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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-100057
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/10005/


Assoziation zwischen Ernährungsparametern und der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS) in der Schwangerschaft

Association between nutritional parameters and the Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS) in pregnancy

Rinklake, Sonja Christine

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Ernährung , Depression , Schwangerschaft , EPDS , Mikronährstoffe
Freie Schlagwörter (Englisch): diet , depression , pregnancy , EPDS , micronutrient
Basisklassifikation: 44.11
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Zyriax, Birgit-Christiane (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.09.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 18.10.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Mit einer Prävalenz zwischen 5,6 % und 14,1 % ist eine Depression während der Schwangerschaft ein relevantes Thema. Studien legen einen Zusammenhang zwischen Ernährung, sowohl in Form von Ernährungsmustern als auch in der Aufnahme von einzelnen Nährstoffen, und dem Risiko für Depressionen nahe. In dieser Arbeit wird der Frage nach dem Einfluss der maternalen Ernährung auf das Depressionsrisiko in der Schwangerschaft nachgegangen.
Methodik: Die ersten 377 Frauen der PRINCE-Kohorte wurden hinsichtlich möglicher Assoziationen von Ernährungsparametern und Depressionssymptomatik analysiert. Die Datenerhebung erfolgte zwischen Mai 2011 und April 2016 einmal pro Schwangerschaftstrimester. Das Ernährungsverhalten wurde mittels eines 24hRecalls und die Depressionssymptomatik mit der Edinburgh Postnatal Depression Scale erhoben, die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS (IBM SPSS Statistics, Version 23). Nach deskriptiven Statistiken wurde der Zusammenhang von Ernährung und EPDS im Querschnitt sowie prospektiv mittels multivariater linearer Regressionsmodelle untersucht und eine stratifizierte Analyse spezieller Untergruppen (Bildung, BMI, Parität) vorgenommen.
Ergebnisse: 13 % der Schwangeren hatten einen mittleren EPDS-Summenscore >10, sodass eine bestehende depressive Symptomatik anzunehmen ist. Die EPDS-Werte sanken leicht im Schwangerschaftsverlauf. Ein niedriger Bildungsstatus war mit höheren EPDS-Werten assoziiert. Der BMI im ersten Trimester und die Parität zeigten keine nennenswerten Assoziationen. Die DGE-Empfehlungen zur Aufnahme von Nährstoffen in der Schwangerschaft wurden in vielen Fällen nicht erreicht: Der Fettanteil lag im Mittel bei 36 en% (Empfehlung: unter 30 en%). Bei den Ballaststoffen erfüllten nur 17 % die Empfehlungen und bei fast allen Frauen war die Aufnahme von Folsäure, Vitamin B6, B12 und D, sowie Iod und Zink im Rahmen ihrer Nahrungsaufnahme nicht adäquat. Im Gesamtkollektiv zeigten sich keine signifikanten Assoziationen zwischen Ernährungsparametern und dem mittleren EPDS-Wert – weder im Querschnitt in den einzelnen Trimestern noch prospektiv im Verlauf der Schwangerschaft. In den stratifizierten Analysen wurden unter anderem Frauen mit besonders hohem und besonders niedrigem EPDS-Wert verglichen: Hier ergaben sich signifikante Unterschiede hinsichtlich des Proteinanteils an der Gesamtenergieaufnahme (p=0,002), der Aufnahme von Saccharose (p=0,045) und Cholesterol (p= 0,023).
Schlussfolgerungen: In der vorliegenden Arbeit konnten keine konsistenten Assoziationen zwischen den untersuchten Ernährungsparametern und dem EPDS-Wert während der Schwangerschaft festgestellt werden. Der Einfluss von Ernährung, als ein modifizierbarer Einflussfaktor, ist in weiteren Studien, möglicherweise auch in Studienkollektiven mit höherem Depressionsrisiko, zu untersuchen. Unabhängig von den fehlenden Zusammenhängen deuten der relevante Anteil an Frauen mit erhöhten Depressionsscores und einer nicht den Empfehlungen entsprechenden Nährstoffaufnahme an, dass ein Screening auf Depressionen und eine Ernährungsberatung bereits in der Frühschwangerschaft eine wichtige Ergänzung in der Schwangerenvorsorge sein könnten.
Kurzfassung auf Englisch: Background: With a prevalence between 5,6 % and 14,1 %, depression during pregnancy is a relevant topic to investigate. Studies suggest a connection between nutrition, both as dietary intake patterns and the intake of specific nutrients, and the risk for experiencing depression. The aim of this study is to investigate the influence of maternal nutrition on the risk of experiencing depression during pregnancy.
Methods: Data from the first 377 participating women of the PRINCE-cohort were analyzed for potential associations between their nutritional intake and the occurrence of depression symptoms. Study data was collected once per pregnancy trimester from May 2011 to April 2016. The nutritional intake was assessed with a 24-hour dietary recall and the risk for depression with the Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS). The statistical analysis was conducted using SPSS (IBM SPSS Statistics, Version 23). The relationship between nutrition and EPDS was firstly evaluated using descriptive statistics, and then both cross-sectional and prospective using multilinear regression models. Also, stratified analyses according to education, BMI and maternal parity were done.
Results: Of the included pregnant women, 13 % had a medium EPDS sum-score >10, indicating depressive symptoms. The EPDS sum-scores decreased slightly over the course of the pregnancy. A lower educational status was associated with higher EPDS values. The BMI values of the first trimester and the parity did not show any significant associations. The nutritional data indicated that the recommendations of the German Nutrition Society (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGE) for pregnant women were often not met: The mean fat intake was 36 en% (recommendation: < 30 en%). Only 17 % of the pregnant women had an adequate fiber intake, and almost all women had an inadequate intake of folic acid, vitamin B6, B12, D as well as iodine and zinc through their diet. Regarding the results of the multivariate regression models, no significant associations between nutritional intake and the mean EPDS scores, neither in the means for the individual trimesters, nor for the total pregnancy scores, were observed. Comparing women with extreme high or low EPDS scores revealed significant differences regarding the protein intake (p=0,002), the sucrose intake (p=0,045) und the cholesterol (p= 0,023) intake.
Conclusions: The results of this study indicate that there are no consistent associations between the nutritional intake and EPDS scores in the present study sample of pregnant women. The effect of nutrition as a modifying variable needs to be studied further, especially in cohorts who are at a high risk of experiencing depression. Despite the lack of associations in our study, the relevant number of pregnant women with increased EPDS scores and an inadequate nutritional intake, early screening for depression and nutritional education might be advisable as an extension to prenatal healthcare particularly during the early part of pregnancy.

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