Titel: The Interplay of Actual and Perceived Motor Competencies and Health-Related Factors in Childhood
Sonstige Titel: Das Zusammenspiel aus motorischen Kompetenzen, deren Selbstwahrnehmung und gesundheitsbezogenen Faktoren in der Kindheit
Sprache: Englisch
Autor*in: Bretz, Kathrin
Schlagwörter: Instrumententwicklung; Selbstwahrnehmung; Kindheit; Instrument development; Self-perception; Childhood
GND-Schlagwörter: WohlbefindenGND
Motorischer TestGND
SelbsteinschätzungGND
TestkonstruktionGND
KindheitsforschungGND
Sportliche AktivitätGND
Erscheinungsdatum: 2025
Tag der mündlichen Prüfung: 2025-11-14
Zusammenfassung: 
In dieser kumulativen Dissertation wird das komplexe Zusammenspiel zwischen tatsächlicher und wahrgenommener motorischer Kompetenz, körperlicher Aktivität und Parametern der mentalen Gesundheit im frühen Kindesalter (4 bis 8 Jahre) untersucht. Dabei bewegen sich die Untersuchungen im Feld zwischen Bildungswissenschaft, Motorikforschung und Gesundheitswissenschaften. In vier empirischen Studien wird ein ganzheitlicher, kindzentrierter Blick auf Faktoren der motorischen Entwicklung gelegt, wobei motorische Kompetenzen nicht nur als physische Kompetenzen, sondern als Teil eines motivationalen und psychosozialen Systems verstanden werden. Die Dissertation basiert auf den Modellen von Stodden et al. (2008) sowie der erweiterten Fassung von Lima et al. (2022). Als Ausganspunkt der EMOKK-Studie (Entwicklung motorischer Basiskompetenzen in der Kindheit), in die diese Dissertation eingebettet war, wird das Angebots-Nutzungs-Modell von Helmke (2014) herangezogen und um gesundheitsbezogene Faktoren erweitert, um neben körperlicher Aktivität die soziale Integration und gesundheitsbezogene Lebensqualität als Faktoren der mentalen Gesundheit zu untersuchen.
Im Rahmen der ersten Publikation wurde das SEMOK-1-2 Instrument entwickelt und validiert – welches die wahrgenommene motorische Kompetenz von Kindern der ersten und zweiten Klasse (6-8 Jahre) erfasst. Das SEMOK-1-2 wurde analog zum MOBAK-1-2 Instrument (Herrmann, 2018) entwickelt. Die 404 Kinder, welche an der Studie teilnahmen, konnten die Aufgaben, die von einem Fuchs vorgemacht wurden, auf einer dreistufigen Antwortskala, analog zum MOBAK Instrument, beantworten. Die zweifaktorielle Struktur der MOBAK-Instrumente konnte bestätigt werden. Zudem zeigten sich hohe latente Zusammenhänge zwischen tatsächlicher Kompetenz und deren Selbstwahrnehmung im Etwas-Bewegen und Sich-Bewegen. Jungen und Kinder, die häufiger am Teamsport teilnahmen, zeigten höhere tatsächliche Kompetenzen und eine höhere Selbstwahrnehmung im Etwas-Bewegen.
In der zweiten Publikation wurde das Zusammenspiel zwischen motorischen Kompetenzen und sozialen Beziehungen von 548 Kindergartenkindern (4-6 Jahre) untersucht. Mittels Strukturgleichungsmodellen zeigten sich positive latente Zusammenhänge zwischen den motorischen Kompetenzen und der sozialen Integration in die Klasse, wobei Kinder mit höheren motorischen Kompetenzen besser integriert zu sein schienen. Dabei fielen die Zusammenhänge zwischen den Konstrukten bei den Jungen deutlich stärker aus als bei den Mädchen.
In der dritten Publikation konnten die Zusammenhänge zwischen sozialer Integration und motorischen Kompetenzen, sowohl für Kinder des Kindergartens (n = 1163) als auch der ersten und zweiten Klasse (n = 880) bestätigt werden. Zudem wurde das Konstrukt der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) als bedeutsames Konstrukt der mentalen Gesundheit eingeführt und die Zusammenhänge mit sozialer Integration und motorischen Kompetenzen untersucht. Im Kindergarten zeigten sich weder Zusammenhänge zwischen der generellen HRQoL und den motorischen Kompetenzen noch mit der sozialen Integration. Bei Kindern der ersten und zweiten Klasse konnten geringe Zusammenhänge zwischen der generellen HRQoL mit der sozialen Integration der Kinder, als auch mit der Kompetenz im Sich-Bewegen festgestellt werden. Bei der Untersuchung des körperlichen Wohlbefindens bei Kindergartenkindern konnte ein moderater Zusammenhang mit den motorischen Kompetenzen festgestellt werden, wobei dieser für das Sich-Bewegen höher ausfiel.
In der vierten Publikation wurden mittels latenter Profilanalysen drei Gruppen von Kindern identifiziert, welche sich hinsichtlich der Faktoren Sportengagement, motorische Kompetenzen, deren Selbstwahrnehmung und Wohlbefinden unterschieden. Dabei konnte ein Profil als „Risikoprofil“ identifiziert werden, wobei die Kinder ein geringes Sportengagement, geringe motorische Kompetenzen sowie geringe Werte im Wohlbefinden aufwiesen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass motorische Kompetenzfaktoren mit Parametern der mentalen Gesundheit in Zusammenhang stehen und somit das Modell von Lima et al., (2022) unterstützt. Zudem trägt diese Dissertation zu einer ganzheitlichen, interdisziplinären Betrachtung von motorischen Kompetenzfaktoren im Kindesalter bei. Sie hebt die Wechselwirkungen zwischen Motorik, Selbstwahrnehmung, Sportpartizipation und psychosozialer Gesundheit hervor. Auf Basis von Querschnittsdaten bietet sie wichtige Einblicke in das Zusammenspiel dieser Faktoren, bildet die Basis für Langzeitstudien und unterstreicht gleichzeitig die Notwendigkeit dieser. Durch die Verbindung von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen liefert die Arbeit theoretische und praktische Grundlagen für weitere Forschung sowie inklusivere Interventionen im schulischen und außerschulischen Kontext.

This cumulative dissertation examines the complex interplay between actual motor competencies (AMC), perceived motor competencies (PMC), physical activity (PA), and mental health parameters in early childhood (at 4–8 years). Situated at the intersection of educational science, motor development research, and health science, the studies aim to address theoretical and empirical gaps. In four empirical studies, a holistic, child-centered perspective is adopted viewing AMC not only as physical competencies but also as a part of a motivational and psychosocial system. This dissertation is primarily based on models by Stodden et al. (2008) and the version expanded by Lima et al. (2022). The EMOKK project (in English: Development of Basic Motor Competencies in Childhood), in which the present dissertation is embedded, used Helmke’s (2014) offer-and-use model as its theoretical foundation. Helmke’s model was expanded to include health-related factors to examine PA and mental health parameters, such as social integration and health-related quality of life (HRQoL).
In the first publication, the SEMOK-1-2 instrument—an instrument for assessing the PMC of first- and second-grade children (ages 6–8 years)—was developed and validated. The SEMOK-1-2 instrument conceptually closely aligns with a measure of AMC, namely the MOBAK-1-2 instrument (Herrmann, 2018). The included 404 children responded to tasks, demonstrated by an illustrated fox, using a 3-point scale analogous to the MOBAK-1-2 instrument. The two-factor structure of the MOBAK instrument was confirmed. Additionally, strong latent correlations were found between actual competence and self-perception in both object movement and self-movement. Boys and children who participated more frequently in team sports exhibited higher AMC and PMC in object movement.
The second publication investigated the interplay between AMC and social relationships among 548 preschool children (ages 4–6 years). Structural equation models revealed positive latent correlations between AMC and social integration within the class, with children possessing higher AMC appearing to be better integrated. The associations between the constructs were notably stronger for boys than for girls.
In the third publication, the associations between social integration and AMC were confirmed for both preschool children (n = 1163) and first and second graders (n = 880). Furthermore, the construct of health-related quality of life (HRQoL) was introduced as a key parameter of mental health, and its associations with social integration and AMC were examined. While general HRQoL was unrelated to AMC and social integration in preschool, it was weakly associated with social integration and AMC self-movement in first- and second-grade children. In preschool, a moderate association was found between physical well-being and AMC, with a stronger correlation for self-movement.
In the fourth publication, latent profile analysis identified three groups of children differing in terms of (their) sports engagement, AMC, PMC, and well-being. One profile of children was identified to be “at risk” by showing low levels of PA participation, AMC, and well-being.
In summary, motor competence factors are associated with parameters of mental health, thus supporting the model of Lima et al. (2022). In addition, this dissertation contributes to a holistic, interdisciplinary consideration of motor competence factors in childhood, highlighting the interactions between AMC, PMC, sports participation, and psychosocial health. Based on cross-sectional data, it provides fundamental insights into the interplay of these factors, laying the ground for longitudinal studies. By bridging various scientific disciplines, this work offers theoretical and practical foundations for further research as well as more inclusive interventions in both school and out-of-school contexts.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12088
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-133628
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Herrmann, Christian
Gerlach, Erin
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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