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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-98790
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9879/


Vida, narración y muerte. El testimonio de violencia política en Perú, Guatemala y El Salvador

Life, narration and death. The testimony of political violence in Peru, Guatemala and El Salvador

Leben, Erzählung und Tod. Das Zeugnis der politischen Gewalt in Peru, Guatemala und El Salvador

Ramos Solano, Erick Gustavo

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SWD-Schlagwörter: Zeugenaussage , Gewalt , Wahrheitskommission , Körper , Mündlichkeit , Lateinamerika
Freie Schlagwörter (Deutsch): Performativität
Freie Schlagwörter (Englisch): Testimony , Political Violence , Truth Commission , Orality , Performance
Basisklassifikation: 17.00
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schäffauer, Markus Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Mehrsprachig
Tag der mündlichen Prüfung: 27.03.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 08.08.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Doktorarbeit bezieht sich auf das Zeugnis politischer Gewalt im öffentlichen oder privaten Raum als Erinnerung an „bewaffnete Konflikte“ in Peru, Guatemala und El Salvador. Es wird davon ausgegangen, dass das Zeugnis nicht nur die Dokumentation einer Erfahrung von Gewalt ist, sondern auch die performative Tatsache ihrer sozialen Durchführung. Aus diesem Grunde ist das Zeugnis für diese Untersuchung hauptsächlich Stimme und Körper, - im Rahmen einer kollektiven Begegnung, in der neuen Formation nationaler Erzählungen von Gewalt Gestaltung und im Gegensatz zu wissenschaftlich-sozialen Paradigma der abschließenden Berichte der Wahrheitskommissionen dieser drei Länder.
Zu diesem Zweck wird das Zeugnis und seine Beziehung zu der anthropologischen Tradition des hispanoamerikanischen Zeugnisses, die Utopie der Repräsentation, die intellektuelle Mediation und die ethnographische Methode definiert. Auch die Rolle des Zeugnisses aus der Perspektive einer multidisziplinären literarischen Analyse diskursiver Manifestationen von politisch-sozialen Kämpfen in Lateinamerika wird reflektiert.
Vorrangig wird die Figur des Körpers in der Entwicklung von drei Wissenschaften betrachtet: Anatomie der Renaissance, Sozialwissenschaften im 19. Jahrhundert in Europa und die Philosophie des 20. Jahrhunderts. Das Ziel ist es, die Rolle des Körpers im Verständnis der Individuen in ihrem sozialen Umfeld als Organismus, Struktur, Kraft und Idealisierung zu sehen und aus der Sichtweise von Autoren wie Andreas Vesalius, Karl Marx und Michael Foucault zu verstehen. Darüber hinaus werden Ideen über den „performativen Körper“ im Rahmen der künstlerischen Tendenzen europäischer Universitätsbewegungen Mitte des letzten Jahrhunderts reflektiert.
Im Weiteren wird die Figur des „Indios“ in Arbeiten über die amerikanische soziale Realität, im frühen zwanzigsten Jahrhundert, entworfen von José Carlos Mariátegui, Miguel Ángel Asturias und Roque Dalton analysiert. „Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein“, sagte Walter Benjamin. Deshalb besteht das Ziel darin, diese Studien aus der Perspektive der folgenden gewaltsamen sozialen Konflikte zu verstehen. Es ist notwendig, die sogenannten „inneren Kriege“ als Episoden zu begreifen, die im Laufe der Zeit mit konkreten historischen Fakten verbunden sind.
Anschließend werden die Abschlussberichte der Wahrheitskommissionen der folgenden drei Länder einer kritischen Revision unterzogen: Die Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) in Peru, Interdiocesano Projekt Wiederherstellung der historischen Erinnerung (REMHI) / Kommission für historische Aufklärung (CEH) in Guatemala und die Wahrheitskommission für El Salvador (CVES). Die Zeugenaussagen in den Berichten dieser Wahrheitskommissionen werden untersucht, um Aspekte ihrer Methodik und Institution zu definieren. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie der ethisch-moralische Diskurs der Rettung einer „gespaltenen Gesellschaft“ die Berichte, auf komplexe und umfassende Weise kennzeichnet.
Die zentrale These dieser Studie, welche in den letzten drei Kapiteln entwickelt wird, ist, dass in dem Moment der Zeugenaussage Ereignisse, die Leben und Tod beeinflusst haben, - wie bei Vergewaltigung oder im Guerillakrieg - in der Vorstellung wieder erlebt werden. Daher fand in Anhörungen, symbolischen Gerichten, Interviews oder anderen Kommunikationsituationen, die im Schatten dieser Kommissionen ausgetragen wurden, ein sogenannter Prozess der „corporización“ statt. Die Zeugenaussage und auch der Körper, der bezeugt, prägen den Zeugnis-Diskurs in sich selbst. Dies basiert auf zwei wichtigen Elementen, die diese rituellen Ereignisse als „Öffentlich Anhörung“, „Gewissensgericht“ oder andere ähnliche „Orte der Begegnung“ zwischen den Zeugen und den mit der Befragung Bevollmächtigten, Mitgliedern eines Gerichts oder anderen Verhörenden definieren.
Kurzfassung auf Englisch: This investigation reflects on the testimony of political violence, given in public or private spaces, which commemorate “internal armed conflicts” in Peru, Guatemala and El Salvador. Testimony is not only the documentary record of violence, but also the performative act of its social execution. For this reason, testimony, in this study, is essentially the voice and body, within a special space of collective encounter, in the conformation of new national narratives of violence, and in opposition to the scientific-social paradigm of the Truth Commission’s Final Report of these countries.
For this purpose, the testimonial act and its relation to the anthropological tradition of the Hispano-American Testimony, as well its utopic representation, its intellectual mediation, and its ethnographic methodology are defined. It also reflects on the role of testimony from the perspective of a multidisciplinary literary analysis of the discursive manifestations of political-social struggles in Latin America.
First, the idea of the body is evaluated in the development of three sciences: the Anatomy of the Renaissance, the Social Sciences, in Europe during the 19th century, and in 20th century philosophy. The objective is to understand the role of the body in the understanding of the individual in his social environment as an organism, structure, force and idealization, in authors such as Andreas Vesalius, Karl Marx, and Michael Foucault. In addition, ideas about the “performative body” are reviewed, in the setting of the artistic tendencies of European university movements, in the middle of the last century.
The conception of the so-called “Indian” elaborated in the work of José Carlos Mariátegui, Miguel Ángel Asturias and Roque Dalton regarding American social reality at beginning of the 20th century is then analyzed. According to Walter Benjamin —every document of civilization is at the same time a document of barbarism—, the objective is to understand these studies from the perspective of the violent social conflicts that followed. This is because it is necessary to conceive the so-called “civil wars”, as episodes connected, through time, with concrete historical facts.
A critical reading is then made of the commission’s final report of these three countries: Peru’s Commission of Truth and Reconciliation, Guatemala’s Interdiocesan Project for the Recovery of Historical Memory / Historical Clarification Commission, and El Salvador’s Truth Commission. A testimony reading is made within the spectrum of this commission’s final report, to define aspects of their methodology and institutional methodology. The objective is to observe how the ethical-moral discourse of the salvation of a “divided society”, impacted the Final Report in a complex and profound manner.
The central part of this study, which is developed in the last three chapters, is that, at the time of testimony, events that marked life or death, rape or guerrilla struggle, are relived and imagined in the hearings, symbolic courts, interviews or any other communication space carried out under the shadow of these Commissions: a process called “corporización”. The testimony and the body that testifies mark the testimonial discourse itself, constituting two important elements to define ritual events known as “Public Hearings”, “Courts of Conscience” or other similar spaces of encounter between the witness and the commissioners, the members of a court or the interviewer.

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