Titel: General Curt von Morgen (1858-1928). Die imperiale Biographie eines preußisch-deutschen Offiziers
Sprache: Deutsch
Autor*in: Senne, Christian
Schlagwörter: Curt von Morgen; General der Infanterie; Orientpolitik; Militärattaché; Flügeladjutant; Kamerun; Osmanisches Reich
GND-Schlagwörter: MilitärgeschichteGND
Biografie <Motiv>GND
Deutsches KaiserreichGND
Weimarer RepublikGND
KolonialgeschichteGND
Erster WeltkriegGND
ImperialismusGND
Erscheinungsdatum: 2025
Tag der mündlichen Prüfung: 2025-11-28
Zusammenfassung: 
Die imperiale Biographie des preußisch-deutschen Offiziers Curt von Morgen veranschaulicht sein vielfältiges Wirken zunächst im Rahmen der Kolonial- und Außenpolitik des Deutschen Kaiserreichs und später als militärischer Führer im Ersten Weltkrieg sowie sein Engagement in den Reihen verschiedener „vaterländischer“ Verbände in der Weimarer Republik Nach seiner Ausbildung im preußischen Kadettenkorps leistete er im deutschen Schutzgebiet Kamerun als Expeditionsleiter und Forschungsreisender einen wichtigen Beitrag bei der kolonialen Expansion des Kaiserreichs. Diese frühen Aktivitäten legten den Grundstein für seine spätere erfolgreiche Offizierskarriere.
Als Militärattaché in Konstantinopel sowie ab 1898 als Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II. nahm Morgen eine wichtige Rolle bei der Formulierung der deutschen Orientpolitik ein. Durch sein Engagement in der Deutschen Kolonialgesellschaft und der Deutsch-Asiatischen Gesellschaft beteiligte sich der Offizier am kolonial-, außen- und weltpolitischen Diskurs des Kaiserreichs in der Dekade vor dem Ersten Weltkrieg. In Denkschriften reflektierte er in dieser Zeit die geostrategische Lage des Reiches in Europa.
Im Ersten Weltkrieg war Morgen als Divisions- und Korpskommandeur an zahlreichen Operationen beteiligt, zunächst in Ostpreußen, Russisch-Polen, dem Baltikum sowie beim Feldzug gegen Rumänien. Im letzten Kriegsjahr 1918 führte er dann ein Reservekorps an der Westfront und nahm hier an den Endkämpfen teil.
In den Anfangsjahren der Weimarer Republik entwarf Morgen außenpolitische Konzepte, die Deutschland eine Revision der Versailler-Friedensordnung ermöglichen sollten, Besuchte Wilhelm II. im niederländischen Exil und bewegte sich in monarchistischen Kreisen, schließlich war er auch in Konspirationen verwickelt, die im Zusammengehen von Schwarzer Reichswehr und republikfeindlichen Wehrverbänden den Sturz der demokratischen Ordnung zum Ziel hatten. Des Weiteren nahm er in den 1920er Jahren an einer Vielzahl von Veranstaltungen der „vaterländischen“ Verbände teil. Obwohl er sich der NS-Bewegung nicht zu wandte, trugen seine Publikationen und öffentlichen Auftritte dennoch dazu bei politische und gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, die wiederum geeignet waren die Weimarer Demokratie zu delegitimieren.
Am Beispiel der imperialen Biographie Morgens konnte dargestellt werden, dass Kontinuitäten und Diskontinuitäten der deutschen Geschichte zwischen Kaiserreich und NS-Staat auf das Engste miteinander verwoben waren, aber eine direkte gewissermaßen bruchlose Kontinuitätslinie von der Hohenzollern-Monarchie bis zur Hitler-Diktatur gleichwohl nicht zu ziehen sind.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12317
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-136746
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Epkenhans, Michael
Hering, Rainer
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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