohr; Herzinsuffizienz
Erscheinungsdatum: 2026
Tag der mündlichen Prüfung: 2026-10-06
Zusammenfassung: 
Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste genetisch bedingte Herzerkrankung und geht mit einer deutlich erhöhten Prävalenz von Vorhofflimmern (AF) einher. Vorhofflimmern ist in diesem Kontext vor allem wegen des Einflusses auf die Herzinsuffizienzsymptomatik sowie der potentiellen thrombembolischen Komplikationen relevant. Das Ziel der Arbeit war daher, Patient*innen mit HCM und AF in Bezug auf das Auftreten von Thromben im linken Vorhofsohr (LAA) in einer longitudinalen Beobachtung zu charakterisieren sowie in Abwesenheit klarer Empfehlungen die möglichen Behandlungsstrategien zu evaluieren. Eingeschlossen wurden Patient*innen mit gesicherter Diagnose einer HCM, dokumentiertem Vorhofflimmern sowie mindestens einer dokumentierten transösophagealen Echokardiographie
(TEE). Patient*innen mit interventioneller oder operativer LAA-Entfernung vor dem ersten dokumentierten TEE wurden ausgeschlossen. Neben dem Auftreten eines LAA-Thrombus im
Beobachtungszeitraum, definiert als Zeit zwischen der Diagnosestellung von HCM in Verbindung mit AF und dem letzten dokumentierten Kontakt, wurden demographische und klinische Parameter als erklärende Variablen mittels logistischer Regression untersucht.
Der binäre Endpunkt eines nachgewiesenen LAA-Thrombus im Beobachtungszeitraum wurde bei 21.2% der Patient*innen erreicht. Als signifikante Risikofaktoren konnte eine reduzierte LAA-Entleerungsgeschwindigkeit sowie eine fehlende Antikoagulation in Vergleich mit direkten oralen Antikoagulantien identifiziert werden.
Selbst bei gesicherter oraler Antikoagulation kam es bei 19.1% der Patient*innen zu einem LAA-Thrombus. Bei der Mehrzahl der Patient*innen konnte trotz angepasster Therapie nach 6-8 Wochen ein persistierender LAA-Thrombus festgestellt werden.
Für die klinische Praxis sollte daher, abweichend von den aktuellen Vorhofflimmerleitlinien, auch bei bestehender oraler Antikoagulation nicht auf einen Thrombenausschluss vor Rhythmisierungsversuchen verzichtet werden.
Hinsichtlich des Managements von LAA-Thromben bei Patient*innen mit AF im Allgemeinen sowie speziell bei Patient*innen mit HCM sind prospektive Vergleichsstudien notwendig, um eine optimale Antikoagulationsstrategie zur Auflösung von vorhandenen Thromben zu erarbeiten.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12683
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-141698
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Rillig, Andreas
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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