Titel: Von Mensch zu Mensch - Die postmortale muskuskelettale und kardiovaskuläre Gewebespende in der Rechtsmedizin - Eine retrospektive Auswertung der Jahre 2008-2017
Sprache: Deutsch
Autor*in: Schröder, Carolin
Schlagwörter: Gewebespende; postmortal; muskuloskelettal; kardiovaskulär; Rechtsmedizin
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-12-22
Zusammenfassung: 
Während die Organspende einer großen Vielzahl der deutschen Bundesbürger geläufig ist und 84 % dieser in der Mehrheit positiv gegenüber stehen [18], scheint die postmortale Gewebespende selbst unter medizinischem Personal nicht hinlänglich bekannt zu sein [58].
Tatsächlich werden in der Bundesrepublik Deutschland aber jährlich Gewebetransplantationen im fünfstelligen Bereich durchgeführt [26, 29].
Dennoch besteht auch nach Jahren der Aufklärungsarbeit und bereits an einzelnen rechtsmedizinischen Institutionen implementierten Verfahren zur Spendergewinnung, sowohl im muskuloskelettalen als auch kardiovaskulären Bereich, weiterhin ein Transplantatmangel.

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen realistischen Ausblick auf die Aufgaben, Probleme und Chancen zu geben, die mit der Funktion als Gewebeentnahmeeinrichtung verbunden sind. Im Fokus stehen die rechtsmedizinischen Institute, die nicht nur in ihrer Funktion als Leichenhalle ein potentielles Spenderkollektiv hüten und durch ihre praktischen Tätigkeiten und Fertigkeiten passende Entnehmer darstellen, sondern auch im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen und Lehrtätigkeiten im Leichenschauwesen einen erheblichen Beitrag leisten können, das Thema postmortale Gewebespende in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und medizinischem Personal zu rücken.

Eine Steigerung der Spenderzahlen kann erreicht werden durch:
• Aktive und von der Organspende losgelöste, gezielte Aufklärungskampagnen der Bevölkerung über die postmortale Gewebespende
• Lehre und Fortbildung innerhalb der Heilberufe für einen sicheren Umgang im Erkennen und Melden potentieller Gewebespender
• Schaffung einfacher und praktischer Meldestrukturen
• Einführung eines einheitlichen Melde- und Vermittlungsregisters
• In die Pflichtnahme der Transplantationsbeauftragten der Krankenhäuser ihrer Meldepflicht auch bezüglich potentieller Gewebespender nachzukommen
• Außerklinisch Verstorbene einer Spende zuführen
• Einsatz eines Gewebekoordinators an rechtsmedizinischen oder pathologischen Instituten

Eine Prozessoptimierung an Instituten kann erreicht werden durch:
• Einsatz eines Gewebekoordinators ohne konkurrierende Dienstaufgaben
• Einsatz eines festen Entnahmeteams
• Einsatz nicht ärztlicher Mitarbeiter (Präparatoren, Studenten, Physician Assistent)
• Aufeinander abgestimmte und gestufte Spenderevaluationsschritte
• Praktische Schulungen im Umgang mit Angehörigen und Entnahmetechniken
• Austausch mit anderen Entnahmeeinrichtungen

Eine maximale Empfängersicherheit kann gewährleistet werden durch:
• Anamnese (Angehörige, Hausarzt, Klinik)
• Vorabserologie
• Postmortale Computertomographie
• Obduktion

Durch das Engagement jedes Einzelnen, durch Wissenschaft und Lehre, können rechtsmedizinische Institute einen erheblichen Beitrag leisten, dem Transplantatmangel in Deutschland entgegen zu wirken.

Von den Toten für die Lebenden.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8806
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-89935
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Wulff, Birgit
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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