Titel: Threat in relation to time and space: Identification and characterization of individual trajectories in defensive circuits
Sprache: Englisch
Autor*in: Koppold, Alina
Schlagwörter: childhood adversity; neuroscience; psychophysiology; defensive responding; psychopathology
GND-Schlagwörter: Kindesmissbrauch <Sexueller Missbrauch>GND
NeurowissenschaftenGND
Physiologische PsychologieGND
Erscheinungsdatum: 2024
Tag der mündlichen Prüfung: 2024-12-09
Zusammenfassung: 
The dynamic modulation of defensive behavior is an essential skill necessary for survival across species. A plethora of studies revealed that, in humans, alterations in defensive processes have been associated with the risk of developing various forms of psychopathology. In particular, "childhood adversity," which functions as both a risk factor and a predictor, seems to be able to make a substantial contribution to understanding the underlying mechanisms. The aim of this dissertation was to explore this individual difference factor and its association with threat processing in adulthood through empirical investigations and literature reviews focusing on affective modulation, threat and reward learning, as well as defensive action preparation. Notably, there is a rather cohesive picture of blunted psychophysiological responding to threat stimuli, yet at the same time, there is an increased subjective experience of these threats in adulthood consistently observed across various samples, including clinical, subclinical, and non-clinical groups. Interestingly, exposure to recent adversity in adulthood shows a contradictory pattern of increased physiological reaction and heightened subjective evaluation. Notably, the observation of blunted psychophysiological responses observed in clinical, subclinical, and non-clinical samples challenges the previous assumption that blunted physiological responses may function as a protective factor in healthy individuals despite being exposed to childhood adversity. Consequently, there is a need to establish a novel mechanistic framework that incorporates altered physiological responses (i.e., blunted) along with additional factors that allow for differentiation between clinical and non-clinical samples, thereby enhancing the understanding of (mal)adaptive processes and the developmental trajectories of (psycho)pathologies. Another objective of this dissertation was to determine the methodological precision and alignment of various questionnaires assessing childhood adversity. The findings indicate a concerning lack of concordance among these measurement instruments in their classification of exposure and their conceptualization of the respective subtypes of exposure. Consequently, it is imperative that the next step involves the synchronization of these measurement instruments to enable comparisons between studies and to be certain that we know what we are measuring when purporting to measure childhood adversity.

Die dynamische Modulation defensiven Verhaltens ist eine wesentliche Fähigkeit, die für das Überleben über verschiedene Spezies hinweg notwendig ist. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass Veränderungen in den defensiven Prozessen bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung verschiedener Formen von Psychopathologie assoziiert sind. Insbesondere scheinen "belastende Kindheitserfahrungen", die sowohl als Risikofaktor als auch als Prädiktor fungieren, einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen leisten zu können. Ziel dieser Dissertation war es, diesen Faktor und seine Assoziation mit der Bedrohungsverarbeitung im Erwachsenenalter durch empirische Untersuchungen und Literaturübersichten zu erforschen, die sich auf affektive Modulation, Bedrohungs- und Belohnungserlernen sowie die defensive Handlungsvorbereitung konzentrieren. Insgesamt zeigte sich ein recht kohärentes Bild von gedämpften psychophysiologischen Reaktionen begleitet von erhöhter subjektiver Wahrnehmung auf Bedrohungsreize in Individuen mit belastenden Kindheitserfahrungen im Erwachsenenalter. Interessanterweise zeigte die Exposition gegenüber aktuellen Belastungen im Erwachsenenalter ein widersprüchliches Muster aus erhöhter physiologischer Reaktion und gesteigerter subjektiver Bewertung. Besonders bemerkenswert ist, dass der Befund von gedämpften psychophysiologischen Reaktionen sowohl in klinischen als auch in subklinischen und nicht-klinischen Stichproben beobachtet wurde. Dies stellt die ursprüngliche Annahme infrage, dass gedämpfte physiologische Reaktionen bei gesunden Individuen, die kindlicher Belastung ausgesetzt waren, einen schützenden Faktor darstellen könnten. Folglich besteht die Notwendigkeit, ein neuartiges mechanistisches Rahmenkonzept zu etablieren, welches die veränderten physiologischen Reaktionen (d.h. gedämpft) um zusätzliche Faktoren erweitert, die es ermöglichen, zwischen klinischen und nicht-klinischen Stichproben zu differenzieren und das Verständnis von (mal)adaptiven Prozessen und Entwicklungstrajektorien von (Psycho-) Pathologien erweitert. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit war die Bestimmung der methodischen Präzision und Übereinstimmung verschiedener Fragebögen zur Erfassung belastender Kindheitserfahrungen. Die Ergebnisse zeichnen ein eher unbefriedigendes Bild hinsichtlich der Übereinstimmung von Messinstrumenten ab, welche nur in einem geringen Maße in der Klassifizierung von Expositionen als auch ihrem inhaltlichen Verständnis der jeweiligen Expositionstypen überein stimmten. Daher ist es zunächst von größter Wichtigkeit, diese Messinstrumente zu synchronisieren, um Vergleiche zwischen Studien zu ermöglichen und sicherzustellen, dass wir genau wissen, was wir messen, wenn es um die Erfassung belastender Kindheitserfahrungen geht.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/11419
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-124856
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Lonsdorf, Tina Barbara
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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