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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-97079
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9707/


Jeffersonian Racism

Rassismus bei Thomas Jefferson

Hinrichsen, Malte

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SWD-Schlagwörter: Rassismus , Rassentheorie , Aufklärung , Ideengeschichte , USA , Jefferson, Thomas
Freie Schlagwörter (Deutsch): Rassismustheorie , Negative Vergesellschaftung
Basisklassifikation: 89.12 , 15.87 , 71.60 , 71.61
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Hund, Wulf D. (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.05.2017
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 10.05.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Vor dem Hintergrund theoretischer Probleme gegenwärtiger Rassismusforschung analysiert die vorliegende Arbeit den Rassismus in Thomas Jeffersons Denken und Handeln.
Der erste Hauptteil der Studie behandelt die historischen Kontexte des Forschungsgegenstandes und bietet eine dichte Beschreibung der sozioökonomischen und diskursiven Bedingungen für die Entstehung des Jeffersonschen Rassismus in den frühen Vereinigten Staaten. In chronologischer Abfolge, vom kolonialen Virginia bis zur Präsidentschaft John Quincy Adams‘, berücksichtigt die historiographische Betrach-tung materielle Hintergründe, legislative Entwicklungen und wissenschaftliche Diskurse in Bezug auf die Konstruktion von verschiedenen Menschengruppen in Nordamerika. Die herangezogenen Sekundärquellen erlauben unterdessen eine Metaanalyse der Rassismusrezeption in der Forschungsliteratur zu Jefferson und den frühen Vereinigten Staaten.
Ausgehend von dem dargestellten Material analysiert der zweite Hauptteil der Arbeit Jeffersonschen Rassismus anhand der Themenfelder Sklaverei, Nation und Wis-senschaft. Entgegen verbreiteter Darstellungen wird Jeffersons Haltung zur Sklaverei nicht als widersprüchlich deklariert, sondern sein Rassismus als Instrument interpretiert, mit dessen Hilfe er aufklärerische Naturrechtsvorstellungen und den Fortbestand der Institution in Einklang bringen konnte. Die Realisierung von Freiheit und Gleichheit knüpfte Jefferson an ›rassisch‹ verstandene Homogenität, eine Emanzipation der Sklaven hielt er also nur bei anschließender Segregation für durchführbar. Sein Konzept einer ›weißen‹ Nation exkludierte außerdem amerikanische Ureinwohner, die er rassistisch als unzivilisierte ›Wilde‹ konstruierte. Dementgegen wurden Un-terklassen und marginalisierte Gruppen europäischer Abstammung eingeschlossen und durch ›rassistisches symbolisches Kapital‹ aufgewertet.
Jeffersons rassistische Politiken der Ausgrenzung beruhten auf wissenschaftlichen Konzeptionen von Menschenrassen, denen er jeweils kulturelle und natürliche Eigenschaften zuschrieb. Das Verhältnis von Naturalismus zu Kulturalismus war dabei in seinen jeweiligen Konstruktionen von Ureinwohnern und Afroamerikanern sehr unterschiedlich gewichtet, es ist dennoch irreführend nur die letztere Diskriminierung als rassistisch zu begreifen. Das Beispiel des Jeffersonschen Rassismus zeigt vielmehr, wie rassistische Konstruktionen sich an materielle und diskursive Bedingungen anpassen, wie sie traditionelle Ausgrenzungsmuster aktualisieren und über das häufig postulierte Paradigma der ›Rasse‹ hinausgehen.
Kurzfassung auf Englisch: The present study analyzes the racism in Thomas Jefferson’s life and thought against the backdrop of some theoretical problems within the field of racism studies.
The first main part of the study provides a thick description of the discursive formations and socio-economic conditions during Jefferson’s lifetime and therewith examines the breeding ground of Jeffersonian racism. Chronologically ordered and ranging from colonial Virginia to the presidency of John Quincy Adams, the historical narrative embraces material backgrounds, legal developments and scientific discourses concerning human varieties on the American continent. Drawing primarily on secondary sources, these first chapters also allow for a meta-analysis of the racism reception in the historiography of early America.
Building on the provided material, the second main part analyzes Jeffersonian racism along the subjects of slavery, nation and science. Against prevalent assessments of his inconsistency with regard to the institution of slavery, it is argued that Jeffersonian racism functioned as a doctrine that reconciled Jefferson’s liberal opposition to slavery with the temporary maintenance of the institution. Linking the realization of liberty and equality to a notion of ›racial‹ homogeneity, segregation and colonization emerged as the preconditions of emancipation, which inhibited immediate abolition and rationalized the persistent exclusion of African Americans. His idea of a ›white‹ nation also excluded Native Americans and racistly constructed them as uncivilized savages. On the contrary, he aimed at the inclusion of marginalized groups of European ancestry and pursued their political integration as well as their uplifting through ›racist symbolic capital‹.
Jefferson’s racist policies and actions were backed by scientific conceptions of ›racial‹ difference, which built on overlapping ascriptions of cultural and natural inferiority. Although he developed different justifications for the exclusion of Native Americans and African Americans, it would be misleading to reduce the former to culturalistic relativism and the latter to scientific racism. In fact, the case of Jeffersonian racism exemplifies how racist discrimination can adapt to complex material and discursive conditions, constantly updates traditional logics of distinction and goes beyond the contemporary paradigm of ›race‹.

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