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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-98121
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9812/


Zur Wahrnehmbarkeit von Konzentrationsunterschieden verschiedener Alkohole in der Atemluft menschlicher Probanden

The perception of concentration differences of breath alcohol after consumption of different alcoholic beverages

Jansen, Kristina

Originalveröffentlichung: (2019) BLUTALKOHOL VOL. 56/2019, S. 161-171, Zur Wahrnehmbarkeit von Konzentrationsunterschieden verschiedener Alkohole in der Atemluft menschlicher Probanden
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SWD-Schlagwörter: Alkohol , Geruch , Promille
Freie Schlagwörter (Deutsch): Atemalkohol , Olfaktion , Alkoholfahne , alkoholische Getränke , Begleitalkohole
Freie Schlagwörter (Englisch): breath alcohol , olfaction , smell of alcohol on one’s breath , alcoholic beverages , congeners
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sperhake, Jan Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.03.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 24.06.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Vor Gericht ist der Alkoholisierungsgrad eines Angeklagten oder Zeugen in vielen Fällen ein wichtiger Aspekt. Es fehlen jedoch häufig tatzeitbezogene Atemalkohol- sowie Blutalkoholkonzentrationsmessungen. Das Fehlen dieser wichtigen Daten führt zu Einschätzungen des Alkoholisierungsgrades durch Zeugenaussagen. Ihre Einschätzungen basieren neben beobachteten körperlichen Ausfallerscheinungen sowie beobachtetem Alkoholkonsum auf der Wahrnehmung der sog. Alkoholfahne. Zudem hängen von der spontanen Wahrnehmung von Alkoholgeruch in der Atemluft einer Person in der Praxis weitere polizeiliche Maßnahmen (z.B. Durchführung der AAK-Probe) ab. Es ist daher wichtig, die olfaktorischen Fähigkeiten von Menschen bezüglich der Wahrnehmung der Alkoholfahne einschätzen zu können. Diese Studie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es möglich ist die Atemalkoholkonzentration (= AAK) anhand der Alkoholfahne einzuschätzen. Wir untersuchten die Fähigkeiten einer Gruppe von Experten (Rechtsmediziner) und einer Gruppe von Laien bezüglich dieser Fragestellung. Zudem untersuchten wir inwieweit die Fähigkeiten von Männern und Frauen hierbei unterschiedlich sind. Die Studienteilnehmer schätzten Personen mit Atemalkoholkonzentrationen von 0,3 ‰, 0,5 ‰, 0,8 ‰, 1,1 ‰ sowie 0,0 ‰-Kontrollen ein. Neben drei Kontrollen wurden in jeder Promillestufe jeweils drei Personen untersucht, wobei eine davon Bier, eine Wein und eine Wodka trank. Es wurde getestet, ob Unterschiede in der Wahrnehmbarkeit der unterschiedlichen alkoholischen Getränke mit unterschiedlichen Begleitstoffprofilen bestehen. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei der Einschätzbarkeit zwischen den verschiedenen alkoholischen Getränken. Es konnten jedoch Bier und Wein signifikant von den Negativkontrollen unterschieden werden, wohingegen Wodka keine signifikante Unterscheidbarkeit bot. Die Experten waren signifikant (p = 0,014) besser im Einschätzen der Atemalkoholkonzentration als die Laien. Laien waren nicht in der Lage, die AAK anhand der Alkoholfahne einzuschätzen. Experten schätzten die niedrigen AAK-Werte zu hoch und die hohen zu niedrig ein, sie konnten jedoch zumindest die Tendenz der Atemalkoholkonzentration einschätzen. Es trat kein geschlechtsspezifischer Effekt in der Expertengruppe auf. Im Vergleich hierzu schätzten die weiblichen Laien die AAK signifikant höher als männliche Laien. Die Wahrnehmung von Gerüchen sowie das olfaktorische Gedächtnis sind sehr komplexe Prozesse, die durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Training hat anscheinend einen großen Einfluss auf die olfaktorischen Fähigkeiten hinsichtlich der Einschätzung von Alkoholfahnen, was etwaige geschlechtsspezifische Effekte aufhebt.
Kurzfassung auf Englisch: In the court room the alcoholisation level of a defendant or witness is an important aspect in many cases. However, in many cases breath alcohol and blood alcohol concentration measures are lacking concerning the time of the offence. The absence of this important data leads to estimation of the alcoholisation level by witnesses’ testimonies. They base their estimations beside disturbed functions and observation of consumption of alcoholic beverages on the smell of alcohol on one’s breath. Furthermore, in practice further police actions (e.g. sampling breath alcohol concentrations) depend on the spontaneous perception of the smell of alcohol on one’s breath. Hence it is important to estimate the olfactory skills concerning the smell of alcohol. This study is about the question to what extent it is possible to rate the alcoholisation level by means of olfactory breath alcohol analysis. We examined the skills of a group of experts in estimating the smell of alcohol (coroners) and a group of laymen concerning this matter. Furthermore, we examined if the skills of women and men are different to this effect. They had to estimate people at the alcoholisation levels 0.3 g/kg, 0.5 g/kg, 0.8 g/kg, 1.1 g/kg and 0.0 g/kg controls. Beside three controls, for each level of alcoholisation three persons were examined, one reaching the level by drinking beer, one drinking wine and one drinking vodka. It was examined if there was a difference in estimating the different beverages, which all had a different profile of congeners. There was no significant difference in estimation between the different beverages. Nevertheless, beer and wine could be significantly distinguished from the controls while vodka did not differ significantly. We found our group of experts to be significantly (p = 0.014) better in estimating the alcoholisation level than our group of laymen. Laymen could not estimate the alcoholisation by means of smell of alcohol in one’s breath. Experts estimated the low levels too high and the high levels too low, nevertheless they were able to distinguish the tendency of alcoholisation levels. There was no gender effect in the expert’s group. In contrast the female laymen estimated significantly higher than the male laymen. The perception of odors as well as the olfactory memory are complex processes which are affected by various parameters. Training seems to have a huge effect on the skills of olfactory estimation of the smell of alcohol in one’s breath, annulling gender effects.

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