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Titel: Global platform work. Negotiating relations in a translocal assemblage
Sonstige Titel: Globale Plattform-Arbeit. Die Aushandlung von Beziehungen in einer translokalen Assemblage
Sprache: Englisch
Autor*in: Oechslen, Anna
Schlagwörter: Gig economy; Feminist research
GND-Schlagwörter: DigitalisierungGND
GrafikdesignerGND
Plattform <Wirtschaft>GND
ArbeitstätigkeitGND
Digitale AnthropologieGND
Assemblage <Philosophie>GND
Erscheinungsdatum: 2022
Tag der mündlichen Prüfung: 2023-03-17
Zusammenfassung: 
Ziel dieser Arbeit ist es, die alltäglichen Arbeitspraktiken von Gigworker*innen, die über Online-Plattformen auf globaler Ebene mit Auftraggebenden in Verbindung treten, zu untersuchen und zu theoretisieren. Dadurch soll zu einem Arbeitsverständnis beigetragen werden, das die Vieldeutigkeit und Heterogenität der Erfahrungen von Gigworker*innen widerspiegelt und die vielfältigen Dimensionen von Arbeit jenseits von bezahlter Beschäftigung berücksichtigt. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Feststellung, dass Online-Plattformen die Arbeitswelt verändern und zu einem komplexen, unbeständigen und dynamischen Arbeitsumfeld führen. Gig Work zeichnet sich durch lose und kurzfristige Arbeitsbeziehungen auf globaler Ebene aus und Online-Plattformen nehmen als neuartige Akteure Einfluss auf Arbeitsbeziehungen.
Ich betrachte Arbeit in dieser Studie als sozial konstruierte Kategorie und stütze mich konzeptionell auf feministische Forschungsansätze, die den Arbeitsbegriff kritisch untersuchen und um Dimensionen jenseits bezahlter Beschäftigung erweitern. Darüber hinaus verwende ich den Begriff „Global Assemblage“ (Collier und Ong 2005), um das Forschungsfeld zu konstruieren. Die Ontologie der Assemblage spiegelt dabei die Spannung zwischen dem technologischen Versprechen eines globalen Arbeitsmarktes und den tatsächlichen Arbeitspraktiken und gelebten Erfahrungen von Gigworker*innen wider.
Empirisch konzentriert sich die Studie auf die Alltagspraktiken von freiberuflichen Designer*innen in Indien, die über Online-Plattformen mit internationalen Auftraggebenden in Kontakt treten. Anhand von Online-Beobachtungen, Interviews und digitalen Fototagebüchern untersuche ich mithilfe der Grounded Theory Methodik ihre alltäglichen ‚practices of assembling’, das heißt die unbezahlte Arbeit, die sie leisten, um in einem plattformvermittelten Arbeitsumfeld Verbindungen herzustellen und aufrechtzuerhalten. Dieser Fokus auf relationale Praktiken ermöglicht eine Untersuchung jenseits einer Dichotomie zwischen Flexibilität und Stabilität, die affektive Beziehungen innerhalb und jenseits der Plattformarbeit sowie verschiedene räumliche Skalen einbezieht. Aus der Analyse der Alltagspraktiken leite ich vier charakteristische Merkmale von ‚practices of assembling’ ab: Raten und Antizipieren, Anpassen an konstante Veränderungen, die Produktion eines zugänglichen Selbst und Herstellen eines kurzfristigen Gleichgewichts. Diese Merkmale spiegeln wider, wie die Freelancer*innen mit der plattformvermittelten Arbeitsumgebung interagieren, indem sie kontinuierlich unsichere Beziehungen aushandeln.
Indem sie unbezahlte und oft übersehene Aspekte von Arbeit beleuchten, sollen die aus dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse zu Debatten darüber beitragen, wie durch Online-Plattformen vermittelte Arbeit gerechter organisiert, verwaltet und verteilt werden kann. Darüber hinaus werden mit dem Begriff der ‚practices of assembling’ Arbeitskonzepte in der Kulturanthropologie erweitert, um die alltäglichen Erfahrungen der Arbeit in der Gig Economy besser widerzuspiegeln.

This thesis seeks to explore and theorise remote gig workers’ everyday work practices of making and sustaining global connections mediated by online platforms. Its rationale emanates from the need for an understanding of work that reflects the ambiguities and heterogeneity of gig workers’ experiences, and that accounts for the multiple dimensions of work beyond paid employment. Thus, this study starts from the observation that online platforms are transforming the world of work, leading to a complex, volatile, and dynamic work environment. Remote gig work is characterised by loose and short-term work connections on a global scale, and platforms have emerged as novel actors in work constellations.
Taking the premise that work is a socially constructed category as a starting point, the conceptual framework of this study is based on feminist research perspectives that critically examine and expand what counts as work, going beyond paid work or occupation. In addition, I use the term “global assemblage” (Collier and Ong 2005) as a sensitising concept to construct my research field. The ontology of assemblage reflects the tension between the technological promise of a global labour market and the actual situated work practices and lived experiences of gig workers.
Employing the principles of grounded theory, the empirical focus of the study is on everyday practices by freelance designers based in India, who connect to overseas clients via online platforms. Through online observations, in-depth semi-structured interviews, and digital photo diaries, I explore workers’ everyday ‘practices of assembling’, that is, the unpaid work they do to make and sustain connections in a platform-mediated work environment. This concentration on relational practices allows for an exploration beyond a dichotomy between flexibility and stability, incorporating affective relationships within and beyond platform work, as well as multiple spatial scales.
Ultimately, building on the analysis of freelancers’ everyday practices, I distil four characteristic features of practices of assembling: guessing and anticipating, adapting to constant change, producing relatable selves, and creating temporary alignment. These features reflect how the freelancers interact with the platform-mediated work environment by continuously negotiating uncertain relations.
By shedding light onto an aspect of work that is usually unpaid and often overlooked, the insights generated from this study are anticipated to contribute to debates about how platform-mediated work can be organised, managed, and allocated more fairly. Moreover, with the notion of ‘practices of assembling’, concepts of work in the discipline of cultural anthropology are extended to better reflect everyday experiences of work in the gig economy.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/10203
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-108428
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Koch, Gertraud
Ibert, Oliver
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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