Titel: Volumetrische Auswertung der intrazerebralen Blutung und des perifokalen Ödems zur Prognosestellung bei hämorrhagischen Schlaganfällen
Sprache: Deutsch
Autor*in: Scholz, Henriette Viktoria
Schlagwörter: Schlaganfall; intrazerebrale Blutung; perifokales Ödem; Neuroradiologie; hämorrhagischer Schlaganfall
GND-Schlagwörter: SchlaganfallGND
NeuroradiologieGND
NeurologieGND
RadiologieGND
PrognoseGND
PrädiktorGND
Erscheinungsdatum: 2022
Tag der mündlichen Prüfung: 2022-11-28
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Das Volumen der intrazerebralen Blutung (ICBV) gilt als etablierter outcome-Prädiktor bei hämorrhagischen Schlaganfällen, wohingegen die Studienlage bezüglich des perifokalen Ödems (PHE) inkonsistent ist. Als potenziell therapeutisch modifizierbarer Parameter, gilt es das PHE umfassender zu verstehen. In der Annahme, dass eine lokalisationsspezifische Betrachtung wegweisend sein könnte, wurden in dieser Arbeit die outcome-Parameter der ICB und des PHE in tiefen (ICBT) und lobären (ICBL) zerebralen Strukturen anhand des Aufnahme- und Verlaufs Computertomogramms (CT) untersucht.
Methoden: Die retrospektiv erhobenen klinischen, demografischen und radiologischen Daten von 303 ICB-Patienten des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf wurden in die Untersuchungen eingeschlossen. Vielfach beschriebene CT Parameter der ICB und des PHE wurden quantifiziert. Der Effekt auf das klinische outcome wurde anhand der multiplen logistischen Regressionsanalyse untersucht und das binäre outcome (gut/schlecht) durch die modifizierte Rankin-Skala (mRS) definiert.
Ergebnisse: Das ICBV war sowohl bei ICBTs (OR = 1,118; p = 0,002) als auch ICBLs (OR = 1,026; p = 0,011) signifikant mit dem outcome bei Entlassung assoziiert. Bezüglich des PHE konnte dieser Effekt nur bei ICBLs (OR = 1,019; p = 0,025) standhalten. Die Expansion der ICB (ICBE) und des PHE (PHEE) im Kontroll CT waren bei ICBLs signifikant (ICBE: OR = 0,943; p = 0,039; PHEE: OR = 1,080; p = 0,026) mit dem outcome assoziiert. Bei ICBTs traf dies auf die intraventrikuläre Blutung (IVB) zu (OR = 0,065; p = 0,002). Die volumetrischen Schwellenwerte für die ICB und das PHE, die ein gutes von einem schlechten zu erwartendem outcome trennen, lagen für ICBTs bei 8 ml (AUC = 0,84; 95% CI 0,77 - 0,91; p < 0,001) und 12 ml (AUC = 0,77; 95% CI 0,67 - 0,86; p < 0,001), für ICBLs bei 35 ml (AUC = 0,81; 95% CI 0,74 - 0,88; p < 0,001) und 46 ml (AUC = 0,79; 95% CI 0,72 - 0,86; p < 0,001).
Schlussfolgerung: Die Arbeit konnte die lokalisationsspezifischen Effekte der ICB und des PHE auf das outcome bestätigen und liefert somit einen möglichen Beitrag zur Klärung der bisher inkonsistenten Studienlage. Eine lokalisationsspezifische Differenzierung birgt großes Potenzial, die Rolle des PHE als Surrogatmarker für therapeutische Effekte und outcome voranzutreiben. Es gilt die Ergebnisse in prospektiven Studien weiter zu evaluieren.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/10001
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-105652
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Nawabi, Jawed
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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