Titel: Langzeitverlauf und Lebensqualität nach Aortenklappenersatz im jungen Erwachsenenalter: Mechanisch vs. Biologisch
Sprache: Deutsch
Autor*in: Lüer, Steffen Christian
Schlagwörter: Aortenklappenersatz
Erscheinungsdatum: 2024
Tag der mündlichen Prüfung: 2026-03-16
Zusammenfassung: 
Hintergrund der Studie: Der chirurgische AKE ist heutzutage die Therapie der Wahl zur Behandlung von Aortenklappenvitien bei jungen Erwachsenen. Während der mechanische AKE einer lebenslangen Antikoagulation bedarf und ein erhöhtes Risiko für thromboembolische und blutungsbedingte Komplikationen mit sich bringt, ist der biologische AKE einer kontinuierlicher strukturellen Klappendegeneration ausgesetzt. Obwohl der mechanische AKE für junge Patienten <60 Jahren noch immer Gold Standard ist, hat sich die Implantation des biologischen AKE in den letzten Jahren zunehmend in jüngeren Patientengruppen etabliert. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, den Langzeitverlauf und die Lebensqualität nach mechanischen und biologischen AKE bei jungen Patienten unter 60 Jahren zu evaluieren.

Methoden: In der vorliegenden Studie wurden 721 Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren eingeschlossen, die zwischen 2005 und 2018 aufgrund eines Aortenklappenvitiums im UHZ einen chirurgischen AKE erhielten. 161 Patienten wurde ein mechanischer AKE, 560 Patienten ein biologischer AKE implantiert. Das mittlere Follow-Up betrug 5,7 Jahre (Intervall 0 - 14,6 Jahre). Durch die Analyse der zuletzt durchgeführten Echokardiografie wurde die Klappenfunktionalität erfasst. Ferner wurde die Mortalitäts- und MACCE-Rate im Langzeitverlauft erfasst. Die Lebensqualität wurde mit Hilfe von drei Fragebögen ((1)SF-12, (2) Herzspezifische Beschwerden, (3) Krankheits- und klappenspezifische Umstände) evaluiert.

Ergebnisse: Es ließ sich kein signifikanter Unterschied in der Mortalitätsrate (14,3% vs. 19,3%; p=0,309) oder Reoperationsrate (4,3% vs. 8,2%; p=0,123) nach 5,7 Jahren zwischen dem mechanischen und biologischen AKE beobachten.
Mit Blick auf die kardiovaskuläre Todesrate (6,8% vs. 16,5%) und notwendigen Re-AKEs (4,5% vs. 15,9%) zeigte sich in der Gruppe der biologischen AKEs eine größere kumulative Inzidenz als in der Gruppe der mechanischen AKEs. Patienten mit mechanischen AKE litten signifikant häufiger an intrakranialen Blutungen (3% vs. 0,2%; p=0,002) und Apoplexien (6,7% vs. 1,9%; p=0,004). Der biologische AKE kann im Vergleich zum mechanischen AKE mit einem erhöhten Risiko für MACCE innerhalb der ersten fünf postoperativen Jahre verbunden werden (p=0,006) und zeigte zum Zeitpunkt des Follow-Ups eine signifikant höhere Rate an Aortenklappenstenosen (p<0,001). Obwohl Patienten mit mechanischen AKE postoperativ häufiger herzspezifische Probleme berichteten (p<0,001), erreichten sie postoperativ eine höhere mentale Lebensqualität (QoL) als Patienten mit biologischen AKE (p<0,001).

Schlussfolgerung: Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass der mechanische AKE bei Patienten mit einem Alter <60 Jahren eine gute Langzeitprognose mit niedriger Mortalitäts- und Reoperationsrate hat. Im Vergleich zum biologischen AKE ließ sich zudem ein niedrigeres Risiko für Auftreten von postoperativen MACCE und eine höhere mentale Lebensqualität nachweisen. Nichtsdestotrotz muss das erhöhte Risiko für thromboembolische und blutungsbedingte Komplikationen in der Entscheidungsfindung mit dem informierten Patienten berücksichtigt werden.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12340
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-137109
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Girdauskas, Evaldas
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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